Linux-Kernel 7.3 ist da: Korrekturen quer durch die Bank
Der Linux-Kernel 7.3 hat ohne Extrarunde nach dem Release-Kandidaten 7 (rc7) planmäßig am Sonntag das Licht der Welt erblickt. Die Änderungen sind zahlreich, Linus Torvalds hält davon jedoch eigentlich keine für hervorstechend.
In der Ankündigung auf der Linux-Kernel-Mailingliste schreibt Torvalds, dass die letzte Entwicklungswoche nach dem rc7 keine besonderen Vorkommnisse vorhielt. Daher veröffentlicht er den Kernel, sodass sich am heutigen Montag das Merge-Window für Kernel 7.4 öffnet, in dem zwei Wochen lang die größeren Änderungsvorschläge gesammelt werden. Allerdings berichtet Torvalds, dass er erst einmal seinen jährlichen Urlaub antritt und, anstatt als Erstes am Morgen Code-Merges abzuwickeln, nun die meiste Zeit auf einem Boot und unter Wasser verbringen will. Nachmittags will er sich aber an den Rechner setzen und Codeänderungen einpflegen. Möglicherweise hängt er deshalb eine zusätzliche Woche an das Merge-Window an. Verspätet eingereichte Pull-Requests will er aber trotzdem nicht akzeptieren.
Zu den Korrekturen selbst schreibt er, dass sie ziemlich gleichmäßig verteilt seien: Nichts steche hervor, es handle sich um zufällige Fixes in allen Bereichen. Ein wenig mehr Informationen liefert der Mailinglisten-Post zum ersten Release-Candidate von Kernel 7.3, mit dem das Merge-Window Ende August geschlossen wurde. Das Diff der Änderungen war wieder sehr groß, bemerkte Torvalds, dennoch war dort nichts sonderlich bemerkenswert außer der Größe. Die komme daher, dass es sich bei einem großen Teil des Codes um einen Register-Dump von AMD-Grafikchips handele, konkret die Header für die AMD-DCN6-Register. Der zugehörige Code liefert dafür Unterstützung für die neue Generation. Der AMD-GPU-Code samt Header-Dumps macht etwa ein Drittel des rc1-Patches aus.
Alles ganz normal
Blende man diesen Code aus, sehe alles jedoch völlig normal aus. Das Merge-Window habe sich trotz seines Umfangs kaum anders angefühlt als die meisten anderen. Die angehängte Liste weist dann zahlreiche Subsysteme aus, die Änderungen erhalten haben. Es ragt tatsächlich erst einmal nichts als auffällig heraus. Die interessantesten Änderungen sehen wir uns noch in einem Deep Dive genauer an, den wir in den kommenden Tagen veröffentlichen.
Mitte August erschien der Linux-Kernel 7.2. Er brachte insbesondere in puncto Performance einige Optimierungen. Der dort angekündigte faire GPU-Scheduler ist allerdings auch in Linux 7.3 nicht Standard: Die Entwickler haben den Wechsel wegen gemeldeter Regressionen erneut zurückgenommen und die Fair-Policy als experimentell markiert.
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