«Mein Sohn denkt, ich sei Bauarbeiter»

- Seit er im Sommer 2024 Vater wurde, steht für Nico Santos nicht mehr die Musik an erster Stelle.
- Der Sänger (33) bringt am 30. Oktober sein viertes Album «POV» heraus.
- Auf dem Album zeigt er sich verletzlich und singt über Zweifel, Familie und Erinnerungen.
- Am 11. November spielt er im Hallenstadion in Zürich.
Mehr als eine Milliarde globale Streams, 15 Gold- und 20 Platin-Auszeichnungen in sechs Ländern, zwei Top-3-Alben in Folge, sowie 12 «Top-10-Airplay-Songs» in der Schweiz: Nico Santos (33) gehört zu den erfolgreichsten deutschen Popkünstlern. Mit seinem neuen Album «POV», das am 30. Oktober erscheint, will er sich nun noch einmal beweisen. In den Songs geht es um Erinnerungen, Zweifel, Familie und das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Was das für ihn bedeutet, hat 20 Minuten im Interview herausgefunden.
Der Sprung zwischen Popstar und Papa
Im Sommer 2024 wurde der Sänger erstmals Vater. Bis dahin habe er immer gedacht: «Das, wofür ich auf der Welt bin, ist Musikmachen.» Jetzt merke er: «Es ist eine schöne Berufung, aber auf der Welt bin ich eigentlich, um Papa zu sein.» Im Interview mit 20 Minuten erzählt er, dass sich seine Prioritäten zunehmend verändert haben. «Da ist erst mal mein Sohn, danach kommt die Familie und dann kommt lange nichts.»
Der Sprung zwischen der Vaterrolle und dem Popstar-Dasein ist ein grosser, dennoch ist Nico positiv gestimmt: «Das tut sogar richtig gut.» Wenn man nur zu Hause sei und zu verrückten Uhrzeiten geweckt werde, bringe das einen «in die normale Welt» zurück.
«Egal wo ich bin – da, wo meine Familie ist, bin ich zu Hause.»
Aufgewachsen ist Santos auf Mallorca, bevor er für die Musik nach Deutschland zog. In seinem Album erzählt er von dem Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Was das für ihn bedeutet, singt er in einem seiner Songs: «Zu Hause ist da, wo mein Herz ist, deshalb bin ich niemals obdachlos.»
Das Gefühl habe er nicht immer gehabt: «Ich bin ein Junge aus einer deutschen Familie und wusste immer, dass ich nach Deutschland zurückgehe wegen der Musik.» Als er aufs Festland zog, merkte er: «Ich fühle mich auch hier nicht so zu Hause, weil ich eigentlich eher spanisch bin.» Irgendwann merkte er, es sei eigentlich egal, wo er sei, solange er mit seiner Familie sei.
Das will er für seinen Sohn sein
Auf dem Album zeigt sich Nico von einer verletzlichen Seite. Der schönste Moment war, seinen 81-jährigen Vater wegen des Songs «yours, nico» weinen zu sehen. «Er ist ein Mann der alten Schule und ihn so zu sehen, war sehr schön.» Auf die Frage, ob es Momente gäbe, in denen er bewusst versucht, seinem Sohn ein anderes Bild von Männlichkeit vorzuleben, antwortete er: «Für meinen Sohn will ich gerne jemand sein, mit dem er immer über alles sprechen kann.»
Auch ein niedliches Abendritual verrät er im Gespräch: Bevor sein Sohn ins Bett geht, fragen Nico und seine Frau Aileen ihn, was ihn an diesem Tag glücklich und was ihn traurig gemacht hat. Meistens fallen die Antworten ähnlich aus: «Was hat dich glücklich gemacht?» – «Autospielen.» – «Was hat dich traurig gemacht?» – «Nicht mehr Auto zu spielen.»
Am 11. November tritt Nico Santos im Hallenstadion in Zürich auf. Das Album «POV» erschien am 30. Oktober.
Wie stehst du dazu, dass Nico Santos mit seinem neuen Album stärker über Familie, Zweifel und Vatersein singt?
Stella Regenscheit (str), arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im People-Ressort.
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