Nasas Swift-Teleskop fällt unkontrolliert auf die Erde

- Das Nasa-Weltraumteleskop Swift ist nach knapp 22 Jahren über Indonesien in die Erdatmosphäre eingetreten.
- Einige Trümmerteile könnten den Wiedereintritt überstanden haben. Das Risiko für Verletzte liegt bei eins zu 2100.
- Die Nasa wollte Swift zurück in seine ursprüngliche Umlaufbahn bringen. Technische Probleme verhinderten die Rettung.
Nicht alles kann der Mensch beherrschen. Das zeigt der Absturz des Neil-Gehrels-Swift-Observatoriums der Nasa, auch bekannt als Swift-Teleskop. Der rund 1450 Kilogramm schwere Forschungssatellit der US-Weltraumbehörde ist am Mittwoch um 7.39 Uhr (Ortszeit) über der Region Nord-Sumatra in Indonesien in die Erdatmosphäre eingetreten. Das teilte der Astronom Jonathan McDowell auf der Plattform X mit. Die Nasa hat den Wiedereintritt bestätigt.
Risiko für Menschentreffer liegt bei eins zu 2100
Bei der Nasa war man eigentlich davon ausgegangen, dass der Grossteil von Swift beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen würde. Doch nun heisst es: «Einige Komponenten könnten den Eintritt jedoch überstanden haben.» In einem früheren Online-Statement hatte die Weltraumbehörde das Risiko für Personen auf der Erde als gering bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trümmerteile einen Menschen auf der Erde verletzen, gab die Nasa mit eins zu 2100 an.
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Das war das Swift-Observatorium
Das unbemannte Swift-Weltraumteleskop, ehemals Swift Gamma-Ray Burst Explorer, wurde am 20. November 2004 an Bord einer Delta-II-Trägerrakete gestartet. Seine Aufgabe war es, mit seinen drei Teleskopen die gewaltigsten Explosionen im Universum, sogenannte Gammablitze, zu erforschen. Ursprünglich war es für eine zweijährige Hauptmission ausgelegt. Doch Swift blieb knapp 22 Jahre im All.
«In über zwei Jahrzehnten wissenschaftlicher Beobachtung diente Swift als vielseitiges Instrument zur Erforschung des Universums», so die Nasa. Das Instrument erfasste Licht in einem breiten Spektrum, reagierte rasch auf kurzlebige Ausbrüche und informierte andere Einrichtungen, damit Folgebeobachtungen koordiniert werden konnten. Dadurch habe Swift das Verständnis zahlreicher kosmischer Objekte und Ereignisse vertieft – darunter aktive Galaxien mit supermassereichen Schwarzen Löchern, röntgenstrahlende Sterne, Supernova-Explosionen sowie Kometen und Asteroiden in unserem Sonnensystem.
Nasa hatte eigentlich andere Pläne mit Swift
Dass das Observatorium in die Erdatmosphäre eintritt, war zunächst gar nicht geplant gewesen. Wie die Nachrichtenagentur DPA schreibt, hatte die Nasa noch versucht, Swift zu retten: Mithilfe des unbemannten Schlepperraumschiffs Link war versucht worden, das Teleskop in seine Ursprungsumlaufbahn zurückzubringen. Es blieb jedoch bei dem Versuch, da es mit der Steuerung von Link Probleme gab. Swift dagegen begab sich auf einen immer schnelleren Sinkflug.
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