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Tuesday, November 3, 2026

Schatten für Garten und Balkon – Lehren aus dem Hitzesommer 2026: So machen Sie Ihren Garten fit

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Wer im nächsten Sommer einen kühlen Garten geniessen möchte, setzt jetzt auf die richtige Bepflanzung: Hausbäume verdunsten Wasser und kühlen die Luft, Hecken aus einheimischen Arten fördern die Biodiversität. Und Obstbäume schützen Gemüse vor Hitzeschäden – und liefern gleichzeitig eine Ernte.

1. Schatten und angenehmes Mikroklima dank Hausbaum

Ein Hausbaum kühlt den Garten im Sommer besonders effektiv: Seine Wurzeln ziehen Wasser aus der Tiefe, das die Blätter dann verdunsten. Zusammen mit der Bodenverdunstung sorgt das für höhere Luftfeuchtigkeit und ein angenehmes Mikroklima unter und um den Baum.

Nahaufnahme von grünen Ahorn-Blättern an einem Baum im Sonnenlicht.
Legende: Feldahorn hat kleinere Blätter, ist sehr hitzeverträglich und trockenresistent. Silvia Meister

Ein Hausbaum sollte dort gepflanzt werden, wo die Sonne am intensivsten brennt: zum Beispiel mitten auf einem Rasen oder bei einem Sitzplatz, der der Nachmittagssonne ausgesetzt ist. An einem solchen Standort muss der Baum hitzetolerant sein und längere Trockenperioden ertragen können.

Besonders bewährt haben sich im Hitzesommer 2026 der Feldahorn (Acer campestre) und der Schneeballblättrige Ahorn (Acer opalus).

Werden sie mehrstämmig gesetzt, bleiben sie kleiner, als wenn sie einstämmig als Baum wachsen. Beide sind ab Mitte Oktober als Ballenpflanzen im Handel erhältlich.

2. Schatten für Balkon und Terrasse durch Sträucher

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  • Bild 1 von 2. Die heimische Felsenbirne ist sehr hitzeresistent und blüht weiss im März und April. Bildquelle: Silvia Meister.

  • Bild 2 von 2. Die Strauchwicke eignet sich mit ihren biegsamen Zweigen als Kletterpflanze. Bildquelle: Silvia Meister.

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Für einen heissen, nach Süden bis Südwesten ausgerichteten Balkon oder eine entsprechende Terrasse werden sehr hitzeverträgliche Sträucher benötigt. Damit sie ausreichend wachsen können, sind Gefässe mit einem Durchmesser und einer Tiefe von mindestens 50 Zentimetern ideal.

Für einen funktionierenden Wasserabfluss ist die richtige Schichtung im Topf entscheidend:

  • Bei Töpfen bis 50 Zentimeter sorgen Tonscherben über dem Abflussloch dafür, dass das Wasser gut ablaufen kann.
  • Bei grösseren Töpfen wird zuunterst eine etwa 4 Zentimeter hohe Schicht Blähton eingefüllt, gefolgt von einem Trennvlies und erst darauf Pflanzerde.

Für mehrjährige Sträucher ist eine spezielle, strukturstabile Kübelpflanzenerde wichtig. Im Gegensatz zu rein organischer Blumenerde enthält sie Anteile von Landerde, Vulkangestein oder Blähtonbruch. Diese Zusammensetzung sorgt dafür, dass die Erde dauerhaft luftig und locker bleibt.

Hervorragend geeignet für leichten Schatten auf sonnig-heissen Terrassen und Balkonen:

  • Die heimische Felsenbirne (Amelanchier ovalis), auch Felsenmispel oder Fluhbeerli genannt, bildet rasch Ausläufer, wächst eher schmal als breit und erreicht eine Höhe von gut zwei Metern. Im April trägt sie cremeweisse, traubige Blütenstände. Die im Juli reifenden dunkelblauen bis schwarzen Beeren sind essbar. Im Herbst verfärben sich ihre Blätter intensiv orange und rot.
  • Die Strauchwicke (Hippocrepis emerus) zeichnet sich aus durch bis zu zwei Meter lange, sehr biegsame grüne Zweige und ein feines, gefiedertes Blattwerk. Sie erzeugt einen leichten, lichtdurchlässigen Schatten, der für eine luftige Atmosphäre auf dem Balkon sorgt. Die flexiblen Zweige lassen sich ins Balkongeländer einflechten oder an einem Klettergerüst hochziehen. Von April bis weit in den Mai hinein blüht die Strauchwicke gelb.

