Neuer Dacia Spring ab 16'790 Franken: Wo der billigste Euro-Stromer spart
Der neue Dacia Spring wird erstmals in Europa gebaut, wächst deutlich und startet weiterhin bei günstigen 16'790 Franken. Eine erste Sitzprobe zeigt, wo die Marke spart – und wieso der grösste Konkurrent vielleicht im eigenen Konzern lauert.
Publiziert: vor 31 Minuten
Aktualisiert: vor 10 Minuten
Darum gehts
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- Neuer Dacia Spring beruht auf Renault-Twingo-Technik und wird neu in Europa gebaut
- Der Preis startet ab 16'790 Franken, liegt knapp unterhalb jenem des Renault Twingo Evolution
- Der Ministromer ist 3,85 m lang, hat 82 PS und schafft 250 km Reichweite
Ramon EggerFreier Mitarbeiter für Auto & Mobilität
Der bisherige Spring war ein Sonderling im Modellprogramm von Dacia: Entstanden aus einer Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng und gebaut in Wuhan. Trotzdem wurde er zum Erfolg und verkaufte sich seit 2021 mehr als 210'000-mal. Für viele Kunden bot er einen einfachen Einstieg in die Elektromobilität.
Nun holt Dacia den Spring nach Europa. Die zweite Generation läuft in Slowenien vom Band und nutzt dieselbe Technik wie der neu aufgelegte Renault Twingo. Die gleiche 27,5-kWh-Batterie mit 250 Kilometern WLTP-Reichweite, 82 PS, 0 bis 100 km/h in 12,1 Sekunden und eine Spitze von 130 km/h.
DC-Laden als Option
Standardmässig geladen wird der Spring an einer Wallbox mit 6,6 kW. Wer schneller laden möchte, zahlt Aufpreis. Dann lädt er am DC-Schnelllader mit maximal 50 kW in 28 Minuten von 15 auf 80 Prozent. Für den durchschnittlichen Spring-Fahrer müsste das ausreichen. Dacia hat herausgefunden, dass die Kunden durchschnittlich 34 Kilometer am Tag bei durchschnittlich 34 km/h zurücklegen. Drei Viertel laden ihr Auto zu Hause.
Obwohl Dacia sich nicht mehr alleine über den Preis definieren will, standen dennoch die Kosten bei der Entwicklung im Zentrum. «Bei Dacia arbeiten wir klar nach dem Cost-to-Design-Prinzip», erklärt die deutsche Dacia-CEO Katrin Adt (54) im Gespräch mit Blick. Heisst: Am Anfang steht der Preis. Design, Material und Ausstattung müssen sich diesem unterordnen.
Eine erste Sitzprobe zeigt sofort, wo Dacia den Rotstift ansetzte: Im Innenraum dominiert harter Kunststoff, die Mittelkonsole wirkt wenig solide. Auch eine mittlere Armlehne auf den Vordersitzen gibt es nicht. Das Cockpit sieht zwar moderner aus als bisher. In der Grundausstattung muss jedoch weiterhin das eigene Handy als zentraler Bildschirm dienen.
Die Preisfrage
Der Dacia Spring bleibt trotz mehr Länge (3,85 m) ein Viersitzer. Sein Kofferraum fasst ordentliche 337 bis 1282 Liter. Unter der Fronthaube gibts auf Wunsch ein 18-Liter-Fach fürs Ladekabel. Auf der Rückbank geht es eng zu – Kniefreiheit: Fehlanzeige. Die praktischen, längs verschiebbaren Rücksitze des Renault Twingo gibts für den Dacia Spring nicht. Aber gerade sie machen den sechs Zentimeter kürzeren Renault im Alltag variabler.
Damit stellt sich die Preisfrage. Der Dacia Spring Expression startet ab 16'790 Franken – also 2110 Franken unter dem Renault Twingo Evolution. Ganz so eindeutig ist der Vergleich allerdings nicht. Der günstigste Spring besitzt keinen zentralen Touchscreen. Nimmt man die besser ausgestattete Journey-Variante mit 10,1-Zoll-Bildschirm, Navi und Rückfahrkamera, fehlen nur noch 110 Franken zum Twingo.
Wieso also nicht gleich zum kultigen Twingo greifen, den es für wenig mehr Geld gibt? Der sich aber deutlich weniger nach Verzicht anfühlt. Für Katrin Adt stellt sich die Frage nicht: «Wir sind eine Familie.» Für den Konzern sei weniger entscheidend, ob der Kunde einen Dacia oder einen Renault kaufe – solange er der Gruppe treu bleibe.
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