Wer nach Italien reist, sollte den Fahrplan doppelt checken

Reist du morgen mit Zug, Flugzeug oder Bus durch Italien? Dann solltest du deine Verbindung im Blick behalten: Für Freitag, 30. Oktober, hat die Gewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB) einen landesweiten Generalstreik angekündigt – auch im Verkehr.
Das Verkehrsministerium hat den Ausstand dort auf einen anderen Termin verschoben und die Beschäftigten zur Arbeit verpflichtet. USB hält dennoch am Streikaufruf fest. Manche Unternehmen planen normalen Betrieb, andere warnen vor kurzfristigen Ausfällen.
Was wäre für dich bei einem Streik im Bahn- oder Flugverkehr am wichtigsten?
Warum wurde der Streik verschoben?
Grund ist eine streikfreie Frist vom 30. Oktober bis zum 5. November rund um das Totengedenken. Die Verfügung von Verkehrsminister Matteo Salvini gilt für Flug- und Bahnverkehr, den lokalen ÖV, Taxis und Schifffahrt sowie für beauftragte Bahndienste und Strassen- und Autobahndienste. Wer die Anordnung missachtet, muss mit Sanktionen rechnen. In anderen Branchen bleibt der Generalstreik bestehen.
Die USB bezeichnet die Verfügung als unrechtmässig. Beschäftigten, die trotz möglicher Sanktionen streiken, stellt sie rechtliche Unterstützung in Aussicht. Mit dem Streik fordert sie unter anderem höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Sie kritisiert zudem die Ausgaben für militärische Aufrüstung: Dieses Geld fehle aus ihrer Sicht bei Löhnen und öffentlichen Diensten.
Das kannst du tun, um dich vorzubereiten
Wer eine Verbindung gebucht hat, prüft den Status am Donnerstagabend und nochmals am Freitag direkt bei der Bahngesellschaft, Fluggesellschaft oder dem lokalen Verkehrsbetrieb. Gerade bei Anschlüssen zum Flughafen oder Bahnhof zählt die konkrete Verbindung mehr als die landesweite Streikankündigung.
Welche Zeiten waren ursprünglich angekündigt?
Laut dem offiziellen Streikkalender und einem Überblick von «La Repubblica» vom 29. Oktober sollte der Zugausstand am Donnerstag um 21 Uhr beginnen und am Freitag um 20.59 Uhr enden. Im Flugverkehr und bei Taxis war der ganze Freitag vorgesehen, bei Autobahndiensten ein Beginn am Donnerstag um 22 Uhr. Beim lokalen ÖV unterscheiden sich die ursprünglich gemeldeten Zeiten je nach Ort. Das sind die Zeiten des Streikaufrufs, keine bestätigten Ausfälle nach der ministeriellen Verschiebung.
Was sagen die Verkehrsunternehmen?
Die italienische Staatsbahngruppe FS und Trenord erwarten regulären Zugverkehr. In Kampanien kündigten laut Rai News auch Trenitalia, ANM und EAV normalen Betrieb an.
Wie unsicher die Lage bleibt, zeigt Arriva Italia in Brescia: Die Busse sollen nach normalem Fahrplan fahren, Störungen seien aber möglich, falls Mitarbeitende dem Aufruf folgen. Auch der Verkehrsbetrieb AMAT in Palermo schliesst Beeinträchtigungen nicht aus.
Bist du morgen in Italien unterwegs?
Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.
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