Neuer Stabschef im Weißen Haus: Extremist Stephen Miller rückt auf

Nach dem Midterms-Debakel muss Trumps Stabschefin Susie Wiles gehen, Miller wird sie ersetzen. Das zeigt: Trump wird von seiner Politik nicht abrücken.
Nach der katastrophalen Wahlniederlage der Republikaner bei den diesjährigen Zwischenwahlen ist im Weißen Haus der erste Kopf gerollt. US-Präsident Donald Trump gab am Freitag bekannt, dass seine bisherige Stabschefin Susie Wiles ihren Posten verlassen wird. Ihr Nachfolger wird Stephen Miller. Trump bezeichnete ihn in einem Post auf Truth Social als „einen meiner zuverlässigsten Berater“.
Die Neubesetzung der Stabschef-Position ist die erste größere personelle Umstrukturierung innerhalb seiner Regierung infolge des Wahlfiaskos bei den Midterms. Mit der Entscheidung für Miller zeigt der Präsident, dass er trotz der deutlichen Wahlklatsche keinen Anlass sieht, seine Politik groß zu verändern.
Miller ist ein langjähriger Mitarbeiter des Präsidenten und Mitgestalter des „Project 2025“, das eine Blaupause zur Umgestaltung der exekutiven Gewalt darstellt. Erklärtes Ziel dieses Werks ist die Zerstörung von demokratischen Institutionen und die Machtkonzentration in der Person des Präsidenten.
Er gehört außerdem zu den Architekten einiger umstrittenen Maßnahmen: darunter die aggressive Einwanderungspolitik sowie das militärische Vorgehen gegen mutmaßliche Drogenboote in der Karibik und im östlichen Pazifik.
„Ewige Flamme der MAGA-Bewegung“
Miller selbst würdigte Trump in einem Post als „die prägendste politische Führungspersönlichkeit“ in der Geschichte der USA. Er erklärte, dass dieser habe „im Alleingang Amerika vor denjenigen gerettet, die es zerstören wollten“. „Die Mission ist jetzt klarer denn je: Wir müssen mit unserer ganzen Seele dafür kämpfen, unseren Präsidenten zu unterstützen und diese großartige Republik zu verteidigen“, fügte er hinzu.
Kurz nach der Wahlniederlage erklärte Trump, dass er womöglich mit Demokraten zusammenarbeiten wolle. Die Ernennung von Miller als Stabschef und seine Selbstinszenierung als „Mister Veto“ in den sozialen Netzwerken lassen jedoch anderes vermuten.
Laut US-Medien gehe es Miller nicht um Kompromisse, sondern darum, die infolge des Wahlausgangs geschwächte MAGA-Koalitaion wieder zu stärkten. „Stephen ist und war schon immer die ewige Flamme der MAGA-Bewegung – er setzt die Worte und die Politik des Präsidenten in die Tat um“, erklärte Millers ehemaliger Mitarbeiter Hunter Morgen gegenüber der New York Times.
„Ich wollte eine Veränderung“, sagte Trump gegenüber Journalisten. Wiles habe „großartige Arbeit“ geleistet, so Trump, doch „manchmal im Leben muss man eben Veränderungen vornehmen“.
Beziehung mit Wiles begann zu bröckeln
Obwohl Trump in seinen öffentlichen Aussagen Wiles' Arbeit verteidigt, soll es hinter den Kulissen Risse zwischen den beiden gegeben haben. Die 69-jährige Wiles, die am Montag offiziell ihren Hut nehmen wird, war mit einer Amtszeit von 21 Monaten die am längsten amtierende Stabschefin unter Trump.
Sie hatte maßgeblichen Anteil an Trumps erfolgreichen Wahlkampf im Jahr 2024 und seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Ihr wird außerdem nachgesagt, dass sie für Stabilität und Zusammenhalt innerhalb der Regierung gesorgt hatte.
Zwar ist die Entscheidung, sich von seiner Stabschefin zu trennen, auf die Wahlschlappe zurückzuführen, doch auch jüngste Personalentscheidungen des Präsidenten, wie die fehlgeschlagene Ernennung von Katie Zacharia als Pressesprecherin gegen den Willen von Wiles, soll dem Verhältnis zwischen den beiden geschadet haben.
Wie US-Medien berichten, soll Trump unter anderem Wiles für die Niederlage der Republikaner verantwortlich gemacht haben, die er auf eine falsche Strategie zurückführt. Wiles, bei der während ihrer Amtszeit Brustkrebs diagnostiziert wurde, wird eine neue Position außerhalb der Regierung antreten, aber weiterhin zu Trumps politischem Umfeld gehören.
Weitere Änderungen im engsten Mitarbeiterstab möglich
Der Präsident ließ am Freitag zudem durchblicken, dass dies nicht die letzte Änderung sein werde. Auf die Frage, ob er beabsichtige, Mitarbeiter zu entlassen, antwortete er mit einem knappen „Ja“. „Ich liebe mein Kabinett. Ich halte es für gut. Aber ich werde vielleicht ein paar Änderungen vornehmen. Wer genau, möchte ich noch nicht sagen“, so Trump.
Zu den weiteren Personen, die nach der Niederlage bei den Zwischenwahlen ihre Posten verlieren könnten, zählen Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie Admiral Brad Cooper, der Befehlshaber des US-Militärkommandos CENTCOM. Beide sollen Treiber des Irankrieges gewesen sein, der in der US-Bevölkerung äußerst unbeliebt ist und dadurch zum Wahlsieg der Demokraten beigetragen hat.
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