Neue Details erhöhen Druck auf Elite-Uni Cornell
Im US-Bundesstaat New York klagt eine junge Frau anonym, sieben Mitglieder einer Studentenverbindung hätten sie 2024 vergewaltigt. Aktuell schlägt der Fall im ganzen Land hohe Wellen.
05.10.2026 | 1:34 minNach den Vergewaltigungsvorwürfen an der Eliteuniversität Cornell in den USA verschärfen sich die Reaktionen auf den Umgang der Hochschule mit dem Fall. Mehrere Medien berichteten von eingeschlagenen Fensterscheiben und Graffiti an den Wänden eines Gebäudes auf dem Campus, die der Universität vorwerfen, Vergewaltiger zu schützen. In einer Mitteilung der Universität hieß es:
Wir verstehen die Frustration und die starken Emotionen in unserer Universitätsgemeinschaft. Diese Bedenken verdienen Gehör, doch Sachbeschädigung ist nicht die Lösung.
Mitteilung der Cornell-Universität
Im Zentrum des Falls steht der Vorwurf einer ehemaligen Studentin, im Oktober 2024 im Haus einer Studentenverbindung von mehreren Männern vergewaltigt worden zu sein. Strafrechtliche Konsequenzen gab es zunächst nicht. Nach einer neuen Zivilklage und wachsender öffentlicher Kritik wird der Fall inzwischen von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht.
Es sei "eine sehr große Welle der Empörung" zu beobachten, so USA-Korrespondent Sauer. Welche Debatten der Fall von "Jane Doe" angestoßen hat, erklärt er bei ZDFheute live.
05.10.2026 | 8:42 minDrohungen gegen "Jane Doe"
Während die Solidarität mit der Frau wächst, berichtete ihr Anwalt dem Sender CNN zugleich von Drohungen gegen sich und seine Mandantin.
Die Polizei der Cornell-Universität begann im November 2024 mit der Untersuchung des Vorfalls und hielt schriftlich fest, dass die Frau, die nur unter dem Pseudonym Jane Doe bekannt ist, kürzlich in dem Haus einer Verbindung namens Chi Phi von mehreren Männern vergewaltigt worden sei.
Eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an einer der renommiertesten Unis der USA sorgt zwei Jahre später für Aufsehen. Es gibt Vorwürfe gegen mehrere Studenten. Was bekannt ist.
02.10.2026 | 1:10 minNew York Times enthüllt Disziplinarmaßnahmen der Uni
Die "New York Times" hat die Unterlagen der Universitätsuntersuchung des Falles ausgewertet. Demnach wurden zwei Beschuldigte der Universität verwiesen, zwei suspendiert und mit Disziplinarmaßnahmen auf Bewährung belegt, ein Beschuldigter wurde zur Persona non grata erklärt. Zwei Männer hätten Kontaktverbote erhalten, "Schulungsmodule" absolvieren und "Reflexionspapiere" schreiben müssen.
Die Unterlagen stellen demnach auch fest, dass die Männer per Chat im Haus dazu aufriefen, sich am Sex mit der Frau zu beteiligen, und dass sie zum Drogenkonsum gezwungen wurde.
Der Bezirksstaatsanwalt sagte in einer Erklärung vergangene Woche, dass nichts auf Straftaten in der ursprünglichen Aussage hingedeutet habe. Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul entzog ihm kurz darauf die Zuständigkeit für den Fall und beauftragte Generalstaatsanwältin Letitia James mit der Leitung der strafrechtlichen Ermittlung.
Eine europaweite Studie belege, dass viele Frauen sexualisierte Übergriffe an Universitäten erlebt hätten, so Dr. Heike Pantelmann von der FU Berlin. Das Problem betreffe also nicht nur die USA.
05.10.2026 | 7:35 minTrump: Beschuldigter wird "keine faire Chance bekommen"
US-Präsident Donald Trump sagte in einer ersten Reaktion auf den Fall, die Person, zu der James ermittle, tue ihm leid, "denn sie wird keine faire Chance bekommen". Die Demokratin James führte als New Yorker Generalstaatsanwältin einen großen zivilrechtlichen Betrugsprozess gegen Trump.
Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa in den heute-Nachrichten am 05.10.2026 ab 19 Uhr und bei ZDFheute live am 05.10.2026 ab 19:30 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.