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Friday, September 18, 2026

Alles Wichtige zur Ausgliederung der Frauen-Bundesliga

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Es ist mehr als ein formaler Akt, wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag ab 15 Uhr auf einem außerordentlichen Bundestag die Satzung ändert, um die Rechte der Frauen-Bundesliga auf den Ligaverband FBL e.V. zu übertragen. Denn genau wie sich die Männer-Bundesliga am 18. Dezember 2000 vom DFB losgesagt hat, macht sich nun auch die höchste Frauen-Spielklasse selbstständig und vermarktet sich selbst.

Nach einer Übergangssaison übernimmt im Sommer 2027 der neue Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL die Liga-Organisation. Präsidentin Katharina Kiel spricht im Interview über Pläne.

21.08.2026 | 22:26 min

Der Grundlagen- und Pachtvertrag für die Zeit vom 1. Juli 2027 bis 2034 ist ausgehandelt. Die Zustimmung der DFB-Delegierten in einer virtuellen Versammlung gilt als Formsache.

Was ist im Vorlauf passiert?

Nach Aussage der Liga-Präsidentin Katharina Kiel begannen die Vereine vor zweieinhalb Jahren, über den Weg in die Eigenständigkeit nachzudenken. Zunächst war eine Agentur aus England (Portas) involviert, danach wollten DFB und die FBL ein Joint Venture gründen.

Die 14 Klubs der Frauen-Bundesliga beschlossen im vergangenen Dezember, die Zusammenarbeit mit dem DFB zu beenden.

11.12.2025 | 1:29 min

Doch am Tag nach der Vergabe der Frauen-EM 2029 nach Deutschland ließen die Vereine die Zusammenarbeit wieder platzen, die DFB-Präsident Bernd Neuendorf zuvor auf dem Bundestag angekündigt und sogar 100 Millionen Euro für die nächsten acht Jahre versprochen hatte.

Der DFB-Chef und sein Generalsekretär Holger Blask als Verhandlungsführer saßen im Flieger zur WM-Auslosung nach Washington, als Vereinsbosse wie Axel Hellmann (Frankfurt) und Jan-Christian Dreesen (FC Bayern) erklärten, dass Zusagen über Entscheidungsbefugnisse nicht eingehalten wurden.

Wie verhält sich der DFB?

Die Wogen haben sich geglättet. Für Präsident Neuendorf ist die "(Unter-)Verpachtung der Frauen-Bundesliga" - so heißt es unter Tagesordnungspunkt 3 - ein Rückschlag, andererseits kann dem Verband vor dem Hintergrund der Heim-EM 2029 niemand mehr den Vorwurf machen, er stehe der Entwicklung der Liga im Wege.

Bayern München hat am 4. Bundesliga-Spieltag einen Dämpfer verhindert. Bei Bayer Leverkusen kamen die Münchnerinnen nach zweimaligem Rückstand dank ihrer treffsicheren Joker zurück.

14.09.2026 | 6:46 min

"Beide Seiten haben in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, eine tragfähige Grundlage für die neue Struktur zu schaffen", sagt Neuendorf. "Wir sind überzeugt, dass die Liga auf dieser Basis ihre positive Entwicklung fortsetzen und ihre sportliche wie wirtschaftliche Attraktivität weiter steigern kann." Was angesichts der internationalen Konkurrenz und der Abwanderungswelle von Topspielerinnen dringend nötig ist.

Was glauben die Vereine?

Die Klubs haben mit 14:0 Stimmen für die Ausgliederung gestimmt. HSV-Vorstand Eric Huwer würde gerne "ein paar Sachen besser machen, die wir bei den Männern nicht mehr zurückdrehen können". Ihm gefällt etwa die gleiche Verteilung der Fernsehgelder bei den Frauen.

Werder-Vorstandschef Klaus Filbry, 2. Vizepräsident der FBL, ist überzeugt, dass die Vereine "schneller und agiler" sind, um ihre Pläne voranzutreiben. Seine Ansage: "700 bis 800 Millionen Euro wollen die Vereine investieren, um den Wettbewerbsnachteil gegenüber den anderen Ligen aufzuholen."

Das Problem: Die Kosten in der Frauen-Bundesliga steigen schneller als die Einnahmen. Erträgen von 43 Millionen Euro stand zuletzt ein Aufwand von 70 Millionen Euro gegenüber. Die Verluste decken die Lizenzvereine aus Überzeugung, wie Dirk Zingler, Präsident vom 1. FC Union Berlin, erklärt: "Wir investieren darin, Frauen- und Männerfußball strukturell gleichzustellen."

Was sind die nächsten Schritte?

Kiel ist als Direktorin Frauenfußball von Eintracht Frankfurt bereits in die ehemalige DFB-Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise umgezogen. Dort soll auch die operative Liga-Organisation ihren Sitz haben. Die FBL wird bei der nächsten Ligaversammlung eine Tochtergesellschaft gründen. Die Suche nach einer Geschäftsführung läuft.

Katja Kraus von der Initiative "Fußball kann mehr" fordert, dass die neuen Positionen mit Frauen besetzt werden. Grundsätzlich begrüßt sie die Ausgliederung als "einen wichtigen Schritt zur Selbstständigkeit und eine Öffnung des Möglichkeitenraums".

Zunächst soll die FBL GmbH als kleine, schlagkräftige Einheit fungieren, als erster Schritt werden die Fernsehrechte für die nächsten zwei Jahre vergeben. Die Anfänge der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sind durchaus Vorbild für die ins DFB-Präsidium aufrückende Liga-Präsidentin Kiel, die an den langjährigen DFL-Chef Christian Seifert erinnert hat: "Als er sein Büro hier übernommen hat, war er 35. Ich bin jetzt 34." Ihr Versprechen: "Wir werden uns vom Männerfußball freischwimmen."

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Quelle: Reuters

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