Reise mit Strapazen: Papst Leo XIV. ist in Südamerika zurück
Zum Auftakt seiner zwölftägigen Südamerika-Reise hat Papst Leo XIV. für ein allgemein zugängliches Gesundheitswesen plädiert. Die Gesundheitsversorgung müsse "für alle Menschen verfügbar sein, unabhängig von ihren Mitteln", sagte er in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Leo, der erst vor wenigen Wochen wegen Lungenkrebs operiert worden war, betonte, seine eigene Behandlung habe ihn an die vielen Männer und Frauen denken lassen, denen die Mittel für eine rechtzeitige Diagnose oder eine Therapie fehlten.
In einer Rede auf der zentralen Plaza Independencia beklagte das Oberhaupt der Katholiken zudem die Suizidrate in Uruguay, die zu den höchsten der Welt zählt. Er lobte wiederum die seit vier Jahrzehnten "ununterbrochene Demokratie" mit friedlichen Regierungswechseln - eine Ausnahmeerscheinung in Südamerika. Ebenso erwähnte der Papst die "bemerkenswerte" Leistung des nur dreieinhalb Millionen Einwohner zählenden Staates beim Umbau der Wirtschaft. Ein großer Teil der Unternehmen produziert inzwischen auf Basis erneuerbarer Energien.
"Kreativer Mut"
Bei der ersten großen Messe seiner Lateinamerika-Reise in der Stadt Paysandú wurde Leo später von mehreren Zehntausend Menschen gefeiert. In seiner Predigt rief er dazu auf, den christlichen Glauben mit "kreativem Mut" zu verbreiten und an die nächste Generation weiterzugeben.

Der Südamerika-Besuch, der mit einem 13-stündigen Flug begann, bringt erhebliche Strapazen mit sich. Unter anderem stehen zwölf weitere Flugreisen und zwei Hubschrauberflüge auf dem Plan, mehr als 50 Veranstaltungen - darunter auch Freiluftmessen -, Treffen mit Indigenen im Amazonasgebiet sowie mit Opfern sexuellen Missbrauchs und viele weitere Begegnungen.
"Tag der Familie"
An diesem Sonntag will der Papst Argentinien besuchen. Dort ist die Kirche deutlich präsenter als im strikt laizistischen Uruguay, wo zum Beispiel Weihnachten als "Tag der Familie" tituliert wird. Von Mittwochabend bis Montag kommender Woche will Leo schließlich Peru wiedersehen, wo er - damals noch unter seinem Geburtsnamen Robert Prevost - fast zwanzig Jahre lang als Missionar und Bischof tätig war.

In Südamerika bekennen sich nach Angaben des Vatikans mehr als 390 Millionen Menschen zum katholischen Glauben; weltweit sind es 1,4 Milliarden. Auf dem Kontinent muss die Kirche mit unterschiedlichen politischen Bedingungen zurechtkommen.
So werden die nächsten beiden Gastländer von rechtspopulistischen Staatschefs regiert: Argentinien von Präsident Javier Milei, Peru von Präsidentin Keiko Fujimori. Deren inzwischen verstorbener Vater Alberto Fujimori war in den 1990er Jahren selbst Präsident. Leo hatte ihn in seiner Zeit als Bischof kritisiert.
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