Region Basel – Die Bekämpfung der Tigermücke ist in diesem Jahr nicht gelungen

- Die Ausbreitung der asiatischen Tigermücke ist in der Region Basel nicht aufzuhalten.
- Im heissen und trockenen Sommer konnte sie sich besonders gut vermehren – noch immer legen einzelne Mücken Eier, die den Winter überleben werden.
- Bei der Bekämpfung der Mücke können alle mithelfen, es geht vor allem darum, stehendes Wasser zu vermeiden.
Pie Müller, Forschungsleiter am Schweizerischen Tropeninstitut (Swiss TPH), ist konsterniert: «In diesem Jahr waren wir nicht gut in der Bekämpfung der asiatischen Tigermücke.» Erste Daten seiner Forschungsgruppe zeigten, dass in diesem Jahr deutlich mehr Tigermücken unterwegs waren als im Jahr zuvor.
Im Kampf gegen die Tigermücke brauche es die Mithilfe von allen, sagt Müller: «Man muss stehendes Wasser unbedingt vermeiden. Da können wir noch deutlich besser werden.» Ausserdem müsse man schon früh damit anfangen – bereits im Frühling, bevor die Mücke aktiv wird. «Prävention ist das A und O», sagt Pie Müller.
Prävention ist das A und O.
Das Swiss TPH bekämpft und überwacht die asiatische Tigermücke bisher mit Fallen. Ausserdem versucht der Kanton, die Bildung von Brutstätten möglichst zu verhindern. Das reicht aber nicht aus, sagt Müller: «Im nächsten Jahr wollen wir stärker gegen die ausgewachsenen Mücken vorgehen.»
Man könne etwa sterile Männchen aussetzen, damit die Weibchen keinen Nachwuchs haben können. Diese Methode wird im Tessin bereits angewandt und soll nun auch in der Region Basel im nächsten Jahr ausprobiert werden.
Gleichzeitig sind die Möglichkeiten der Forscherinnen und Forscher und auch der Behörden begrenzt. «Wir gehen davon aus, dass die meisten Brutstätten auf privatem Boden sind», sagt Noemi Danhieux vom Kantonalen Labor Basel-Stadt.
Der Kanton weist mit Flyern und Plakaten auf das Problem hin, besonders bei Freizeitgärten. Ausserdem gibt das Kantonale Labor gratis Larvizide ab, mit denen etwa Dohlen behandelt werden können, damit dort keine Larven schlüpfen können.
Die asiatische Tigermücke ist – im Gegensatz zur heimischen Stechmücke – tagaktiv. Sie sticht also schon zu, bevor die Dämmerung einsetzt, und nervt deshalb umso mehr. Ausserdem kann sie tropische Krankheiten übertragen. In der Schweiz ist das bisher nicht passiert, doch vor zwei Jahren konnten Forschende in Basel das Denguevirus in einer Tigermücke nachweisen.
«Wir gehen davon aus, dass Viren wie Dengue oder Chikungunya zirkulieren – im nahen Ausland gab es mehrere Fälle», sagt Forscher Pie Müller. Gleichzeitig müsse man keine Angst haben. Das bestätigt Noemi Danhieux vom Kantonalen Labor Basel-Stadt: «Das Risiko einer Ansteckung in der Region ist gering.»
Herbst sorgt für eine Mückenpause
Mit den sinkenden Temperaturen ist die Saison der Tigermücke aber langsam vorbei. In den nächsten Tagen würden wohl immer weniger Mücken herumfliegen, sagt Müller. Doch er gehe davon aus, dass die Mücken dieses Jahr sehr viele Eier gelegt haben. Der Winter sorgt also höchstens für eine Verschnaufpause.
Regionaljournal Basel Baselland, 13.10.2026, 17.30 Uhr ; glam;gotl;liea
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