Gedenken zum 11. September in den USA: Ein ganzes Land trauert
Stand: 11.09.2026 • 17:13 Uhr
Am 25. Jahrestag erinnern zahlreiche Zeremonien in den USA an die Tausenden Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Mehrere Ex-Präsidenten nahmen an der Gedenkveranstaltung am Ground Zero in New York teil.
Mit Schweigeminuten, Glockenschlägen und Lichtinstallationen haben die USA 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Opfer gedacht. Im Zentrum der Gedenkveranstaltungen standen die Angriffsorte von damals: das ehemalige World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington sowie ein Feld im US-Bundesstaat Pennsylvania, auf das ein Flugzeug abgestürzt war.
Am Ground Zero in New York, dem Ort der zerstörten Zwillingstürme des World Trade Centers, lasen Angehörige die Namen der Getöteten vor. Sechs Schweigeminuten markierten unter anderem die Einschläge der beiden Flugzeuge und den Einsturz der Türme. Erstmals war anschließend eine siebte Schweigeminute für Menschen vorgesehen, die später an Krankheiten oder Verletzungen infolge der Anschläge starben.
Auch die früheren US-Präsidenten Barack Obama, Joe Biden, Bill Clinton und George W. Bush nahmen an der Gedenkveranstaltung in New York teil. US-Präsident Donald Trump gedachte der Opfer unterdessen bei einer Gedenkveranstaltung am Pentagon.
Jill Biden, der ehemalige Präsident Joe Biden, die ehemalige First Lady Laura Bush, der ehemalige Präsident George W. Bush, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, Vizepräsident JD Vance und der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani nehmen in New York an der Gedenkfeier teil.
Ziel des vierten Flugzeugs bis heute unklar
Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 starben fast 3.000 Menschen, als Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entführten und zwei davon in die Türme des World Trade Centers steuerten. Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon bei Washington.
Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Passagiere Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten. Welches Ziel die Entführer mit dieser Maschine hatten, ist bis heute unklar. An der Absturzstelle widmeten Künstler den Insassen zum Jahrestag Kreideporträts.
"Patriot Day" mit Flaggen auf halbmast
Die New Yorker Feuerwehr (FDNY) wollte an zahlreichen Wachen der Stadt der mehr als 300 getöteten Feuerwehrleute gedenken. Mehr als 400 weitere Mitglieder der Feuerwehr sind nach Angaben des FDNY seither an Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Einsturz des World Trade Centers gestorben.
Im New Yorker Bryant Park wurden 2.753 leere Stühle aufgestellt - einer für jedes der New Yorker Opfer. Auf den Stühlen können Blumen niedergelegt oder Nachrichten hinterlassen werden. Trump hatte den 11. September wie in den Vorjahren zum "Patriot Day" erklärt und angeordnet, die Flaggen an Bundesgebäuden zum Gedenken an die Opfer auf halbmast zu setzen.
Menschen legen Blumen auf leeren Stühlen im Bryant Park nieder.
Mehr Tote durch Spätfolgen als durch Attentate
25 Jahre nach den Anschlägen wächst die Zahl der Menschen weiter, die an den gesundheitlichen Folgen der Anschläge leiden. Nach Angaben der US-Regierung hat die Zahl der Menschen, die infolge von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem 11. September gestorben sind, die Zahl der unmittelbar bei den Anschlägen Getöteten inzwischen weit übertroffen.
Durch den Einsturz der rund 400 Meter hohen Türme und die anhaltenden Brände entstand in Lower Manhattan ein hochgiftiges Gemisch unter anderem aus pulverisiertem Beton, Glas, Gipskarton, verbrannten Kunststoffen und weiteren Schadstoffen. Zehntausende Einsatzkräfte, Helfer, Anwohner und Beschäftigte waren dem Staub und Rauch ausgesetzt.
Das staatliche World Trade Center Health Program betreut inzwischen mehr als 150.000 Menschen mit möglichen Folgen dieser Belastung.
Streit um Mamdanis Teilnahme an Gedenken
Begleitet wurde das Gedenken in New York von einem politischen Streit um Bürgermeister Zohran Mamdani, der an der Gedenkveranstaltung am Ground Zero teilnahm. Mehr als 112.000 Menschen unterschrieben bis Freitag eine Petition, in der die Organisatoren aufgerufen wurden, Mamdani auszuladen.
Die Initiatoren werfen ihm unter anderem vor, sich nicht deutlich genug von als extremistisch empfundenen Äußerungen distanziert zu haben. Andere kritisierten das als Kampagne und antimuslimischen Rassismus gegen Mamdani, der der erste muslimische Bürgermeister der Stadt ist.
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