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Sunday, September 20, 2026

Mova S70 Roller im Test: Fairer Preis für guten Saugroboter mit Wischwalze

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Der Mova S70 Roller bietet für 449 Euro eine echte Wischwalze statt einfacher Mopps. Wir zeigen im Test, wo der günstige Saugroboter überzeugt und wo nicht.

Wischwalze statt Wischmopps – das ist bei Saugrobotern unter 500 Euro alles andere als selbstverständlich. Die meisten günstigen Modelle setzen auf rotierende Mopps oder feuchte Tücher, während echte Wischwalzen bislang teureren Geräten vorbehalten waren. Der Mova S70 Roller durchbricht diese Grenze: Für 449 Euro bringt er ein Wischwalzensystem mit, das Schmutz aktiv vom Boden abträgt, per Abstreifer aus dem Flor entfernt und dabei kontinuierlich mit Frischwasser arbeitet.

Damit positioniert sich der S70 Roller als preislicher Ausreißer nach unten in einem Segment, in dem Wischwalzen sonst deutlich mehr kosten. Dazu kommt eine ordentliche Saugleistung von 28.000 Pa (Pascal) und ein für die Preisklasse angenehm flaches Gehäuse. Mova siedelt den S70 Roller klar in der Einstiegsklasse an – ohne dabei bei der zentralen Reinigungstechnik zu sparen.

Ob der günstige Preis sich bei Navigation, App und Ausstattung rächt, klären wir im Test. Das Testgerät hat uns Mova zur Verfügung gestellt.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Mova S70 Roller?

Der Mova S70 Roller gibt sich betont schlicht. Das Gehäuse besteht aus weißem oder schwarzem Kunststoff, ohne auffällige Akzente oder Designspielereien. Die Verarbeitung wirkt für die Preisklasse solide.

Mit 90 mm Höhe fällt der Roboter nicht extrem flach aus, unterbietet damit aber viele Konkurrenten. Nur wenige Modelle kommen in Richtung 8 cm oder darunter. Für flache Möbel wie eine Couch ist dieser Vorteil Gold wert – hier kommt der S70 Roller hin, wo dickere Geräte scheitern. Mit 350 mm Durchmesser liegt er im üblichen Rahmen.

Mova S70 Roller – Bilderstrecke

Mova S70 Roller – Bilderstrecke

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Die Station präsentiert sich ebenfalls zurückhaltend: eine glatte Front mit mattem Schliff, ganz ohne Akzente. Lediglich rechts sitzt eine Leiste mit einem LED-Statusbalken. Angenehm ist die kompakte Bauform der Station – sie misst 340 × 503 × 255 mm und benötigt damit weniger Stellfläche als viele wuchtige Premium-Stationen. Trotz der kompakten Maße bietet sie ordentliche Kapazitäten: 5 l Frischwasser, 4,5 l Schmutzwasser und einen 3,2-l-Staubbeutel.

Das Herzstück bildet die Wischwalze, die Mova als „Hydroforce“-Walze bezeichnet, zusammen mit der Anti-Tangle-Hauptbürste. Dabei handelt es sich um eine reine Gummibürste, die jedoch für besseres Abwickeln von Haaren speziell geformt ist. Klingen oder einen Kamm hat sie aber etwa nicht. Die ausfahrbare Seitenbürste sitzt rechts, ergänzt um eine ebenfalls rechts platzierte Gummilippe, die Schmutz gezielter zur Mitte schieben soll.

Einrichtung: Wie schnell ist der Mova S70 Roller betriebsbereit?

Die Inbetriebnahme läuft wie bei anderen Mova-Modellen ab. Roboter einschalten, QR-Code mit der App Movahome scannen, dann die Dock- und Punktreinigungs-Taste 3 s gedrückt halten und den Roboter mit dem WLAN verbinden. Hier unterstützt der S70 Roller nur 2,4-GHz-Netze oder Hybridnetze aus 2,4 und 5 GHz. Für das Jahr 2026 ist das nicht mehr zeitgemäß, bei einem günstigen Modell aber noch zu verschmerzen.

Nach der Verbindung mit dem Geräte-Hotspot folgt die Einrichtung in der App. Dort fragt sie typische Angaben zum Haushalt ab, etwa ob Haustiere vorhanden sind und ob eine besonders gründliche Kanten- und Eckenreinigung gewünscht ist. Auch ein Nicht-stören-Modus lässt sich festlegen. Anschließend kann man einen Sprachassistenten aktivieren oder diesen Schritt überspringen. Unterstützt werden Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri. Nach einem Firmware-Update von rund 10 min startet die Kartierung. Sie dauerte im Test rund 25 min, hängt aber stark von der Wohnungsgröße ab.

