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Tuesday, October 20, 2026

Mit Sachspenden aus Silber: Maradona-Statue bei Argentinos Juniors

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Vor 50 Jahren, am 20. Oktober 1976, gibt Diego Maradona sein Pflichtspieldebüt für Argentinos Juniors. Nun soll der im November 2020 verstorbene Weltmeisters von 1986 dort eine Statue erhalten.

Auch bei den Argentinos Juniors wird Diego Maradona, rechts als 14-Jähriger beim Kaffeetrinken, verehrt.

Auch bei den Argentinos Juniors wird Diego Maradona, rechts als 14-Jähriger beim Kaffeetrinken, verehrt.

Kaum zu glauben: Jetzt erst, nach 50 Jahren, wird der Ort der Erscheinung als solcher verortet: 50 Jahre ist das Profi-Debüt von Diego Armando Maradona im Dress der Argentinos Juniors an diesem Dienstag her.

Himmlische Höhen hier, Drogensumpf da

Zehn Tage vor seinem 16. Geburtstag war das damals: Debüt am 20. Oktober 1976. Argentiniens Fußball war danach ein anderer und bald auch der Weltfußball. Maradona aber feierte am 30. Oktober erst mal Geburtstag.

Die Familie lebte damals im Armenviertel Villa Fiorito. Eine Zeit lang noch sollte das Wunderkind dort wohnen, dann zog es aus - hinein in die Glitzerwelt des Fußballs.

Bis ihm die FIFA, so sieht es Maradona, 1994 bei der WM in den USA "die Beine abschnitt". In Wahrheit war bei einer Dopingprobe das Aufputschmittel Ephedrin nachgewiesen worden. Der Weltmeister von 1986 war gefallen. Aus himmlischen Höhen, hinein in den Drogensumpf, der ein Überlebenskampf wurde, immer wieder, jahrelang. Er verlor ihn endgültig im November 2020, im Alter von 60 Jahren.

All das konnte seiner Legendenbildung nichts anhaben. Im Gegenteil. Vielen erschien er durch dieses Auf und Ab nur um so nahbarer zu werden. Mit Maradona konnte man mitfeiern und mitleiden.

Statue aus Sachspenden?

Das Stadion von Argentinos Juniors trägt seinen Namen schon seit 2003/04, nun soll es noch eine offizielle Plakette der Stadt Buenos Aires geben, vor allem aber: eine Statue. Eine aus Silber, obwohl er doch der Goldjunge war.

Noch müssen seine Jünger aber zehnmal schlafen. Dann erst ist Bescherung. Denn erst am 30. Oktober, an Diegos Geburtstag, soll das Ding gezeigt werden. Der Klub bat schon vor Monaten um Sachspenden aus Silber zum Verarbeiten: "Ketten, Ringe, Armbänder, Besteck, Münzen", heißt es bei Argentinos Juniors.

Wirklich aus Silber? "Abwarten, ob es nicht doch aus Bronze wird", sagt Argentiniens Reporterlegende Horacio Pagani. Er ist 82 und seit 60 Jahren im Einsatz, erste WM live 1978. Er war später mit Maradona in Mexiko und Italien und jüngst noch mit Lionel Messi in den USA.

Zuletzt drehte sich alles um Messi.

Horacio Pagani, Reporterlegende aus Argentinien

Pagani wird an diesem Dienstag wieder auf Sendung sein, diverse Programme, ein Tausendsassa. "50 Jahre, dafür wird noch nicht viel berichtet, kommt aber wohl noch", meint der Mann mit der Reibeisenstimme am Vorabend des Jubiläums. Er war vor 50 Jahren der Journalist, der das erste Interview mit Maradona machte, drei Wochen nach dessen Debüt, der kicker hat mit ihm 2024 darüber gesprochen.

"Zuletzt drehte sich eben alles um Messi", sagt Pagani mit Blick auf dessen Abschied aus der Nationalelf Anfang Oktober. Die Daten, so nah beieinander. "Wie vorbestimmt", meint er. Maradonas Ligadebüt einst am 20., das von Messi am 16. Oktober 2004. Pagani: "Es sollte wohl so sein."

Das Debüt: Eine Erscheinung

Maradonas erster Auftritt als Profi: eine Art Erscheinung. Alfredo di Stefano war längst nach Spanien ausgewandert, Daniel Passarella oder Mario Kempes wurden erst 1978 Weltmeister, Tangosänger Carlos Gardel und Evita, die engelsgleiche Streiterin für die "hemdlosen" Armen, waren längst tot.

Maradona war damals ein Bürschchen, aber was für eines. Der Lockenkopf, wie sie ihn nannten, "El Pelusa", hatte den Nachwuchs von Argentinos Juniors aufgewirbelt, die "Cebollitas", die Zwiebelchen. Dank seiner Supertechnik hatte er es schon als Knirps ins Fernsehen geschafft, in den Halbzeitpausen der Ligaspiele jonglierte er in Dauerschleife, wie man es zuvor noch nicht gesehen hatte.

Sofort hörte ich das Ole der Zuschauer.

Diego Maradona in seiner Autobiografie

Dann durfte Maradona am 20. Oktober 1976 nach der Pause gegen Talleres aus Cordoba ran, für Ruben Giacobetti, der allein dadurch in die Fußball-Geschichte einging. Anders Maradona. Der spätere "D10S" begeisterte mit Trikotnummer 16, und gleich mit seiner ersten Ballberührung tunnelte er einen Gegenspieler: "Ich nahm den Ball mit dem Rücken zu Juan Domingo Cabrera an, täuschte ihn und spielte ihm durch die Beine. Der Ball ging sauber hindurch, und sofort hörte ich das "Ole" der Zuschauer, als wäre es ein Willkommensgruß." So steht es in seiner Autobiografie "Yo Soy El Diego" (Ich bin der Diego).

Die Argentinos Juniors mit ihrem Super-Junior verloren zwar 0:1, aber Maradona war nicht mehr aufzuhalten. Fünfmal Torschützenkönig für Argentinos in der 1. Liga folgten Boca, Barca, Napoli, dann wieder Boca, alles legendär und noch mehr die WM 1986: Mexiko, Aztekenstadion, Viertelfinale gegen England, erst das Tor mit der "Hand Gottes", dann das Jahrhundertsolo. Im Endspiel gegen Deutschland folgte die Krönung.

Die imposanteste Statue: Im fernen Norden

Die Maradona-Statue in Santiago del Estero.

Die Maradona-Statue in Santiago del Estero. IMAGO/Depositphotos

Hie und da in Argentinien gibt es Maradona-Statuen, die wohl imposanteste steht vor dem Stadion "Mutter aller Städte" in der ältesten Stadt des Landes: im fernen Santiago del Estero im Norden. Fünf Meter groß, zwei Tonnen schwer. Bei der Einweihung vor ein paar Jahren war Messi dabei. Für Buenos Aires hat er sich jetzt nicht angekündigt. Egal, Hauptsache Statue.

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