«Wir importieren den Zorn nicht, er ist bereits in der Schweiz»

Darum gehts
- Juso-Vizepräsident Julien Berthod und Antonin Fournier haben am Samstag in Paris demonstriert.
- Ein Video zeigt die beiden inmitten teils vermummter Demonstrierender.
- Berthod weist den Vorwurf der Beteiligung an Ausschreitungen zurück und spricht von «Verleumdung».
Seit einigen Tagen stehen Julien Berthod und Antonin Fournier im Zentrum der medialen Debatte. Ersterer ist Vizepräsident der Juso Schweiz, Letzterer Mitglied der Neuenburger Sektion. Die beiden Westschweizer zeigten sich in den sozialen Medien, als sie am Samstag in den Strassen von Paris demonstrierten. Dieser öffentliche Auftritt löste eine Welle von Reaktionen aus.
«Wir hatten dieses Treffen bereits lange vor dem 17. Oktober geplant», erklärt Julien Berthod gegenüber 20 Minutes. Der Vizepräsident der Juso Schweiz bestätigt, dass er an der Demonstration teilnahm. Sie seien jedoch «in den genehmigten Bereichen geblieben, wo die Demonstrationen friedlich verliefen».
Ein auf dem Instagram-Konto «Grève de la jeunesse» veröffentlichtes Video zeigt die beiden inmitten einer grösseren Menschenmenge.
«Nicht weit von der Verleumdung entfernt»
«Man wirft uns vor, an Orten gewesen zu sein, die wir nie betreten haben. Viele Artikel haben den Eindruck erweckt, wir hätten uns an den Ausschreitungen beteiligt. Das grenzt an Verleumdung», wehrt sich Julien Berthod. Die Juso ruft nun ihrerseits zum Jugendstreik am 20. November in der Schweiz auf, um gegen die steigenden Militärausgaben in Europa zu demonstrieren.
Berthod weist die Vorstellung zurück, die Juso wolle französische Protestzustände in die Schweiz übertragen. «Man muss verstehen, dass wir den Zorn aus Frankreich nicht importieren – er ist in der Schweiz längst vorhanden», sagt der junge Politiker.
Seiner Ansicht nach blickt die Schweizer Jugend mit Sorge in die Zukunft, insbesondere angesichts der zahlreichen Sparprogramme und der weltweiten Aufrüstung. «Auch bei uns verschlechtern sich die Lebens- und Studienbedingungen. Das zeigt sich beispielsweise an den Kürzungen im Bildungsbereich, die im Rahmen des Budgetentlastungsprogramms 2027 sowie von den Kantonen vorgesehen sind», argumentiert er.
Julien Berthod sagt, es sei wichtig, junge Menschen dagegen zu mobilisieren. Genau das solle am kommenden 20. November an Gymnasien, Universitäten und Hochschulen in der ganzen Schweiz geschehen.
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