FCM im Pokal kein Kaninchen?: Beim FC Bayern erinnern sie sich an den Alptraum im Osten

Der 1. FC Magdeburg will den großen FC Bayern erneut ärgern. Eine Münchner Legende warnt vor dem ungleichen Duell. Der Trainer des Außenseiters sieht sich als ein Kaninchen, das nicht auf die Schlange warten will.
Wenn Giovane Elber an den 1. November 2000 zurückdenkt, werden bei der Münchner Legende böse Erinnerungen wach. "Direkt nach Abpfiff war es sehr unangenehm", schilderte der 54-Jährige den bitteren Pokalabend, an dem sich der große FC Bayern beim damaligen Viertligisten 1. FC Magdeburg in einem Elfmeterkrimi bis auf die Knochen blamiert hatte. Es habe einige Tage gedauert, die Schmach zu verarbeiten. "Aber", betonte der Brasilianer, "es war uns eine wichtige Lehre: Man darf keinen Gegner unterschätzen."
Worte, die sich auch das heutige Starensemble um den frischgekürten Ballon-d'Or-Gewinner Harry Kane vor der Neuauflage des Zweitrunden-Duells am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky und im Liveticker auf ntv.de) zu Herzen nehmen sollte. Magdeburg sei mittlerweile in der 2. Liga, "da wird schon guter Fußball gespielt", warnte Elber auf der Internetseite des deutschen Rekordpokalsiegers. Mit Blick auf die individuelle Klasse seien die Münchner zwar überlegen, "aber sie müssen auch den Kampf annehmen - das hat unser Spiel damals gezeigt."
Glauben, Hinfahren, Siegen
Magdeburg ist jedenfalls für einen erneuten Pokal-Fight der Kategorie "David gegen Goliath" gewappnet. "Wenn du da wie das Kaninchen vor der Schlange herumzappelst und sagst: Wann beißt sie endlich zu? Dann wird es auch so kommen", sagte Trainer Petrik Sander. Natürlich müsse für einen Erfolg des Aufstiegsaspiranten "viel zusammenkommen", gab der 65-Jährige vor dem Highlight-Spiel in der Allianz Arena zu: "Aber wenn man nicht daran glaubt, muss man gar nicht erst hinfahren."
In München nimmt man die vermeintlich leichte Aufgabe zwischen glamourösen Abenden auf dem internationalen Parkett und nationalen Gipfeltreffen derweil ernst. Die "volle Aufmerksamkeit" liege auf Magdeburg, betonte Assistenztrainer Aaron Danks, obwohl das Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund und der nächste Härtetest in der Champions League bei Atletico Madrid ihre Schatten bereits vorauswerfen.
Hinzu kommt die Ungewissheit rund um Cheftrainer Vincent Kompany, der sich nach seinem Zusammenbruch auf dem Weg der Besserung befinden soll, sowie die angespannte Personallage: Der angeschlagene Kapitän Manuel Neuer, Luis Díaz nach Muskelbündelriss, Rekonvaleszent Jamal Musiala und Joshua Kimmich nach einem Trauerfall werden nicht zur Verfügung stehen.

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Aaron Danks gibt Gesundheitsupdate zu Vincent Kompany
Warum Bayern damals hochkant rausflog
Stürmerstar Kane, der nach seiner Krönung beim Ballon d'Or am Dienstag in München zurückerwartet wurde, ist nach seinem goldenen Heimspiel in London jedoch bereit. "Ich weiß, dass Harry sich jetzt wieder voll auf sein nächstes Tor, seine nächste Leistung, sein nächstes Spiel konzentrieren wird", versicherte Danks.
Denn eine Zweitrunden-Blamage wie vor 26 Jahren soll sich aus Münchner Sicht trotz aller Sorgen und des Terminstresses nicht wiederholen. Damals hatte sich Magdeburg in der regulären Spielzeit ein 1:1 erkämpft, im Elfmeterschießen (2:4) versagten Jens Jeremies und Elber schließlich die Nerven.
Die Mannschaft sei sich rückblickend "zu sicher" gewesen, räumte Elber ein, der Pokal habe aber nunmal seine eigenen Gesetze: "Magdeburg hat mit viel Willen und Einsatz gezeigt, was man erreichen kann, wenn man sein Herz auf dem Platz lässt." Die Münchner sind gewarnt.
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