Nach Gespräch mit Selenskyj: US-Unterhändler reist zu Putin
In die diplomatischen Bemühungen um Frieden in der Ukraine kommt offenbar Bewegung: Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Oslo reist US-Unterhändler Steve Witkoff weiter nach Russland.
Steve Witkoff wird morgen nach Sankt Petersburg fliegen, um dort Gespräche mit der russischen Führung zu führen.
Jonas Gahr Støre, Norwegens Regierungschef
Die Ukraine habe bei dem Treffen in Oslo neue Ideen und Vorschläge unterbreitet, hieß es aus US-Regierungskreisen. Ziel der Gespräche mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin sei es, auf den mit der Ukraine und Europa erzielten Fortschritten aufzubauen und die Ideen mit Russland zu erörtern. Witkoff solle bei seinem Treffen einen Weg für direkte Dreiergespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington ebnen.
Selenskyj traf den US-Sondergesandten Steve Witkoff, um über Auswege aus dem Ukraine-Krieg zu beraten. Trump brauche gute Nachrichten, so USA-Korrespondentin Claudia Bates.
20.10.2026 | 1:51 minOslo als neuer Schauplatz alter Friedensbemühungen
Die norwegische Hauptstadt ist ein neuer Schauplatz in den bislang erfolglosen Friedensbemühungen für das von Russland seit viereinhalb Jahren mit einem verheerenden Angriffskrieg überzogene Land. Auch das Format ist neu.
An dem Treffen nahmen Selenskyj, Witkoff, Støre und Stubb vor Ort teil. Außerdem waren neben US-Unterhändler Jared Kushner nach Angaben norwegischer Medien auch Vertreter mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland, sowie der EU und der Nato per Video zugeschaltet. Europa müsse mit den Konsequenzen des Kriegs in der Ukraine leben, sagte Støre. Deshalb sei es angebracht, dass die europäischen Staaten eine zentralere Rolle in den Verhandlungen spielten als bisher.
Selenskyj warnt vor einer Parteinahme der Vereinigten Staaten für Russland. "Sollte sich Washington auf Moskaus Seite stellen, könne die Ukraine nicht überdauern", sagte er dem US-Sender NBC.
19.10.2026 | 0:24 minSelenskyj: Sind bereit für Verhandlungen
Bei den Gesprächen hätten die Parteien etwa Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europäische Sicherheit nach dem Krieg diskutiert, sagte der norwegische Ministerpräsident. "Wir sind bereit für Verhandlungen", betonte Selenskyj nach dem Treffen.
Wir verlieren den Krieg nicht, aber wir verlieren Menschenleben. Und weil Russland angreift, verlieren wir Menschenleben und Zeit.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Russische Luftangriffe auf die Ukraine gingen unterdessen mit großer Härte weiter, dabei kamen am Dienstag mindestens neun Zivilisten ums Leben.
Zuletzt war die Stimmung zwischen den USA und der Ukraine angespannt. Nun organisieren Norwegen und Finnland ein Treffen der beiden Länder in Oslo. Claudia Bates berichtet aus Washington.
20.10.2026 | 1:24 minBeziehungen zwischen USA und Ukraine verschlechtert
Die Beziehungen zwischen Kiew und Washington hatten sich in den vergangenen Wochen stark verschlechtert. So hatte US-Präsident Donald Trump ein Abkommen mit Moskau über die Lieferung von Diesel-Kraftstoff geschlossen und geplante Sanktionen gegen Russland ausgesetzt. Zudem forderte Trump die Ablösung Selenskyjs und beklagte, dieser sei bei den Friedensbemühungen "keine echte Hilfe".
Die amerikanische Diplomatie setzt in diesen Tagen stark auf eine Verständigung mit Moskau, während der Druck auf die Ukraine wächst. Witkoff und Kushner waren in den Bemühungen der USA um ein Ende des Ukraine-Kriegs schon mehrfach nach Russland gereist. Anfang September waren die beiden Unterhändler dafür auch erstmals in Kiew.
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Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der UkraineSeit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 19.10.2026 um 13:52 Uhr.
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