"Nie persönlich diskutiert": "Unmenschlich" bei Bas? Merz verteidigt sich gegen SPD-Vorwurf

"Nie persönlich diskutiert""Unmenschlich" bei Bas? Merz verteidigt sich gegen SPD-Vorwurf
12.10.2026, 15:39 Uhr
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Überraschend scheidet Bärbel Bas wegen eines persönlichen Trauerfalls aus der Regierung aus. Die SPD-Ministerin und ihre Partei beklagen jedoch Angriffe "auch aus den Reihen des Koalitionspartners". Kanzler Merz bezieht Stellung.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Vorwürfe von Bärbel Bas zurückgewiesen, sie sei auch wegen öffentlicher Angriffe aus den Reihen der Union als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurückgetreten. Die CDU habe ihr Mitgefühl mit Bas in den vergangenen drei Wochen "immer zum Ausdruck gebracht", sagte Merz. "Wenn es Meinungsverschiedenheiten in der Sache gab, dann gab es sie und dann sind sie auch ausgetragen worden, so wie es in der Sache notwendig war."
Bas hatte ihren Rücktritt mit der Trauer nach dem Tod ihrer Stieftochter, aber auch mit "öffentlichen Angriffen" auf sie selbst begründet. Diese Angriffe "auch aus den Reihen des Koalitionspartners" seien in "dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert" worden.
Er selbst habe mit Bas vor knapp drei Wochen das letzte Mal Kontakt gehabt, sagte Merz. "Und ich habe ihr auch ausdrücklich geschrieben, dass sie sich bitte für die Zeit, die sie braucht, jetzt auch die Zeit nimmt." Er habe sie "ausdrücklich ermutigt und ermuntert, das zu tun, ihr auch da mein Mitgefühl zum Ausdruck gebracht". Er habe "Differenzen" und "Meinungsverschiedenheiten in der Sache" mit Bas gehabt, sagte Merz. "Aber ich kann für meine Person sagen, ich habe immer nur in Sachfragen mit ihr diskutiert, nie persönlich." "Ganz besonders in den letzten drei Wochen" habe er von der CDU "jede persönliche, auch christliche Rücksichtnahme auf sie eingefordert".
Kritik kam besonders auch von Bas' sozialdemokratischen Kolleginnen und Kollegen. MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, eine der mächtigsten und auch direktesten SPD-Politikerinnen, erklärt: "Die Attacken der CDU - trotz ihrer persönlichen schweren Situation - waren unmenschlich und rücksichtslos." Parteichef Lars Klingbeil nennt die Angriffe "unanständig", Generalsekretär Tim Klüssendorf betont: "Wir müssen als Gesellschaft und insbesondere auch innerhalb der Politik dringend wieder zu einem menschlicheren Umgang miteinander finden." Welche Angriffe konkret gemeint sind, wurde nicht mitgeteilt.
Angesprochen auf den Schwesig-Vorwurf der "Unmenschlichkeit" sagte Merz: "Die SPD-Führung und auch einzelne Ministerpräsidenten der SPD müssen selbst wissen, zu welchen Worten sie greifen."
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