Nach Ausreise aus Brasilien: Verwirrung um Aufenthaltsort von Flávio Bolsonaro
Stand: 28.10.2026 • 13:00 Uhr
Wo ist Flávio Bolsonaro? US-Medien hatten zunächst berichtet, der aus Brasilien widerrechtlich ausgereiste Präsidentschaftskandidat sei in den USA. Argentinische Behörden berichten nun, er sei mit seiner Familie nach Ecuador geflogen.
Die Informationen über den Aufenthaltsort des brasilianischen Politikers und Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro sind nach wie vor unklar.
Nachdem mehrere US-Medien gemeldet hatten, Bolsonaro sei via Argentinien in die USA ausgereist, heißt es nun, ein Flugzeug sei mit Bolsonaro an Bord in Ecuador gelandet. Das Flugzeug kam nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in der ecuadorianischen Stadt Guayaquil an und hob am frühen Mittwochmorgen in Richtung des Flughafens Opa-Locka bei Miami in den USA wieder ab, wie AFP-Journalisten und Daten des Portals Flightradar24 bestätigten. Es ist allerdings nicht gesichert, dass sich Bolsonaro und seine Familie da noch an Bord befanden.
Von Argentinien zunächst nach Ecuador
Die argentinische Einwanderungsbehörde hatte zuvor im Onlinedienst X erklärt, Bolsonaro und dessen Familien seien am Dienstagabend mit gültigen Reisedokumenten nach Argentinien eingereist und hätten dann einen Privatflieger der Airline Baires Fly S.A. mit Ziel Guayaquil in Ecuador bestiegen.
Nach Angaben von Flightradar24 startete der Flug in der Nacht zum Mittwoch von der argentinischen Stadt Puerto Iguazú im Nordosten des Landes nahe der brasilianischen Grenze.
Ermittlungen wegen Korruption und Geldwäsche
Der Oberste Gerichtshof in Brasília hatte die Ausreise Bolsonaros untersagt. Gegen den 45-Jährigen wird wegen mutmaßlicher Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung in zwei Fällen ermittelt. Nach seiner Wahlniederlage ordnete der Oberste Gerichtshof an, dass er seinen Reisepass und seinen Diplomatenpass bis Dienstag abgeben müsse, während weiter ermittelt werde. Bolsonaro verfügt Unterstützern zufolge auch über einen italienischen Pass. Die USA sagten ihm bereits ein Visum zu.
Der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro war am Sonntag bei der Präsidentschaftswahl dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva unterlegen. Die Niederlage hatte Bolsonaro jedoch nicht anerkannt. Die Bolsonaro-Familie steht US-Präsident Donald Trump politisch nahe.
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