Altkanzler Schröder wird Aufsichtsrat bei russischer Globus-Gruppe
Ehemaliger Bundeskanzler Schröder wird Aufsichtsrat bei Globus in Russland
Stand: 02.10.2026 • 16:39 Uhr
Altkanzler Schröder wird Aufsichtsrat beim russischen Ableger der Supermarktkette Globus. Erst vor wenigen Tagen hatte Kremlchef Putin ausländische Firmen, darunter auch Metro, in Russland unter Zwangsverwaltung gestellt.
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist in Russland zum Mitglied des Aufsichtsrats des dortigen Ablegers der Globus-Gruppe geworden. Das bestätigte die russische Hyperglobus GmbH. Schröder sei bereits am 30. September in den Aufsichtsrat aufgenommen worden. Der Altkanzler werde an der allgemeinen Unternehmensführung teilnehmen und die strategische Entwicklung der Firma in Russland leiten, hieß es.
Eine Bestätigung des 82-Jährigen, der mit Kremlchef Wladimir Putin befreundet ist, liegt bislang nicht vor. Zur Frage, ob die Personalie mit den kürzlich vom russischen Präsidenten angeordneten Zwangsverwaltungen ausländischer Firmen wie Metro, Auchan oder Nestlé im Zusammenhang steht, äußerte sich das Unternehmen nicht.
Enge Verbindung zu Putin
Vor vier Tagen hatte Moskau die russischen Vermögenswerte des deutschen Konzerns Metro unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Auch beim französischen Einzelhändler Auchan hatte Russland die Vermögenswerte übernommen. Hyperglobus zufolge wurde der russische Globus-Ableger seit Januar 2025 von der deutschen Holding abgetrennt und agiert "juristisch und organisatorisch" eigenständig in Russland.
Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Zum Ende seiner Amtszeit vereinbarte der SPD-Politiker mit Putin den Bau der Ostseepipeline Nord Stream. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm er Funktionen bei Nord Stream und dem russischen Energiekonzern Rosneft.
Wegen seiner engen Verbindung zu Putin und seines Engagements für russische Energieunternehmen steht Schröder seit Jahren in der Kritik.
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