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Thursday, October 15, 2026

Furcht vor einer Insolvenzwelle: Tech-Ausverkauf erfasst Europas Börsen

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Furcht vor einer InsolvenzwelleTech-Ausverkauf erfasst Europas Börsen

15.10.2026, 14:20 Uhr

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Auch an der Börse in Frankfurt macht sich Unsicherheit breit. (Foto: dpa)

Steigende Zinsen, hohe Bewertungen und Zweifel an der Rentabilität des KI-Booms treiben Anleger aus Technologiewerten. An der Frankfurter Börse geraten vor allem Infineon, Aixtron und Suss Microtec unter Druck.

Die europäischen Aktienmärkte sind dem Ausverkauf im Technologiesektor in den USA und in Asien gefolgt. Der geringere Anteil an Chipaktien sowie eine Entspannung am Öl- und Anleihemarkt begrenzten jedoch die Kursverluste. Der Dax notierte gegen Mittag rund ein halbes Prozent tiefer bei 25.173 Punkten. Der EuroStoxx50 büßte rund ein Prozent auf 6133 Zähler ein. Der europäische Technologie-Branchenindex verlor drei Prozent. In Frankfurt brachen die Aktien von Infineon, Aixtron und Suss Microtec um acht bis neun Prozent ein.

"Die Nervosität der Anleger entlädt sich zunehmend, nachdem die höher als erwartet ausgefallenen US-Verbraucherpreise das ohnehin angespannte Marktumfeld weiter verschärft haben", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Die technologielastigen Leitindizes in Japan und Südkorea hatten am Morgen rund fünf und 7,5 Prozent im Minus geschlossen, beim Nasdaq in den USA hatte das Minus am Mittwoch bei knapp zwei Prozent gelegen. "Das sind keine klassischen Gewinnmitnahmen. Das ist eine echte Sorge vor einer massiven Korrektur. Bei klassischen Gewinnmitnahmen wäre das Verkaufstempo deutlich geringer", kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Die hohen Bewertungen der Technologieaktien würden zunehmend kritisch gesehen. Die gestiegenen Zinsen, die die Finanzierungskosten erhöhen, trügen zu den Sorgen bei.

Die Furcht vor einer Insolvenzwelle unter Betreibern von Rechenzentren trieb die Kosten für eine Absicherung gegen solche Ereignisse in die Höhe. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden. Die Credit Default Swaps (CDS) auf Anleihen des Cloud-Anbieters Oracle verteuerten sich Daten von S&P Global Market Intelligence zufolge am Donnerstag um 26 Basispunkte und markierten mit 288 Basispunkten ein Rekordhoch. Dies bedeutet, dass Anleger für ein zehn Millionen Dollar schweres Paket an Oracle-Bonds jährlich 288.000 Dollar an Prämie zahlen müssen, um sich gegen einen Zahlungsausfall des mit mehr als 120 Milliarden Dollar verschuldeten US-Konzerns abzusichern.

Selbst die überraschend starken Ergebnisse des taiwanischen Halbleiterkonzerns TSMC hätten die Anleger im Technologiesektor nicht beruhigt, sagte CMC-Markets-Experte Lipkow. "Wenn selbst gute Nachrichten nicht mehr gekauft werden, sondern zum Ausstieg genutzt werden, ist das ein deutliches Warnsignal für die Börsen." Für etwas Entspannung am breiteren Aktienmarkt sorgte jedoch eine Stabilisierung am Öl- und Anleihemarkt. Die Flucht der Anleger aus den risikoreicheren Aktien in Staatsanleihen senkte die zuletzt rasant angestiegenen Renditen. Auch der Preis für Nordsee-Rohöl Brent beendete seinen Anstieg und gab rund 1,5 Prozent auf 104,54 Dollar je Fass (159 Liter) nach. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt einem US-Regierungsvertreter zufolge, Sanktionen gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte zu lockern, die Öl und Ölprodukte unter anderem aus Russland, dem Iran und Venezuela transportiert haben.

Bei den Einzelwerten außerhalb des Technologiesektors rutschten die Aktien von Drägerwerk nach negativ aufgenommenen Geschäftszahlen um rund 15 Prozent ab. Damit waren sie die größten Verlierer im SDax. Der Medizintechnikkonzern hat im dritten Quartal weniger verdient als vor Jahresfrist.

Auf der Gewinnerseite standen die Papiere von Ericsson, die an der Börse in Stockholm um 8,3 Prozent zulegten. Der Telekomausrüster hatte für das dritte Quartal einen geringeren Gewinnrückgang als erwartet gemeldet und bei den Umsätzen die Erwartungen übertroffen. Dies verhalf dem gesamten Telekomsektor zu einem Plus von fast zwei Prozent.

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