CDU scheitert erstmals an Fünf-Prozent-Hürde






In Mecklenburg-Vorpommern ist die CDU an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert - zum ersten Mal in der Geschichte der Partei. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete das Ergebnis schon als "Desaster", bevor das Verpassen der Fünf-Prozent-Hürde bekannt wurde.
Im Norden sei die CDU zerrieben worden im Zweikampf zwischen SPD und AfD, bilanziert Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der Rückenwind der Bundespolitik habe gefehlt.
20.09.2026 | 4:38 minIn Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen hatte die CDU bereits 19,9 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Wahl verloren und kam laut vorläufigem Ergebnis auf 17,2 Prozent. Nun liegt sie in Berlin hinter der Linken. Merz ging am Sonntag in die Offensive und kündigte schon kurz nach Schließung der Wahllokale an, die Reformpolitik der Bundesregierung fortzusetzen und Parteichef und Kanzler zu bleiben.
CDU-Spitzenkandidat Peters betont schwierige Rahmenbedingungen
Daniel Peters, der CDU-Spitzenkandidat und Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, sagte, der Wahlkampf sei unter schwierigen Rahmenbedingungen abgelaufen. Auf Diejenigen, die trotzdem aufgestanden seien und gesagt hätten, "ja, wir kämpfen für diese CDU, wir kämpfen auch für die Demokratie", auf die sei er stolz.
Dieser Einsatz sei auch das gewesen, "was mir in den letzten Wochen, als die Einschläge immer dichter kamen", Kraft gegeben habe. "Deswegen gilt euch dieser besondere Dank in dieser sehr, sehr schweren Stunde", sagte Peters.
Die CDU bangt in Mecklenburg-Vorpommern um den Einzug in den Landtag. Spitzenkandidat Daniel Peters sieht im Wahlkampf "schwierigste Rahmenbedingungen" und dankt den Wahlkämpfern.
20.09.2026 | 1:02 minCDU-Generalsekretärin: "Erschütterndes Ergebnis"
Die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sprach nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern von einem erschütternden Ergebnis.
Wir sind zerrieben worden in dem polarisierten Wahlkampf von Manuela Schwesig mit der AfD.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann
Für die CDU und Friedrich Merz sei es nun wichtig, ein Zeichen der Stabilität zu setzen - und auch der Führung. Merz müsse zeigen, dass er und die Bundesregierung Deutschland "wieder fit für die Zukunft machen wollen". Die angestoßenen Reformen seien genau dafür gedacht. Die CDU wisse, dass "das mit Beschwer einhergeht".
Hoppermann betont: "Aber es ist unsere Aufgabe, wieder für Optimismus und Lust auf Zukunft zu sorgen" sowie "die Ängste, die es gibt", aufgrund der vielen Krisen in der Welt, zu sehen und die Politik darauf auszurichten.
Merz' Statement um kurz nach 18 Uhr zeige, unter welchem "Autoritätsverfall" der Kanzler leide, sagt Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte.
20.09.2026 | 1:17 minCDU-Politiker Amthor spricht von einer "tektonischen Verschiebung"
"Das ist eine historische Niederlage für die CDU, eine historische Niederlage für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Philipp Amthor, Staatsminister im Kanzleramt und stellvertretender Landesvorsitzender der CDU in Mecklenburg-Vorpommern. Es sei "eine wirklich schmerzliche Niederlage in dem Bundesland, in dem wir 1990 den ersten Ministerpräsidenten gestellt haben", so Amthor. Er spricht von einer "tektonischen Verschiebung".
Es sei ein sehr schwieriger Wahlabend für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern, seine Partei habe eine "historische Niederlage" einstecken müssen, sagt Philipp Amthor, Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt.
20.09.2026 | 2:36 minAmthor sieht "zwei Faktoren" als maßgeblich für die Niederlage seiner Partei an. Landespolitisch habe Manuela Schwesig einen "sehr professionellen, für sie erfolgreichen Wahlkampf geführt". Dieser sei ein "Wahlkampf in einer Polarisierung zwischen der demokratischen Mitte und der AfD" gewesen. Das habe letztlich nicht zu Zustimmungsverlusten der AfD geführt, sagt Amthor. Die politische Mitte sei aber "aufgerieben" worden - "zugunsten der SPD, zulasten der CDU".
Zur Debatte um die Brandmauer sagte Amthor, es gebe eine "sehr klare Haltung der gesamten Landespartei, was die Abgrenzung zur AfD angeht". Einzelne Stimmen hätten versucht, diesen Kurs zu relativieren, sagt Amthor. "Ich glaube, das hat eher dazu beigetragen, dass es noch mehr Verunsicherung bei unseren Wählerinnen und Wählern hier in Mecklenburg-Vorpommern gab. Wir sind klar verortet in der demokratischen Mitte dieses Landes."
Parteienforscher Karl-Rudolf Korte erklärt: "Die Mitte insgesamt verliert", spricht von "Volksparteiruinen" und bezeichnet die Linke in Berlin als radikaler als in anderen Bundesländern.
20.09.2026 | 1:26 minAfD wird stärkste Fraktion im Landtag
Die AfD hat mit 38,2 Prozent der Stimmen die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Das teilte die Landeswahlleitung mit. Auf Platz zwei folgt die SPD mit 35,5 Prozent, zudem ziehen die Linke (6,5 Prozent) und die Grünen (5,7 Prozent) in den Landtag ein. Die CDU (4,9 Prozent) sowie das BSW (4,8 Prozent) scheitern knapp.
Erstmals wird die AfD damit stärkste Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Gegenüber der Wahl von vor fünf Jahren hat die AfD ihr Ergebnis mehr als verdoppelt (damals 16,7 Prozent).
ZDFheute Update am Morgen:Die Nachrichten kompakt zum Frühstück
Wer macht das Rennen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern? News, Hintergründe und Analysen zu allen wichtigen Themen. Unser ZDFheute Update bringt Sie auf Stand!
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.