Die App ist deutlich übersichtlicher als früher. Mova hatte vor einiger Zeit einen lange kritisierten Fehler behoben: Das Auswahlfeld für Zonenreinigungen ruckelt beim Verschieben nicht mehr, sondern bewegt sich flüssig. Eine Suchfunktion in den Einstellungen hilft, einzelne Funktionen schneller zu finden. Die Reinigungsoptionen fallen umfangreich aus: nur saugen, nur wischen, beides gleichzeitig, wischen nach dem Saugen oder pro Raum individuell.

Zudem kann man Saugstärke in vier Stufen, die Walzenfeuchte in 32 Stufen einstellen sowie die Enge der gefahrenen Bahnen festlegen. Mit Clean Genius passt der Roboter die Reinigungsparameter automatisch an und orientiert sich dabei an der Reinigungshäufigkeit. Unter dem Menüpunkt Gerätewartung lässt sich mittlerweile auch das Wasser aus dem internen Wassertank des Roboters abpumpen – nützlich beim Einmotten oder vor einem Umzug. Früher fehlte eine solche Option.

Praktisch ist eine Zonenauswahl zum Aufnehmen nasser Stellen: Dabei gibt der Roboter kein zusätzliches Wasser ab und fährt mit trockener Walze über den Bereich. Für die erste Reinigung nach dem Kartieren schlägt die App eine erste Tiefenreinigung vor, bei der Saugen und Wischen nacheinander erfolgen. Das lässt sich auch überspringen. Movas Sprachausgabe ist gut verständlich, sowohl inhaltlich als auch akustisch, und beschränkt sich aufs Wesentliche – der Roboter hat weniger Gesprächsbedarf als manch anderes Modell.

Navigation: Wie gut erkennt der Mova S70 Roller Hindernisse?

Die Navigation erledigt der S70 Roller per dToF-Lasersensor und Kamera. Im Test verhält er sich sehr ordentlich: Er bleibt nicht hängen, faltet Teppiche nicht auf und findet aus dem Stuhlbeingewirr unter dem Küchentisch selbstständig heraus. Die Stühle schiebt er dabei nicht und agiert auch in kniffligen Situationen nicht rabiat.

Nur an den Freischwingerstühlen mit Bodengestell klettert er sehr unbeholfen hoch – das klingt ungut und hört sich auch so an, am Ende findet er sich aber selbst wieder heraus. Die Teppicherkennung arbeitet zuverlässig und hebt die Wischwalze bis 12 mm an. Insgesamt navigiert der S70 Roller souveräner, als es der Preis vermuten lässt.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Mova S70 Roller?

Die Reinigungsleistung überzeugt im Test. Der S70 Roller entfernt nahezu alle Schmutzpartikel – ob grob oder fein – zuverlässig mit Saugeinheit und Wischwalze. Die Saugleistung liegt bei 28.000 Pa.

Ein spannendes Detail ist die Kombination aus ausfahrbarer Seitenbürste rechts und einer auf der anderen Seite sitzenden Gummilippe. Wie bei fast allen Modellen dreht die Seitenbürste etwas zu schnell und schleudert dadurch Partikel weg. Die Gummilippe fängt diese verstreuten Partikel noch ein und schiebt sie gezielt zur Mitte, wo sie sonst liegen bleiben würden. Das Konzept ist clever – allerdings kann sich der Gummikamm je nach Bodenbelag und überfahrenen Gegenständen mit der Zeit abnutzen.

Auf Teppichen überzeugt der Roboter ebenfalls. Er erkennt sie auch nachträglich und befährt sie ordentlich. Feiner Staub, im Test simuliert durch Mehl, wird fast vollständig entfernt. Grobe Partikel wie Haferflocken bleiben etwas häufiger liegen, doch auch hier ist die Quote gut.

Mova S70 Roller – Reinigung

Mova S70 Roller – Reinigung

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Das Besondere ist hier die Wischwalze bei einem günstigen Saugroboter. Anders als bei einfachen Wischmopps trägt die Walze Schmutz effektiver vom Boden ab. Ein Abstreifer entfernt den Schmutz aus dem Flor der Walze und führt ihn in den Schmutztank ab – den man dann aber auch mindestens einmal pro Woche auswaschen sollte. Zugleich benetzt der Roboter die Walze während der Fahrt mit frischem Wasser aus dem 150-ml-Tank – so verteilt sie deutlich weniger Schmutz im Raum als gesättigte Mopps. Sind Wischmopps stark verschmutzt oder gesättigt, können sie Schmutz und Flüssigkeiten eher verteilen, bevor der Roboter zur Reinigung in die Station zurückkehrt.

