Hybridautos: EU halbiert Import aus China
Die EU will ihren Autobauern helfen und sorgt deshalb für weniger Fahrzeug-Konkurrenz aus China: Sie halbiert den Import von Plugin-Hybriden aus dem Land. Künftig sollen pro Jahr nur noch 350.000 Hybridautos aus China in die EU verkauft werden dürfen. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte ein EU-Beamter.
E-Autos aus China oft billiger
Schon Ende vergangener Woche hatten sich China und die EU auf eine Begrenzung geeinigt, aber keine Details genannt. Die EU befürchtet, dass chinesische Autos europäische Hersteller vom Markt verdrängen könnten, weil sie billiger sind.
Im Streit um den Export chinesischer Hybridautos haben sich die EU und China geeinigt.
09.10.2026 | 0:23 min2024 hat die EU deshalb bereits Sonderzölle auf E-Autos aus China verhängt. Seitdem verkauft China aber deutlich mehr Plugin-Hybride nach Europa. Die EU-Kommission schätzt nach Angaben von Beamten, dass ihre Zahl in diesem Jahr auf rund 800.000 steigen könnte.
Obergrenze für Hybridautos
Künftig sollen die europäischen Zollbehörden keine Hybridautos aus China mehr genehmigen, sobald die jährliche Obergrenze erreicht ist. Sie soll im ersten Jahr bei 350.000 Autos liegen und danach jedes Jahr um sechs Prozent steigen, nach vier Jahren läuft die Begrenzung demnach aus.
Die ersten konkreten Maßnahmen, mit denen der Import dieser Autos begrenzt werden soll, seien ab Anfang Dezember zu erwarten. Die Vereinbarung habe eine Laufzeit von vier Jahren.
Der Handelsstreit zwischen China und der EU hat sich zuletzt verschärft. Ob die Gespräche in Peking eine Annäherung bringen könnten, berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
09.10.2026 | 1:20 minAuch europäische Autohersteller betroffen
Die Obergrenze gilt für alle Plugin-Hybride aus China, egal wer sie produziert hat. Sie betrifft damit auch europäische Hersteller, die ihre Autos in China zusammenschrauben lassen. Chinesische Autobauer mit Werken in anderen Ländern wie der Türkei sind nicht betroffen. "China hat dem zugestimmt", sagte ein weiterer Beamter in Brüssel.
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und Chinas Handelsminister Wang Wentao hatten sich vergangenen Freitag in Peking getroffen. Laut Sefcovic sagte China außerdem zu, die Zölle für einige Produkte aus der EU zu senken. China erklärte sich zudem bereit, "die Genehmigung von Ausfuhrlizenzen für Seltene Erden und Dauermagnete für die EU zu erleichtern", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Der Handel zwischen der EU und China sorgt für Spannungen. EU-Handelskommissar Sefcovic will bei Gesprächen in Peking über die strittigen Handelsfragen verhandeln.
09.10.2026 | 1:44 minHandel mit China: EU bereitet sich auf mögliche Eskalation vor
Die EU importiert deutlich mehr Waren aus China als umgekehrt. Europäische Firmen sind außerdem auf Rohstoffe, Halbleiter und Materialien für erneuerbare Energien aus China angewiesen. Ende der Woche wollen auch die Staats- und Regierungschefs der EU über die angespannten Handelsbeziehungen beraten. Sie wollen auch auf eine mögliche Eskalation vorbereitet sein.
Die EU-Kommission bereitet dafür mehrere neue Gesetze vor. Eines davon soll Unternehmen in einigen Branchen verpflichten, ihre Rohstoffe und Bauteile nicht nur von einem einzigen Lieferanten, sondern aus mehreren Ländern zu beziehen. Ein anderes soll dafür sorgen, dass die EU ein Land im Ernstfall vollständig vom europäischen Markt abschneiden kann.
Derweil sollen die Verhandlungen zwischen Brüssel und Peking weitergehen, die EU hofft auf weitere Einschränkungen für chinesische Waren. Im Januar wollen Sefcovic und Wang wieder telefonieren, das nächste Treffen ist nach Angaben aus Brüssel für März geplant.
Quelle: AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete das ZDF in den Nachrichten am 09.10.2026 ab 19 Uhr.
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