Fast jeder zweiten Frau setzte der Hitze-Sommer gesundheitlich zu

- Eine Umfrage von Leewas im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia zeigt: 74 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer empfanden den Hitzesommer 2026 als belastend.
- Besonders hart traf es die Frauen: 46 Prozent fühlten sich durch die Hitze stark oder sehr stark gesundheitlich beeinträchtigt.
- 29 Prozent der Befragten wollen künftig eher in die Berge reisen, 24 Prozent bevorzugen nördlichere Reiseziele.
In der Schweiz geht der heisseste Sommer seit Messbeginn zu Ende. Subjektiv erlebten die Menschen die hohen Temperaturen aber höchst unterschiedlich. Dies zeigt eine Umfrage, die Leewas im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia durchgeführt hat.
Während eine Mehrheit von 74 Prozent den Sommer als belastend empfand, erlebten ihn 25 Prozent als angenehm. Hier zeigt sich ein starker Geschlechtergraben: Vier von fünf Frauen litten unter der Hitze, nur 20 Prozent empfanden den Sommer als angenehm. Demgegenüber machte er nur drei von fünf Männern zu schaffen, 40 Prozent beurteilten ihn positiv.
Laut der Umfrage hängt die persönliche Wahrnehmung des Sommers auch davon ab, wo man politisch steht: Während 86 Prozent der Grünen den Sommer als Belastung empfanden, waren es bei den Sympathisanten der SVP nur 63 Prozent.
Das Alter spielte bei der Beurteilung keine Rolle, das Einkommen indes schon: Je höher das Einkommen, desto weniger wurde der heisse Sommer als Belastung empfunden.
Zur Umfrage
Die hohen Temperaturen können sich auf das Wohlbefinden auswirken und körperliche Beeinträchtungen wie Schlafstörungen, Kreislaufprobleme oder Erschöpfung auslösen. 37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich durch die Hitze gesundheitlich oder körperlich stark beeinträchtigt fühlten. Weitere 32 Prozent fühlten sich mittel und 30 Prozent wenig bis gar nicht beeinträchtigt.
46 Prozent der Frauen fühlten sich durch die hohen Temperaturen gesundheitlich oder körperlich sehr stark (16 Prozent) oder stark (30 Prozent) beeinträchtigt. Bei den Männern waren es 31 Prozent, die sehr stark (7 Prozent) oder stark (22 Prozent) litten. Hier liest du, warum die Hitze den Frauen stärker zusetzt.
Mit 84 Prozent sorgt sich eine grosse Mehrheit der Befragten darum, wie sich die hohen Temperaturen und die Trockenheit auf die hiesige Natur und Landwirtschaft auswirken. Bei den Frauen sind es 91 Prozent, bei den Männern 77 Prozent. Bei den Parteien ist die Besorgnis bei der SVP mit immer noch 68 Prozent am tiefsten, am höchsten ist sie bei den Grünen mit 95 Prozent. Je tiefer das Einkommen, desto grösser die Besorgnis.
Die Trockenheit stellte diesen Sommer das Selbstverständnis der Schweiz als «Wasserschloss» infrage. Von den Befragten sagten 67 Prozent, dass sie befürchten, dass in den kommenden Jahrzehnten das Trinkwasser knapp wird. Besonders ausgeprägt ist diese Angst wiederum bei den Frauen mit 76 Prozent und den Tieflöhnern mit 73 Prozent.
Strom sparen, am Boden bleiben oder nichts tun?
Doch welche Konsequenzen ziehen die Menschen aus dem Hitzesommer? Passen sie ihr Verhalten aufgrund des Klimawandels an? In der Umfrage gaben 34 Prozent der Befragten an, sich bereits seit langem klimaschonend zu verhalten.
31 Prozent wollen Strom und Heizenergie sparen, 29 Prozent bewusster konsumieren und 26 Prozent weniger fliegen. Weniger Auto fahren 23 Prozent und auf Fleisch und Milchprodukte verzichten 19 Prozent. 14 Prozent geben an, keine Änderung vorgenommen zu haben.

Wichtig zu sagen ist, dass es sich hierbei um Selbsteinschätzungen handelt. Effektiv wird in der Schweiz zum Beispiel nicht weniger geflogen. Der Flughafen Zürich verzeichnet steigende Passagierzahlen.
Berge statt Meer: Schweizer zieht es in den Norden
Das Mittelmeer erreichte im Sommer teils Temperaturen von über 30 Grad. Wirkt sich der Hitzesommer nun auf die Ferienplanung von Herr und Frau Schweizer aus? Laut der Umfrage ist dies der Fall: 29 Prozent der Befragten geben an, dass es sie künftig eher in die Berge zieht. 24 Prozent wollen eher nördliche Länder bereisen. 18 Prozent geben an, nicht zu reisen.
14 Prozent sagen, sie mögen es, wenn Luft und Wasser warm sind. 13 Prozent verschieben ihre Badeferien in den Herbst oder ziehen sie auf Ostern vor. 8 Prozent wollen künftig einen Bogen um Südspanien, Italien, Mallorca und Co. machen und weichen an den Atlantik aus. Schliesslich gehen 13 Prozent davon aus, dass in einem Jahr vielleicht alles wieder anders aussieht.
Delia Bachmann (dba), Jahrgang 1993, arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Als Redaktorin im Ressort Politik berichtet sie über das Geschehen in Bundesbern.
Christina Pirskanen (pir) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist seit Januar 2026 stv. Leiterin des Ressorts Politik.
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