Deutsche setzen auf Sparen - Höchster Wert seit Finanzkrise
Hohe Energiepreise und die unsichere Weltlage dämpfen laut Studie die Konsumlaune in Deutschland. Die Sparneigung ist so hoch wie seit der Finanzkrise von 2008 nicht mehr.
25.09.2026 | 0:24 minDie Deutschen halten in Zeiten teurer Energie und einer unsicheren geopolitischen Lage ihr Geld zusammen: Das Konsumklima hat der neuen Studie der Nürnberger Institute NIM und GfK zufolge im September einen herben Dämpfer erlitten.
Die Sparneigung sei kräftig gestiegen, die Einkommenserwartungen seien gleichzeitig deutlich gesunken, teilten die Institute als Ergebnis ihrer monatlichen Erhebung mit. Auch die Bereitschaft zu größeren Ausgaben ging leicht zurück.
Die deutsche Wirtschaft wächst wieder, und einige Mittelständler wie Christian Stark bleiben zuversichtlich. Klare Rahmenbedingungen und Stabilität bleiben trotzdem nötig.
25.09.2026 | 2:01 minEnergiepreise drücken Erwartungen
Die Erwartungen der Menschen bezüglich ihrer Einkommensaussichten erreichten den niedrigsten Wert seit April. NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl erklärte:
Die Mehrheit der Haushalte rechnet damit, dass die hohen Energiepreise ihre Kaufkraft verringern werden.
Rolf Bürkl, Konsumexperte
"Folglich sind sie skeptischer, was die künftigen Einkommensaussichten für die nächsten zwölf Monate betrifft", so der Experte weiter.
Mit der Wachstumsprognose, den aktuell stärkeren Exporten und staatlichen Investitionen sind die Probleme der deutschen Wirtschaft nicht gelöst, so Ökonom Marcel Fratzscher.
25.09.2026 | 4:29 minHöchste Sparneigung seit 2008
Die Neigung zum Sparen ging noch einmal sprunghaft nach oben und erreicht einen Wert, wie er seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr gemessen wurde.
Die hohen Energiepreise schüren die Verunsicherung unter den Verbrauchern und sorgen dafür, dass sie es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen.
Studie "Konsumklima September 2026"
Vor allem in Haushalten mit besserer finanzieller Ausstattung falle die Sparneigung höher aus. "Hier besteht offenbar das Bedürfnis, die Kaufkraftverluste, die durch die erhöhte Inflation beim Ersparten aufgetreten sind, durch zusätzliches Sparen zu kompensieren", heißt es in der Studie.
Die deutsche Wirtschaft wächst stärker als erwartet. Laut Herbstprognose rechnen die Institute für 2026 mit einem Plus von 1,3 Prozent. ZDF-Wirtschaftsexperte Neuhann ordnet ein.
24.09.2026 | 2:11 minPositive Konjunkturerwartungen
Zumindest sind die Erwartungen der Bürger hinsichtlich der Konjunkturentwicklung etwas gestiegen - den fünften Monat in Folge. Dazu könnten auch die verbesserten Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute beigetragen haben.
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Für die aktuelle Analyse wurden zwischen dem 3. und 14. September 2026 im Auftrag der EU-Kommission 2.000 Verbraucherinterviews geführt.
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 25.09.2026 um 10:35 Uhr.
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