Pokal-Coup des VfL Bochum: Mainzer schimpfen über "kompletten Griff ins Klo"

Es wird für den 1. FSV Mainz zur bitteren Gewohnheit: Das Aus im DFB-Pokal kommt schon in der 2. Runde. Zum vierten Mal in Folge passiert dies nun gegen den VfL Bochum. Das macht Trainer Urs Fischer fast sprachlos.
Der VfL Bochum hatte noch eine Rechnung mit dem 1. FSV Mainz 05 offen - und nutzte die Chance in der 2. Runde des DFB-Pokals. Der Zweitligist setzte sich mit 2:0 (0:0) durch fügte dem Bundesligisten eine bittere Niederlage zu. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams besiegelte Mainz mit einem 4:1-Erfolg den siebten Bundesliga-Abstieg der Bochumer.
Diesmal schaute Mainz dumm aus der Wäsche. Zum vierten Mal in Folge verabschiedete sich Mainz schon in der 2. Runde aus dem Wettbewerb. "Das war ein kompletter Griff ins Klo", schimpfte Sportdirektor Nico Bungert verärgert. "Wir sind natürlich enttäuscht, dass unsere Pokal-Saison schon zu Ende ist." Beinahe sprachlos war Trainer Urs Fischer. "Es ist schwierig, die richtigen Worte für unsere Leistung zu finden", sagte der Schweizer. Seine Analyse formulierte er kurz und treffend: "Wir waren ängstlich, hatten keine Power und Dynamik, waren unpräzise." Das Resultat: im dritten Pokalduell mit Bochum die dritte Pleite.
Doch sie kam umso überraschender, weil die Rheinhessen als bislang einziger Bundesligist alle Auswärtsspiele dieser Saison gewonnen hatten. Nun aber scheiterten sie nach den Toren von Christian Rasmussen (46. Minute) und Philipp Hofmann (75.) ausgerechnet bei einem Zweitligisten, der bis dahin zu Hause gerade einmal zwei Punkte geholt und nur zwei Tore erzielt hatte.
"Hatten kein Selbstbewusstsein"
Entsprechend jubelte Bochums Trainer Uwe Rösler: Er sei "sehr, sehr happy". Warum die Freude so groß war, brachte Angreifer Philipp Hofmann auf den Punkt: "Wir wollten einen richtigen Pokalfight liefern und haben das gemacht." Von einem Klassenunterschied war auf dem Rasen nichts zu sehen. Der VfL spielte leidenschaftlich, verteidigte diszipliniert und belohnte sich. "Wir haben dort weitergemacht, wo wir letzten Freitag aufgehört haben", sagte Trainer Rösler, der zuletzt in der Kritik stand. Doch am vergangenen Freitag hatte Bochum in der Liga ausgerechnet gegen den Aufstiegsfavoriten VfL Wolfsburg beim 1:1 den zweiten Punkt in einem Heimspiel geholt.

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Vier Tage später gegen Mainz gelang dann nicht nur der erste Heimsieg der Saison, sondern auch das erste Spiel ohne Gegentor vor eigenem Publikum. "Und das gegen so eine Mannschaft, die die beste Auswärtsstatistik in der Bundesliga hat", sagte Rösler voller Stolz. Und Torschütze Rasmussen hatte eine klare Botschaft: "Das müssen wir jetzt alle genießen, Leute."
Ganz anders die Gemütslage beim Gegner: "Wir sind frustriert über die eigene Leistung. Es hat uns viel gefehlt", sagte Philipp Mwene. Überraschend gefehlt hatte auch an seinem 30. Geburtstag Kapitän und Spielmacher Nadiem Amiri - wegen Knieproblemen. Wie sehr der Nationalspieler als Taktgeber fehlte, war dem Spiel anzumerken. Ohne kreativen Kopf im Mittelfeld fanden die Rheinhessen bei der Startelf-Rückkehr von Paul Nebel offensiv kaum Lösungen und blieb gegen leidenschaftlich verteidigende Bochumer weitgehend harmlos. Doch die mangelnde Kreativität war längst nicht das einzige Problem. "Wir waren nicht wach genug und hatten kein Selbstbewusstsein. Das war schon extrem passiv von der Mannschaft", kritisierte Bungert.
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