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Friday, November 6, 2026

KI-Unternehmen nach Midterms – Müssen sich die Tech-Bros der USA neu erfinden?

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KI-Unternehmen nach Midterms Müssen sich die Tech-Bros der USA neu erfinden?

Nach den Midterm-Wahlen in den USA stürzen die Börsenkurse mehrerer KI- und Techunternehmen ab – die Hintergründe.

Bis zu zehn Prozent im Minus waren die Aktien der grossen US-Technologiefirmen in den letzten Tagen. Der Grund: Die Demokratische Partei hat wieder mehr das Sagen, und die Techindustrie hat Angst vor Regulierung. Auch der Bau von einigen Rechenzentren wurde von der lokalen Bevölkerung verhindert, zum Beispiel im Bundesstaat Ohio.

Warum sind die Börsenkurse der KI-Unternehmen so stark mit der Niederlage der Republikaner verbunden? Bei dieser Frage kommen schnell die CEOs der Firmen ins Zentrum. Diese hatten in den letzten Jahren stark um die Gunst des US-Präsidenten Donald Trump gebuhlt. Mit seiner Niederlage scheint nun auch die Erfolgsfahrt von Trumps «Tech-Bros» in Gefahr.

Vor Trump waren die «Tech-Bros» Demokraten

Elon Musk von X, Mark Zuckerberg von Facebook oder Jeff Bezos von Amazon: Die Liste von Trump-Supportern aus dem Silicon Valley war in den letzten Jahren lang. Thomas Jäger ist Politologe und USA-Experte an der Uni Köln. Seiner Meinung nach werden die Trump-nahen Unternehmer diese Verbindung jetzt allmählich lösen: «Bevor Donald Trump das zweite Mal ins Amt kam, waren die ganzen Tech-Bros Demokraten. Sie wurden dann Trumpisten – und wer weiss, was sie in den nächsten zwei Jahren sind.»

Trump fand es einen Verrat, wenn man gleichzeitig auch dem politischen Gegner Geld zukommen lässt.

Dass sich Unternehmen der jeweiligen Politik anpassen, sei nicht neu. Normalerweise würden US-Unternehmen jedoch beiden Parteien spenden, so Jäger: «Das hat sich nur unter Trump geändert, und zwar aus einem einfachen Grund: Trump fand es einen Verrat, wenn man gleichzeitig auch dem politischen Gegner Geld zukommen lässt.»

Mann hält ein politisches Plakat mit einem Porträt von Elon Musk neben geparkten Autos.
Legende: Auf welcher Seite steht ihr? Das fragt ein Anti-Musk-Demonstrant in Texas am Tag der US-Wahlen. Keystone/EPA/LAURA BRETT

Bevölkerung unterstützt Kurs des Präsidenten nicht

Dass die KI-Industrie für die USA wichtig ist, sagen beide Parteien. Neben der nationalen Strategie des Präsidenten gibt es auf lokaler Ebene aber Widerstand. Die Bevölkerung der USA hat an vielen Orten gegen den Bau von neuen Rechenzentren gestimmt. Mehrere Städte in Ohio haben beispielsweise ein Verbot von Rechenzentren angenommen.

Für die Chefs der Tech-Firmen stellt sich also die Frage: Wird der aktuelle Boom in den USA nun gebremst?

Die Branche boomt zwar, aber die Nervosität an den Märkten liegt tiefer. Das sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Pascal Lago. Investoren fragen sich, ob sich die Infrastruktur-Investitionen jemals auszahlen: «Die meisten reinen KI-Unternehmen wie OpenAI schreiben rote Zahlen und verbrennen jedes Jahr Milliarden.»

Die Abgeordnete Yassamin Ansari aus Arizona will mehr Regulierung

Auf der politischen Ebene werden die Befürchtungen wohl nicht eintreffen, relativiert Politologe Thomas Jäger. Innerhalb der Demokraten gebe es zwar beide Lager. Einerseits die linksorientierten Befürworter einer Regulierung. Andererseits wollen die eher moderaten Stimmen die Tech-Firmen wegen ihres Einflusses auf die amerikanische Wirtschaft weitermachen lassen.

Die Demokraten werden die IT-Branche wohl nicht stärker regulieren. Dafür sei die Branche zu wichtig für die USA, findet Jäger: «Eine Pause würde bedeuten, dass die Konkurrenz gewinnt.» Ein solcher Vorsprung für China wolle in den USA niemand.

Wie die Zukunft für die Tech-Bros aussieht, ist noch offen. Fest steht: Sie müssen sich neu erfinden.

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