3. Kinderfreundlicher Garten auch an Hitzetagen

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  • Bild 1 von 2. Der Garten mit Bäumen als kühle Oase an Hitzetagen. Bildquelle: Depositphotos.

  • Bild 2 von 2. Die Kornelkirsche blüht lange im Frühling. Bildquelle: Silvia Meister.

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Kornelkirsche (Cornus mas) und Felsenkirsche (Prunus mahaleb) eignen sich besonders gut für einen kinderfreundlichen Garten. Sie sind hitzeresistent und ertragen längere Trockenzeiten problemlos.

Beide sorgen mit ihrem Schatten für ein angenehmes Mikroklima bei einem Sandkasten, einer Schaukel oder auf einem Spielrasen. Dank ihres sehr harten und dauerhaften Holzes eignen sie sich ideal für Kinder zum Klettern und Verstecken.

Die Blüten von Kornelkirsche und Felsenkirsche duften aromatisch und die im August reifenden Früchte sind essbar.

Beide Gehölze sind ab Mitte Oktober als Ballenpflanzen oder im Topf erhältlich.

  • Die Kornelkirsche blüht sehr früh und lang anhaltend von Februar bis März. Ihre Blüten sind kugelig angeordnet und wirken wie gelbe Blütenbälle. Sie trägt rote Früchte, die roh oder als Konfitüre ausgezeichnet schmecken. Die Kornelkirsche wird gut fünf Meter hoch und wächst breit ausladend, lässt sich jedoch sehr gut auslichten.
  • Die Felsenkirsche blüht direkt anschliessend von April bis Mai mit weissen, traubenförmig angeordneten Blüten. Die schwarzen Früchte besitzen nur eine dünne bittersüsse Fruchtfleisch- und Hautschicht um den Stein herum und sind kulinarisch eher weniger interessant. Die Felsenkirsche wird noch etwas grösser als die Kornelkirsche und besitzt eine malerische Wuchsform, ähnlich einer kleinen Trauerweide.

4. Schattenspendende Hecke

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  • Bild 1 von 2. Der Blasenstrauch blüht und fruchtet gleichzeitig. Bildquelle: Silvia Meister.

  • Bild 2 von 2. Efeu ist hitzeresistenter, als man denken würde. Bildquelle: Silvia Meister.

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Eine Hecke aus einheimischen Arten ist wichtig für die Biodiversität: Sie vernetzt den eigenen Garten mit angrenzenden Lebensräumen – sei es ein Spielplatz, der Garten der Nachbarn oder eine Wiese.

In der Hecke versickert Regenwasser, durch die Laubabdeckung bleibt der Boden länger feucht, und dank ihres Schattens wird das Mikroklima gekühlt. Hecken sind zudem Lebensraum für Nützlinge und helfen so, Schädlinge von Nutz- und Zierpflanzen fernzuhalten.

  • Weissdorn
  • Liguster
  • Blasenstrauch
  • Berberitze
  • Filzrose
  • Kreuzdorn
  • Reichstachelige Rose
  • Diverse weitere einheimische Arten

5. Obstbäume liefern und schützen die Ernte im Nutzgarten

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  • Bild 1 von 2. Grossfruchtige Mispeln schmecken nach dem Frost süss. Bildquelle: Silvia Meister.

  • Bild 2 von 2. Eine reiche Ernte von den auf Baumhasel veredelten Haselnüssen. Bildquelle: Silvia Meister.

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Extreme Hitze verursacht schwere Schäden an Gemüse und Beeren. Tomaten und Buschbohnen werden bei Temperaturen über 32 Grad unfruchtbar, da der Blütenstaub verklebt oder bereits in der Knospe zugrunde geht. Fenchel schiesst infolge des Hitzestresses in die Höhe, statt Knollen zu bilden. Blumenkohl und Beeren können Sonnenbrand erleiden.

Für den sonnigen Nutzgarten sind hitzeresistente, fruchttragende Obstbäume wie Quitte, Mispel und auf Baumhasel veredelte Haselnuss besonders sinnvoll.

  • Tiefe Pfahlwurzeln (bis zu 3 bis 4 Meter) erschliessen Wasser aus tiefen Bodenschichten und konkurrieren nicht daneben wachsendes Gemüse und Beerenpflanzen.
  • Laubwerk beschattet und kühlt den Boden, wodurch Feuchtigkeit länger erhalten bleibt.
  • Bäume liefern zusätzliche Ernte und lassen sich mit Pflegeschnitten gut auf praktischer Grösse halten.
  • Falllaub dient im Winter als wertvoller Mulch für den Boden.

Radio SRF 1, Ratgeber, 2.11.2026, 11.10 Uhr ;  Silvia Meister

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