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Friday, September 18, 2026

Kohlendioxid unter dem Meer: CO2-Lager in dänischer Nordsee geht in Regelbetrieb

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Kohlendioxid unter dem MeerCO2-Lager in dänischer Nordsee geht in Regelbetrieb

18.09.2026, 17:07 Uhr

Die steigende Menge CO2 in der Atmosphäre ist eine der größten Herausforderungen zur Eindämmung des menschengemachten Klimawandels. Um diese zu reduzieren, ist in Dänemark ein besonderes Projekt in den Regelbetrieb gegangen: die Speicherung des Treibhausgases im Meer.

Dänemarks König Frederik X. hat in der Hafenstadt Esbjerg offiziell eine Lagerstätte für Kohlendioxid im Meeresgrund eröffnet. Künftig sollen bis zu 400.000 Tonnen verflüssigtes Kohlendioxid zu einem Lager in rund 1800 Metern Tiefe transportiert und im Meeresgrund gespeichert werden. Die CO2-Einlagerung in der dänischen Nordsee wird bereits seit 2023 auf dem ausgeförderten Ölfeld Nini West getestet. In der Pilotphase des Projekts "Greensand" landeten dort jährlich rund 15.000 Tonnen verflüssigtes Kohlendioxid.

Die Technologie heißt Carbon Capture and Storage (CO2-Abscheidung und -Einlagerung), kurz CCS, und funktioniert so: CO2 wird etwa bei Industrie-Prozessen eingefangen, zu einer unterirdischen Lagerstätte gebracht und dort dauerhaft gespeichert. Experten schätzen die Methode als sicher ein, Umweltschützer haben Bedenken - auch, weil sie fürchten, dass die Technologie dazu anregt, schädliche Treibhausgase eher verschwinden zu lassen als Emissionen ehrgeizig an der Quelle zu reduzieren.

Nach Angaben der Verantwortlichen ist "Greensand" die erste Speicherstätte in der EU, in der im industriellen Maßstab CO2 gelagert wird. Der EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen, Dan Jørgensen, nannte die Eröffnung "einen wichtigen Meilenstein für Europa". Das Projekt zeige der Industrie einen Weg, wie sie ihren Übergang in eine CO2-arme Zukunft fortsetzen und gleichzeitig Produktion, Investitionen und Arbeitsplätze auf unserem Kontinent erhalten könne.

Bis zu acht Millionen Tonnen Speicherkapazität

Eine Anlage zur kommerziellen Speicherung von CO2 existiert bereits vor der Küste Norwegens. Bei dem Projekt in der Nordsee vor Dänemark arbeitet der britische Chemiekonzern Ineos mit Harbour Energy und dem staatlichen dänischen Unternehmen Nordsøfonden zusammen. Die Speicherkapazitäten der Lagerstätte sollen bis 2030 ausgebaut werden. Dann sollen vier bis acht Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich dort gespeichert werden können.

Doch selbst das sei in einer europäischen Perspektive "unfassbar wenig", sagt der dänische Professor für nachhaltige Energieplanung, Brian Vad Mathiesen, von der Universität Aalborg: "Wenn wir klimaneutral werden wollen, sind wir darauf angewiesen, CO2 auf die eine oder andere Art zu lagern". Denn manche Emissionen gelten als kaum vermeidbar - zum Beispiel in der Zementindustrie. Bislang aber hake es wie so oft unter anderem am Preis, so der Experte: Die Technologie sei im Vergleich noch zu teuer, als dass mehr Betriebe zu dieser Lösung greifen und CO2 abscheiden würden, um ihre Klimabilanz zu verbessern. Es gebe viele günstigere Alternativen.

Bei den 400.000 Tonnen im Jahr handelt es sich um die Menge, "die der Markt bereit ist zu liefern", heißt es auch vonseiten des Konsortiums. Das Projekt solle vor allem zeigen, dass das Einfangen und Speichern von CO2 in großem Stil möglich seien. Bislang stammt das Kohlendioxid vor allem aus dänischen Biogasbetrieben. In Zukunft aber hoffen Ineos und Co., auch große deutsche Industriebetriebe anlocken zu können. Dafür müsse die Politik aber bessere Rahmenbedingungen schaffen, meinen die Verantwortlichen.

In Deutschland machte die schwarz-rote Koalition im vergangenen Jahr den Weg für die unterirdische Speicherung des Treibhausgases frei. Die Bundesrepublik will bis 2045 klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als wieder gespeichert werden können. Für schwer vermeidbare Emissionen etwa aus der Industrie sieht die Bundesregierung eine Chance in der CCS-Technologie. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht darin auch wirtschaftliche Möglichkeiten für deutsche Unternehmen.

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