Ukraine: AKW Saporischschja wieder vom Strom abgetrennt
Die externe Stromleitung Ferosplawna zum Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine ist abermals unterbrochen. Das teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit, die ihren Sitz in Wien hat. "Die Ursache und der Ort der jüngsten Unterbrechung sind noch nicht bekannt", schreibt die Organisation der Vereinten Nationen im Onlinedienst X.
Die Hauptleitung Dniprowska zum AKW ist bereits seit Oktober wegen Schäden infolge von Kampfhandlungen abgeschaltet. Nach Informationen der IAEA verfügt das Atomkraftwerk derzeit über ausreichende Brennstoffreserven, um eine begrenzte Anzahl von Notstromdieselgeneratoren etwa zwei Wochen lang zu betreiben.
Russland: Keine erhöhten Strahlungswerte
Die von Russland eingesetzte Führung des Kraftwerks erklärte, die Ferosplawna-Leitung sei durch eine "automatische Schutzvorrichtung" abgeschaltet worden. Sie fügte hinzu, die Strahlungswerte auf dem Gelände und in der Überwachungszone seien weiter normal.
"Die Mitarbeiter des Kernkraftwerks Saporischschja überwachen alle Betriebsparameter der Anlagen. Alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des sicheren Zustands der Blöcke werden in vollem Umfang ergriffen", versicherte die Leitung des Kraftwerks in einer Erklärung, die über die russische Messenger-App MAX veröffentlicht wurde.
Strom zur Kühlung radioaktiven Materials
Das AKW Saporischschja - mit sechs Reaktoren das größte Europas - produziert keine Energie für das öffentliche Netz. Aber auch im abgeschalteten Zustand benötigt es eine stabile Stromversorgung, um die Reaktoren und die radioaktiven Brennstäbe zu kühlen.

Russische Truppen hatten das Atomkraftwerk kurz nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 besetzt.
Seitdem beschuldigen sich die Regierungen in Moskau und in Kyjiw regelmäßig gegenseitig, militärische Aktionen in der Nähe des Kraftwerks durchzuführen und damit die nukleare Sicherheit zu gefährden.
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