The Jerusalem PostIsrael, US elections demand accountability, not blind loyalty - opinionRTP DesportoFamalicão - AlvercaDaily MaverickAFTER THE BELL: Whether Boxer or the ANC, succession planning separates strong institutions from fragile onesESPNJets' 'Cleveland Brown' troll leads top NFL jabs of Week 5ESPN DeportesHurgando en la pelea del dueño de una terraza en Wrigleyville con los CubsVilaWebEl consum familiar empeny amb força l’economiaNOS SportBaansprinter Richardson, rivaal van Lavreysen, vlak voor WK uit Britse selectie gezetTechCrunchMeta releases its first frontier model, Muse WonderXatakaUn ciberataque pone patas arriba los frigoríficos de supermercados franceses y otro incidente afecta a cadenas europeasFox NewsFanatics Sportsbook Promo Code FOXNEWS350: Bet $20, Get $350 for Brewers-Dodgers, Rays-GuardiansRFI 中文巴黎车展:比亚迪表示法国已进入该公司工厂选址“候选名单”Wirtualna PolskaProkuratura zajęła się Kołodziejczakiem, Kreml mówi "nie" Zełenskiemu [SKRÓT DNIA]
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 12, 2026

Rücktritt von Bärbel Bas: Wollen wir so unerbittlich und gnadenlos sein?

Translate
Bärbel Bas

Kommentar

Stand: 12.10.2026 • 17:20 Uhr

Der Rücktritt von Arbeitsministerin Bas wirft Fragen auf. Sie begründet ihn mit der Trauer um ihre Stieftochter und mit "öffentlichen Angriffen" aus den Reihen des Koalitionspartners von der Union. Muss man das alles schlucken?

Georg Schwarte

Jetzt ist wieder eine weg. Bärbel Bas. Wundgescheuert. Verschlissen. Von dem, was wir Politik nennen. Ist halt so? Hartes Geschäft eben? Nein, ist halt nicht so. Sollte so nie sein.

Wir alle, nicht nur "die Politik" sollte heute mal kurz innehalten, nachdenken. Wollen wir so miteinander umgehen? In unserem Land. Als Gesellschaft. Als Mitmenschen. Unerbittlich. Über den Tod eines engsten Familienmitglieds hinaus? Ist halt so?

Wenn eine erfahrene Bundespolitikerin, der Mann - buchstäblich Mann - nicht erklären muss, dass es in der Politikküche heiß werden kann, wenn die hinwirft, weil sie keine Kraft mehr hat, stimmt etwas ganz grundsätzlich nicht mehr in dieser deutschen Politikküche.

Muss man zynisch sein?

Wie dick bitte soll das Fell werden, dass es braucht, um die Erbarmungslosigkeit zu ertragen? Wie hartleibig hätten wir unsere Politikerinnen und Politiker denn gern? Diese Bärbel Bas wurde von Unternehmern öffentlich ausgelacht, von Koalitionspartnern angefeindet, selbst von eigenen Leuten gab's die stille Frage: Ob die Bärbel das wohl kann? Ist das wirklich Berufsrisiko: Zyniker zu werden? All das schlucken zu müssen?

Wenn eine Bundesministerin und Co-Vorsitzende der SPD hinwirft, weil wir alle ihr nicht mehr die Zeit geben, zu weinen, zu trauern über einen geliebten Menschen, dann sollte dieser Politikbetrieb heute einmal innehalten. Nicht für ein stilles Gedenkminütchen. Sondern für eine Neujustierung im Umgang miteinander. Nicht nur die Parteien, auch die Menschen, die im Netz immer so schnell, so meinungsstark und erbarmungslos urteilen.

Naiv? Möglicherweise. Wahrscheinlich gilt schon jetzt: Bis hierhin und so weiter. Morgen schon. Dann sind diese Bärbel Bas und ihre Trauer vermutlich Geschichte. Manche werden möglicherweise zu Recht sagen: Die hat auch Fehler gemacht, war nicht alles Gold, war nicht die beste Co-Vorsitzende.

Teufelskreis aus Maßlosigkeit und Wut

Und trotzdem sind wir alle, wir Menschen, wir Journalisten, der Politikbetrieb jetzt ja schon wieder eine Personalie weiter. Wer wird Co-Chefin? Wie geht’s mit der Koalition weiter. Bleibt Klingbeil oben? Ist die SPD noch zu retten? Solche Fragen halt.

Aber sind wir noch zu retten? Wollen wir so sein? So unerbittlich. So gnadenlos? Wenn die SPD jetzt die Union attackiert, Manuela Schwesig diese CDU "unmenschlich und rücksichtslos" nennt, geht’s ja gleich munter weiter. Mit diesem Teufelskreis aus Maßlosigkeit und Wut.

Eine Frau ist heute zurückgetreten, weil sie nicht mehr konnte. Das macht diesen Fall zu mehr als einer Randnotiz im Allerlei des deutschen Politikbetriebes.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder und nicht die der Redaktion.

View the original on Tagesschau →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.