ESPNSeven things Solak thinks: Brock Bowers is JSN, Rams need one more trade, moreESPN DeportesGiants cortarán a Odell Beckham Jr., fuentesDaily MaverickBelgium to transfer three F-16s to Ukraine this year, Zelenskiy saysThe Jerusalem PostIsraeli actor Guy Kapolnik identified as pilot killed in California small plane crashRTP DesportoLiga de clubes aprova contas de 2025/26 com resultado acima do orçamentadoInquirerImpeachment court cancels Wednesday trial, says ‘ahead of schedule’The Hollywood ReporterGet Netflix at No Extra Cost for a Year Courtesy of DIRECTV’s Limited-Time PromoAnime News NetworkNow That I Can Control Reality With A Mouse Cursor Anime's English Dub Debuts on October 4The StandardWhy Dangote refinery project risks straining unity in EAC
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, September 29, 2026

Union und der Länderfinanzausgleich: Die Wunderwaffe gegen linke Politik

Translate
Jonas Wahmkow

Eine von der Linken regierte Hauptstadt will die Union nicht mitfinanzieren. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt war CSU-Chef Söder nicht so rigoros.

D ie Union will Berlin den Geldhahn zudrehen. Die Fraktionschefs von CDU und CSU bekräftigten ihre Drohung, sowohl den Länderfinanzausgleich als auch den Hauptstadtfinanzierungsvertrag „überarbeiten“ zu wollen. Sollte in Berlin eine links geführte Regierung zustande kommen, die „Antisemitismus und Judenhass im Programm“ habe, würden die unionsgeführten Bundesländer eine „gemeinsame Initiative starten“.

Es wäre ein Fehler, diese Drohung als eine rechtlich ohnehin nicht umsetzbare Nebelkerze abzutun. Die Union und deren Freunde aus der Immobilienwirtschaft würde nichts mehr freuen, als den Aufschwung der Linken in der Hauptstadt mit restriktiver Haushaltspolitik gleich wieder im Keim zu ersticken. Dabei geht es der CSU um mehr als nur den aus ihrer Sicht ungerechten Länderfinanzausgleich. So bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach dem Wahlsieg der gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt die Idee, dem Bundesland die Gelder zu streichen, als „absurd“.

Söder wird nicht vom vermeintlichen Antisemitismus der Linkspartei auf die Barrikaden getrieben, sondern von der geplanten Vergesellschaftung von Immobilien. Eigentum ist aus Sicht der Konservativen heiliger als bezahlbare Mieten. Da wundert es kaum, wenn allein die Möglichkeit einer Vergesellschaftung massive Abwehrreaktionen auslöst.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

Haushaltsdisziplinierung ist weltweit ein bewährtes Instrument gegen linke Wirtschaftspolitik. „Make the economy scream“ hieß es schon in einem Kommuniqué der CIA in Reaktion auf die Wahl Salvador Allendes in Chile. Auch in Afrika verhinderte der internationale Währungsfonds sozialistische Entwicklungsmodelle, indem die Institution den Zugang zum Kapitalmarkt an neoliberale Privatisierungspolitik koppelte.

In Europa verhinderte die Troika mit ihren harten Sparvorgaben, dass die linke Syriza in Griechenland progressive Politik vorantreiben konnte. Es wenig überraschend, wenn der Bundesregierung nichts einfallen sollte, um den Haushalt einer links-regierten Hauptstadt zu torpedieren.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Schreibt Geschichten aus dem Spätkapitalismus. Redakteur für Arbeit, Wirtschaft und Care im Berlin Ressort.

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.