Broncos-Defense rettet schwache Offense: Denver bezwingt Seattle dramatisch
Die Denver Broncos haben zum Auftakt von Week 6 der NFL einen dramatischen Heimsieg gefeiert. Beim 17:14 nach Overtime gegen die Seattle Seahawks war es vor allem die Defense, die den Unterschied machte. Zwei späte Interceptions von Sam Darnold ebneten Denver den Weg zum Sieg.

Die Broncos bezwingen die Seahawks. IMAGO/Icon Sportswire
Die Denver Broncos haben sich in einem umkämpften Duell gegen die Seattle Seahawks durchgesetzt. Trotz offensiver Probleme behielten die Gastgeber am Ende die Oberhand.
Darnold wird zum entscheidenden Faktor
Die Seattle Seahawks sahen in Denver bereits wie die Verlierer aus, kämpften sich jedoch im Schlussviertel zurück. Nach einem Touchdown von Running Back George Holani verkürzte Quarterback Sam Darnold mit einem erfolgreichen Pass auf Rashid Shaheed bei der Two-Point-Conversion auf 11:14.
Als Denver die Partie nach einer Interception von Kris Abrams-Draine bereits unter Kontrolle zu haben schien, brachte sich die eigene Offense allerdings erneut in Schwierigkeiten. Die Broncos mussten schnell punten und ermöglichten Seattle damit eine letzte Chance.
Diese nutzten die Gäste: Jason Myers verwandelte drei Sekunden vor dem Ende ein 34-Yard-Field-Goal zum 14:14 und erzwang die Overtime.
Dort unterlief Darnold jedoch der nächste entscheidende Fehler. Ja'Quan McMillian fing einen Pass ab, der für Shaheed bestimmt war, und brachte Denver an die gegnerische 43-Yard-Linie. Kicker Wil Lutz verwandelte anschließend ein 53-Yard-Field-Goal zum 17:14-Endstand.
Darnold beendete die Partie mit 278 Passing Yards bei 27 angekommenen Pässen aus 51 Versuchen. Einen Touchdown-Pass brachte er nicht zustande, dafür unterliefen ihm die beiden spielentscheidenden Interceptions. Hinzu kam ein Fumble von Shaheed.
Broncos-Defense glänzt trotz Personalsorgen
Dass Denver überhaupt mit einem Sieg aus der Partie ging, lag vor allem an der eigenen Defense. Die Defensive Line setzte Darnold permanent unter Druck und sackte den Seahawks-Quarterback insgesamt fünfmal. Zusätzlich musste er 17 Quarterback-Hits einstecken.
Besonders bemerkenswert war die Leistung angesichts der personellen Ausfälle. Mit Patrick Surtain II und Safety Talanoa Hufanga fehlten den Broncos zwei wichtige Verteidiger. Dennoch gelang es der Defense, gleich drei Turnover zu erzwingen und Seattle über weite Strecken auszubremsen.
Lange Zeit hatte es sogar nach einem souveränen Erfolg ausgesehen. Denver ging durch zwei Touchdowns von R.J. Harvey und J.K. Dobbins im zweiten Viertel mit einer 14:3-Führung in die Halbzeitpause. Anschließend kam offensiv allerdings praktisch nichts mehr.
Bo Nix und die Offense bleiben ein Problem
Während die Defense den Sieg sicherte, offenbarte die Offense der Broncos erneut erhebliche Schwächen. Quarterback Bo Nix brachte bei 27 Passversuchen lediglich 107 Yards zustande und blieb ohne Touchdown-Pass. Insgesamt kam Denver auf gerade einmal 168 Yards Raumgewinn.
Auch das Laufspiel konnte nach der Pause keine entscheidenden Impulse mehr setzen. Harvey und Dobbins hatten zwar jeweils einen Touchdown erzielt, doch danach blieb die Offense ohne weitere Punkte. In der gesamten zweiten Halbzeit gelang Denver kein einziger Score.
Damit bleibt trotz des Erfolgs die Frage, wie konkurrenzfähig die Broncos offensiv gegen stärkere Gegner sein können. Nach einem schwierigen Auftaktprogramm steht Denver nun bei vier Siegen und zwei Niederlagen. Die Defense liefert regelmäßig ab, während die Offense weiterhin nach Konstanz sucht.
Auch die Seahawks-Offense enttäuscht
Ähnlich wie bei den Broncos läuft auch bei den Seahawks offensiv längst nicht alles rund. Seattle kam zunächst kaum ins Spiel und erzielte auf den ersten acht Drives lediglich drei Punkte. Erst im Schlussviertel fand die Offense besser in die Partie und kämpfte sich mit einem Touchdown von George Holani sowie einer erfolgreichen Two-Point-Conversion zurück. Für den Sieg reichte es dennoch nicht.
Vor allem Sam Darnold muss sich die Niederlage ankreiden lassen. Zwar brachte er 278 Passing Yards zustande, blieb aber ohne Touchdown-Pass und leistete sich in den entscheidenden Momenten zwei Interceptions. Dabei konnte er sich durchaus auf seine Receiver verlassen: Jaxon Smith-Njigba kam auf 134 Receiving Yards, auch Rashid Shaheed und Cooper Kupp lieferten immer wieder Raumgewinne. Doch wenn es darauf ankam, fehlte Darnold die nötige Präzision. Während Denver sich auf seine Defense verlassen konnte, kosteten Seattle die Fehler des eigenen Quarterbacks am Ende den Sieg.
Seahawks vor schwieriger Aufgabe gegen Kansas City
Für Seattle ist die Niederlage ein weiterer Rückschlag. Die Seahawks stehen nun bei 3-3 und haben innerhalb weniger Tage ihre zweite Niederlage kassiert.
Leichter wird die Aufgabe in der kommenden Woche kaum. Am 25. Oktober empfangen die Seahawks die Kansas City Chiefs mit Quarterback Patrick Mahomes.
Die Broncos treffen am selben Tag zu Hause auf die Arizona Cardinals. Nach dem knappen Erfolg gegen Seattle dürfte Denver vor allem daran arbeiten müssen, die eigenen offensiven Probleme in den Griff zu bekommen.
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