Der systembedingte Nachteil: Walzensysteme bringen mehr Wasser auf den Boden auf, gerade, weil sie kontinuierlich Frischwasser auf die Walze geben. Für empfindliches Parkett kann das ein Problem sein, weil das Holz aufquellen und Schaden nehmen kann. Wer viel Parkett hat, fährt mit den nasseren Wischwalzen also nicht in jedem Fall besser als mit Wischmopp-Systemen – hier sollte man die Wischintensität im Blick behalten.

Die Station kümmert sich anschließend um die Hygiene: Sie wäscht die Walze mit Warmwasser bei bis zu 80 °C und trocknet sie mit Heißluft bei rund 70 °C. Zusätzlich saugt die Station den Staubbehälter des Roboters automatisch ab und füllt den Frischwassertank nach.

Bei der Lautstärke zeigt sich der günstigere Anspruch: Beim Saugen messen wir etwa 55 dB(A), bei der Moppwäsche mit Pumpgeräuschen rund 66 dB(A). Auffällig ist das Fahrgeräusch selbst ohne aktives Saugen oder Wischen – es liegt spürbar über dem von Topmodellen. Ein Dreame Aqua10 Ultra Roller (Testbericht) etwa fährt so leise, dass man ihn kaum herannahen hört und regelmäßig erschrickt. Diese Laufruhe erreicht der S70 Roller nicht.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Mova S70 Roller?

Der S70 Roller arbeitet mit einem 5,2-Ah-Lithium-Ionen-Akku. Für unseren rund 60 m² großen Testraum benötigt er im Standardmodus mit parallelem Saugen und Wischen etwa 39 % der Akkuladung. Der Vorgang dauert 76 min ohne die Stationsreinigungen und rund 90 min mit den Reinigungen sowie der Rückkehr von und zur Station.

Für eine 4 m² große Fläche im reinen Saugbetrieb auf maximaler Stufe benötigt er 6 min und verbraucht dabei rund 6 % an Akkukapazität. Die Ladezeit gibt Mova mit 3,5 h an. Für das Nachladen von zwölf Prozent benötigt er im Test etwa 19 min. Laut Hersteller schafft der Roboter im Wassersparmodus bis zu 1200 m² in einem Durchgang – ein theoretischer Wert, der in der Praxis für nahezu jede Wohnung mehr als ausreicht.

Preis: Was kostet der Mova S70 Roller?

Der Mova S70 Roller kostet regulär 599 Euro, aktuell liegt der Preis bei absolut fairen 449 Euro. Damit ist der günstige Saugroboter mit Wischwalze ein klarer Ausreißer nach unten.

Fazit

Der Mova S70 Roller zeigt, dass ein Saugroboter mit echter Wischwalze nicht mehr als 1000 Euro kosten muss. Für 449 Euro bietet er ein Reinigungssystem, das Schmutz aktiv vom Boden löst, über einen Abstreifer aus der Walze entfernt und kontinuierlich mit Frischwasser arbeitet. In dieser Preisklasse ist das weiterhin eine Ausnahme.

Im Test überzeugt der Roboter mit einer starken Reinigungsleistung auf Hart- und Teppichböden, einer für den Preis souveränen Navigation sowie einer inzwischen übersichtlichen und funktionalen App.

Abstriche gibt es bei der Lautstärke: Das Fahrgeräusch ist präsenter als bei Spitzenmodellen, auch die Walzenwäsche mit 66 dB(A) ist deutlich hörbar. Dass nur 2,4-GHz-WLAN unterstützt wird, wirkt 2026 nicht mehr zeitgemäß, ist angesichts des Preises aber zu verschmerzen. Auf empfindlichem Parkett sollte man zudem die Wassermenge im Blick behalten, denn Wischwalzen bringen systembedingt mehr Feuchtigkeit auf den Boden als klassische Wischmopps.

Letztlich ist der Mova S70 Roller eine klare Empfehlung für alle, die die Vorteile einer Wischwalze zu einem vergleichsweise günstigen Preis suchen und mit einem etwas höheren Fahrgeräusch leben können. Ein starker Preis-Leistungs-Tipp in der Einstiegsklasse.

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