Nach Krach um Zürcher Insel – Wie Christoph Blocher die Musikinsel Rheinau ausbauen will

Was ist das Besondere an der Insel Rheinau? Die Klosterinsel Rheinau liegt unterhalb von Schaffhausen und war während Jahrhunderten ein wichtiges Benediktinerkloster. Nach der Aufhebung des Klosters im 19. Jahrhundert nutzte der Kanton Zürich die Anlage als psychiatrische Klinik. Als diese auszog, stellte sich die Frage, wie die riesige denkmalgeschützte Anlage künftig genutzt wird. Seit 2014 wird ein Teil der Anlage als Musikzentrum genutzt. Die denkmalpflegerischen Sanierungen der ehemaligen Klosteranlage finanziert der Kanton Zürich.
Was ist die Musikinsel Rheinau? Die Musikinsel Rheinau ist ein Proben- und Kurszentrum für Musikerinnen und Musiker. Treibende Kraft war Christoph Blocher. Die Stiftung soll das musikalische Schaffen von Jugendlichen und Erwachsenen fördern. Die Musikinsel beinhaltet einen Musiksaal, ein Probezentrum mit Verpflegungsmöglichkeiten, 16 Proberäume, 5 Flügel und 16 Klaviere. Zudem hat es 63 Zimmer mit 133 Betten. Seit seiner Eröffnung vor zwölf Jahren wurden rund 85’000 Übernachtungen verzeichnet. Vor allem am Wochenende, wie die Stiftung mitteilte.
So sieht es auf der Musikinsel Rheinau aus
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 6. Blick vom Rhein auf die Insel Rheinau, idyllisch gelegen etwa fünf Kilometer unterhalb des Rheinfalls. Bildquelle: Imago.
-
Bild 2 von 6. Blick auf die Klosterkirche auf der Insel Rheinau. Bildquelle: SRF/Mayra Schmidt.
-
Bild 3 von 6. In einem Proberaum wird geübt und musiziert. Die Musikinsel werde sehr gut gebucht, gerade an den Wochenenden, sagt Stiftungspräsident Christoph Blocher. Bildquelle: SRF/Mayra Schmidt.
-
Bild 4 von 6. Blick in ein Hotelzimmer mit den begehrten Betten. Bildquelle: SRF/Mayra Schmidt.
-
Bild 5 von 6. Stiftungspräsident Christoph Blocher und Vizepräsidentin Rahel Blocher auf der Insel Rheinau. Bildquelle: SRF/Mayra Schmidt.
-
Bild 6 von 6. Blick auf das denkmalgeschützte Kloster-Ensemble der Insel Rheinau. Bildquelle: IMAGO.
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
Worum geht es beim Konflikt? Seit 2022 stritten die Stiftung Musikinsel Rheinau von alt Bundesrat Christoph Blocher und der Verein Insel Rheinau um die Nutzung des sogenannten Abttrakts. Die Musikinsel beanspruchte zusätzliche Hotelzimmer und Proberäume, um ihren Betrieb finanzieren zu können. Gleichzeitig verfolgt der Verein der «Insel Museum Rheinau» Pläne für ein kulturhistorisches Museum im Abttrakt. Christoph Blocher drohte mit dem Wegzug der Stiftung, falls keine Erweiterung möglich sei.
Wie sieht der Kompromiss mit dem Kanton Zürich aus? Der Kanton Zürich als Eigentümer der Anlage geriet zwischen die Interessen der beiden Parteien. Nach jahrelangen Verhandlungen einigten sich Kanton, Musikinsel und Museumsverein 2025 auf einen Kompromiss. Die Musikinsel erhält im sanierten Trakt zusätzliche Betten und Proberäume, das Museum wird im Dachstock untergebracht. Die Museumseröffnung ist für 2029 vorgesehen.
Wie verteilen sich die Kosten? Als Eigentümer der Insel rechnet der Zürcher Regierungsrat für Instandsetzung und Ausbau mit 25 bis 28 Millionen Franken. Der Kantonsrat muss noch darüber entscheiden. Für die Musikinsel sind 3.8 Millionen Franken vorgesehen. Christoph Blocher brachte in die Stiftung der Musikinsel rund 20 Millionen Franken ein. Zudem investierte die Stiftung in den Innenausbau und bezahlt Miete.
Wie sieht die Zukunft der Musikinsel aus? An einer Medienkonferenz erklärte Christoph Blocher, die Musikinsel Rheinau sei ein grosses Risiko gewesen. Es sei ein Pionierprojekt und sei gelungen. Die Musikinsel werde sehr gut genutzt und sei gut finanziert. Aber man müsse gut rechnen. Wenn es gut herauskomme, könne man die Musikinsel so lange weiterführen, wie es die Benediktiner gebe, nämlich tausend Jahre. Christoph Blocher hätte gerne 50 zusätzliche Betten für die Musikerinnen und Musiker; 36, wie jetzt geplant, seien zu wenig. Nächstes Jahr wird die Stiftung entscheiden, ob die Musikinsel bleibt oder nicht.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 13.10.2026, 12:03 Uhr ; hugk;gotl;brus
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.