Revolver-Verdacht löst Grosseinsatz aus – Bars evakuiert

- Die Stadtpolizei St. Gallen sperrte am Donnerstagabend wegen eines Streits mit vermeintlichem Revolver die Metzger- und Kirchgasse.
- Gäste der umliegenden Bars und Lokale mussten diese verlassen.
- Kurz vor Mitternacht hält die Polizei einen 51-jährigen Nordmazedonier an, der den Polen mit einem Karabinerhaken geschlagen haben soll.
Kurz nach 21.20 Uhr erhielt die Stadtpolizei St. Gallen die Meldung über einen Streit in einer Liegenschaft an der Metzgergasse. Ein leicht verletzter 36-jähriger Pole sagte den Einsatzkräften, er sei mit einem Revolver geschlagen worden. Weil sich der mutmassliche Täter zunächst noch im Gebäude befinden sollte, rückten mehrere Patrouillen, die Sondereinheit sowie die Verhandlungsgruppe aus.
Zwei Gassen gesperrt, Bars evakuiert
Die Metzger- und Kirchgasse wurden gesperrt, die Gäste aus den umliegenden Bars und Lokalen mussten diese verlassen. Betroffen war auch eine 37-jährige St. Gallerin, die sich mit anderen Personen in einer Bar aufhielt.
«Zuerst durften wir nicht raus, dann sahen wir immer mehr Polizei», sagt sie. Schliesslich seien die Gäste evakuiert worden. In ihrer Bar hätten sich rund 15 Personen aufgehalten. Auch die übrigen Lokale in der Gasse seien geleert worden. Eines nach dem anderen sei evakuiert worden.
«Keine ängstliche Stimmung»
Trotz des grossen Polizeiaufgebots sei die Stimmung unter den Gästen zunächst locker gewesen. «Die Leute waren entspannt. ‹Endlich ist mal was los›, sagten die einen», so die St. Gallerin. Einige Anwesende seien zudem bereits angetrunken gewesen und entsprechend locker unterwegs. «Es herrschte keine ängstliche Stimmung.»
Der Einsatz habe sich allerdings lange hingezogen. Sie seien dann schliesslich nach Hause gegangen. «Irgendwann war es dann gut», sagt die 37-Jährige.
Die Polizei habe aus ihrer Sicht ruhig und professionell gehandelt. «Sie haben es gut gemacht», sagt sie. Dennoch hätten sich die Betroffenen mehr Informationen gewünscht. «Wenn man evakuiert wird und dann doch keine Gefahr besteht, ist das schwer nachzuvollziehen.» Sie versteht aber auch, dass zum Zeitpunkt damals kaum gesicherte Informationen vorlagen, die mitgeteilt werden konnten.
Mit Karabinerhaken geschlagen
Kurz vor Mitternacht hielt die Polizei einen 51-jährigen Nordmazedonier an. Die Abklärungen ergaben, dass er den 36-Jährigen mutmasslich mit einem Karabinerhaken geschlagen hatte. Der Gegenstand wurde sichergestellt, eine Schusswaffe fand die Polizei nicht.
Da bislang keine Anzeige eingegangen ist und es sich um ein Antragsdelikt handelt, wurde der Mann nach den polizeilichen Abklärungen wieder entlassen. Weitere Massnahmen sind derzeit nicht vorgesehen, so die Polizei.
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Jeremias Büchel (jeb) arbeitet seit 2015 im Ressort Ostschweiz in St. Gallen und ist seit 2026 als Korrespondent tätig.
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