Parmelin-Nachfolge: Die Community hat zwei klare Favoriten

- Die Kantonalparteien haben acht SVP-Kandidierende für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin nominiert.
- Die 20-Minuten-Community favorisiert Rémy Wyssmann (22 Prozent) vor Céline Amaudruz (21 Prozent) und Thomas Aeschi (15 Prozent).
- Am 20. November entscheidet die SVP-Fraktion, wer aufs Ticket für die Wahl in der Wintersession kommt.
Jetzt stehen die Kandidaten fest: Bis zum Ablauf der Frist am Freitag haben die Kantonalparteien sieben Männer und eine Frau für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin nominiert. Bis auf Fraktionschef Thomas Aeschi haben alle ihre Kandidatur angekündigt. Nur der Zuger Nationalrat überlegt noch, ob er wirklich antreten will.
Als Nächstes geht es um die Frage, wer es aufs Ticket schafft. In den nächsten Wochen lädt die Findungskommission um alt Fraktionspräsident Caspar Baader die Kandidaten zu Hearings ein und macht einen Vorschlag. Am 20. November stimmt die SVP-Fraktion darüber ab, wen sie aufs Ticket für die Wahl in der Wintersession nimmt.
Für die 20-Minuten-Community ist der Fall schon jetzt klar: In einer Umfrage kürten bis am Sonntagmorgen knapp 4500 Leserinnen und Leser ihre Favoriten. Wir zeigen, welche Wahlchancen sie haben.
1. Rémy Wyssmann: Der Underdog
Mit 22 Prozent der Stimmen landet der Solothurner Nationalrat knapp auf Platz eins. Die Wahl überrascht, denn Rémy Wyssmann gilt unter den Kandidaten als Aussenseiter. «Es wird schwierig für ihn, aufs Ticket zu kommen», sagte Politologin Corina Schena am Freitag im grossen Analyse-Interview bei 20 Minuten.
Die Expertin vom Meinungsforschungsinstitut gfs.Bern warf etwa die Frage auf, ob Wyssmann die Position des Bundesrats immer mittragen könne. Dabei verwies sie auf dessen heftige Kritik an der Corona- und vor allem der damit verbundenen Impfpolitik des Bundes.
2. Céline Amaudruz: Die Vize-Präsidentin
Auch Céline Amaudruz kommt bei der 20-Minuten-Community gut an. Die einzige Frau neben sieben Männern landet mit 21 Prozent der Stimmen knapp hinter Rémy Wyssmann. Amaudruz ist SVP-Vizepräsidentin, Nationalrätin, Bankerin und zweifache Mutter. Die 47-jährige Genferin war zudem die erste Kandidatin, die sich aus der Deckung wagte.
Es gibt jedoch Kritik an der Zahl ihrer Mandate und Zweifel an ihrer Unabhängigkeit. Diesen September machte der «Blick» publik, dass Amaudruz Subventionen von 20 Millionen Franken für Hülsenfrüchte forderte. Davon würde die Mühlengruppe, bei der sie den Verwaltungsrat präsidiert, direkt profitieren.
Auch parteiintern stösst Amaudruz auf grossen Widerstand: «Es sieht schwierig aus für sie», sagt Politologin Corina Schena deshalb. Ihr Rückhalt ausserhalb von Genf sei fraglich, in der Deutschschweiz könne sie wohl bei den Frauen punkten, bei ihrer eigenen Fraktion eher weniger.
3. Thomas Aeschi: Der halbe Kandidat
Auf dem dritten Platz des Tickets der 20-Minuten-Community landet einer, der nominiert wurde, aber seine Kandidatur noch nicht bekannt gegeben hat: SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. 15 Prozent der Community hoffen, dass er die Nomination annimmt und kandidiert.
Politologin Corina Schena attestiert Aeschi intakte Wahlchancen. Der 47-Jährige sei in Bern extrem gut vernetzt, er ecke aber auch an. Dass es bereits die zweite Kandidatur wäre, ist laut Schena kein Nachteil.
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Auf dem vierten Platz landete mit 14 Prozent der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. Auch Ex-Parteichef Marco Chiesa und der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg schaffen es mit je 10 Prozent nicht aufs Podest. Letzteren sieht Expertin Schena in der Poleposition. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen landen die beiden Oberwalliser, Michael Graber und Franz Ruppen, mit je 4 Prozent.
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Delia Bachmann (dba), Jahrgang 1993, arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Als Redaktorin im Ressort Politik berichtet sie über das Geschehen in Bundesbern.
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