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Friday, October 30, 2026

Evakuierung in Oleschky beginnt – Sabotage befürchtet

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  • Rund um die russisch besetzte Frontstadt Oleschky hält seit Dienstag eine Waffenruhe.
  • Nach der Minenräumung beginnt die Evakuierung: 25 Busse mit über 750 Plätzen und neun Krankenwagen stehen bereit.
  • Laut «Kyiv Independent» scheint Russland die Bemühungen zu sabotieren.

«Ich möchte hervorheben, dass es das erste Mal seit dem Jahr 2022 ist, dass eine Waffenruhe an einem so grossen Frontabschnitt hält», betonte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmitro Lubinez in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner russischen Kollegin Jana Lantratowa in Armjansk.

Die Waffenruhe um die russisch besetzte südukrainische Frontstadt Oleschky wird bereits mehr als 75 Stunden eingehalten. Nachdem in den letzten Tagen Minen in der Umgebung geräumt wurden, beginnt nun die Evakuierung der Bewohner der Frontstadt.

25 Busse und neun Ambulanzen

Für Evakuierungswillige seien 25 Busse mit mehr als 750 Plätzen bereitgestellt worden. Begleitet werde die Kolonne von weiteren neun Krankenwagen für den Transport von Bettlägrigen. Haustiere können demnach in Käfigen mitgenommen werden. Für diejenigen, die bleiben wollen, wird während der Waffenruhe humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt.

Der von Russland eingesetzte Leiter des besetzten Gebiets Cherson, Wolodimir Saldo, erklärte am 27. Oktober, die Einwohner hätten die Wahl – entweder in Russland zu bleiben oder in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zu reisen.

Russland scheint Evakuierung zu sabotieren

Wie der «Kyiv Independent» berichtet, hat Russland die Evakuierung jedoch früher als abgemacht begonnen. Aufnahmen der russischen Nachrichtenagentur zeigen, wie Minenräumungstruppen bereits Einwohner von Oleschky mitgenommen haben – in Abwesenheit der ukrainischen Seite oder der laut Abkommen bestimmten neutralen Beobachter.

Eine Quelle vor Ort berichtete gegenüber dem ukrainischen Medium, dass Russland bereits Massnahmen ergriffen habe, «um sicherzustellen, dass so wenige Menschen wie möglich in die Ukraine ausreisten».

Die Quelle berichtete zudem, dass Patienten im einzigen noch funktionierenden Krankenhaus der Stadt registriert und darauf hingewiesen wurden, dass sie im Falle des Verlassens von Oleschky an einem russischen Checkpoint kontrolliert werden würden. Es wurde kein Aufwand von den russischen Truppen betrieben, von Tür zu Tür zu gehen, um die Leute über die Evakuierung zu informieren.

Den Bewohnern der abgelegenen Dörfer sei mitgeteilt worden, dass sie erschossen werden könnten, sollten sie sich dem Sammelpunkt nähern. Einige Anwohner äusserten in lokalen Telegram-Chats offenbar die Befürchtung, sie könnten in «Konzentrationslager» gebracht werden.

Menschen freuen sich trotz Angst vor Ausnutzung

Bereits im Vorfeld warnten ukrainische Regierungsmitglieder davor, dass Russland die Waffenruhe ausnutzen wird – als PR-Stunt, für die Entführung von Ukrainern und um mehr Kriegsmaterial und Truppen an diesen Frontabschnitt zu transportieren. Lubinez berichtet, er sei von der russischen Delegation warm willkommen geheissen worden.

Derweil profitieren auch die Bewohner von Cherson, der Bezirkshauptstadt auf der ukrainischen Seite der Front, von der Waffenruhe. Zum ersten Mal seit Jahren können sie im Freien sein, ohne sich vor Drohnen oder Raketen fürchten zu müssen. Die Waffenruhe wurde von First Lady Melania Trump und Papst Leo vermittelt. Sie soll bis zum Sonntagabend anhalten.

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Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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