Quarterback Ranking: Youngs Sahnesaison, Herbert stürzt ab - Purdy Top-5
Nach Woche 5 zieht Adrian Franke sein erstes Quarterback-Zwischenfazit: Justin Herbert enttäuscht maßlos, während Bryce Young und Brock Purdy glänzen. An der Spitze zeigt Mahomes wieder, weshalb er ganz weit nach vorne gehört. Und Bo Nix rutscht immer näher Richtung Liga-Keller.
Das Quarterback-Ranking während der Saison bekommt dieses Jahr einen neuen Anstrich. Oder besser: eine neue Gewichtung.
Dies ist der Versuch einer neuen Balance. Quarterbacks verändern sich innerhalb weniger Wochen nicht einfach fundamental. Das ist ein längerer Prozess, der sich, sofern er eintritt, erst in verschiedenen Situationen, Matchups und Umständen bestätigen muss. Eine Handvoll Spiele können hier sehr irreführend sein: Quarterbacks haben drastisch unterschiedliche Umstände und mitunter drastisch unterschiedliche Matchups was den Schwierigkeitsgrad angeht. Das soll nach wie vor berücksichtigt werden.
So funktioniert das Ranking während der Saison jetzt: Die Tiers der einzelnen Quarterbacks sind nach wie vor die übergreifenden Parameter, um die Big-Picture-Landschaft auf der Position nicht aus dem Blick zu verlieren. Auf- und Abstiege von einem Tier zum nächsten erfolgen erst, wenn sich ein Eindruck über längere Zeit manifestiert hat. Das ist noch immer die übergreifende Big-Picture-Einordnung.
Um aber die aktuelle Saison besser abbilden und die jüngsten Leistungen besser einfließen lassen zu können, sind die Quarterbacks während der Saison nicht nach den übergreifenden Tiers sortiert. Das erlaubt mehr Spielraum beim Sortieren der Quarterbacks.
Stattdessen gewichtet das Ranking jetzt aktuelle Leistungen mehr, ohne aber ausschließlich nur die Eindrücke der letzten vier Wochen darzustellen und natürlich mit dem Kontext der Umstände, der Matchups und der Sample Size der bisher gezeigten Leistungen. Zum Beispiel: Justin Herbert spielt eine ganz schwache Saison. Er landet deshalb aber nicht nach vier Spielen hinter jemandem wie Geno Smith, auch wenn man argumentieren kann, dass Smith einfach nur auf die Auftritte in dieser Saison betrachtet besser gespielt hat. Derartige Verzerrungen sollen weiterhin vermieden werden.
Dieser Spagat ist immer subjektiv, soll aber zu krasse Schwankungen im Ranking verhindern. Klar ist aber auch: Wenn sich Eindrücke aus der Frühphase dieser Saison weiter manifestieren, wird sich das auch im In-Season-Ranking bemerkbar machen.
Die Tiers sind nach wie vor diese:
Tier 1: Elite Quarterbacks
Tier 2: Franchise Quarterbacks
Tier 3: Gute Starter, wegen denen man gewinnen kann
Tier 4: Solide Starter, mit denen man gewinnen kann
Tier 5: Upside-Quarterbacks mit Potenzial für mehr
Tier 6: Kurzzeit-Lösungen und Quarterbacks, die um ihren Startplatz spielen

#186: NFL Preview Week 5 - Das Chargers-Desaster & der Jaguars-Hype
Unglaublich, aber wahr: Rund ein Viertel der Regular Season der NFL ist schon rum. Wir können jetzt - zumindest grob - einschätzen, welche Teams dieses Jahr richtig gut sind - und welche nicht. Nur drei Mannschaften sind noch ungeschlagen. Ihnen gegenüber stehen aber fünf Teams, die bislang nur Pleiten kassiert haben. Wer darf dieses Wochenende endlich mal jubeln? Was sind die Top-Duelle? Auf wen wird es besonders ankommen? Das hier sind die Themen, die Thomas, Jan, Fynn und Kucze in der neuen Folge „Icing the kicker“, präsentiert von bwin, für euch besprechen: - AUFREGER DER WOCHE - das Chargers-Desaster - MATCHUP DER WOCHE: Los Angeles Rams - Buffalo Bills - HOT OR COLD - Die Jaguars sind reif für den Super Bowl - ICEBREAKER DER WOCHE - Emanuel Wilson, Running Back der Seattle Seahawks - UPSET PICKS Viel Spaß beim Hören! Die nächste Folge von „Icing the kicker“ erscheint am 15. Oktober. Und denkt dran: Glücksspiel ist erst ab 18 und kann süchtig machen. Spielt mit Verantwortung. Weitere Infos und Beratung gibt’s unter buwei.de
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NFL Quarterback Ranking nach Week 5
NICHT GERANKED: Caleb Williams, Bears (Tier 3)
Es ist ausgesprochen schade, dass wir nicht jetzt schon ein vernünftiges erstes Caleb-Williams-Saison-Zwischenfazit ziehen können. Denn Williams' Auftritt in Woche 1 gegen die Panthers war spektakulär, mit einer Reihe außergewöhnlicher Big Plays, aber auch mehr Konstanz als Passer - genau das, was man sich im nächsten Schritt von ihm erhofft hatte.
Williams sollte bald von seiner Verletzung zurückkommen, und wenn er dann daran anknüpfen kann, wird der Weg Richtung Top 10 gehen.
NICHT GERANKED: Baker Mayfield, Bucs (Tier 4)
Als Mayfield letztes Jahr mit Blick auf die Boxscore-Statistiken seinen heißen Saisonstart hingelegt hat, habe ich nicht zuletzt auch hier in diesem Ranking die Frage gestellt, wie lange das noch gut gehen kann. Wie lange Mayfield noch mit so viel Turnover-Glück davonkommen kann, sodass nur die Big Plays auf der anderen Seite positiv stehen bleiben.
Lange dauerte es anschließend nicht mehr, all das relativierte sich im Laufe der Saison. Und der Start dieses Jahr war das Gegenteil. Mayfield spielte noch wilder und wurde knallhart dafür bestraft. Aber das ist der Quarterback, der er ist und das wussten auch die Bucs, als sie ihn kurz vor Saisonstart doch noch bezahlt haben.
30. Malik Willis, Dolphins (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 26
Eine der zentralen Aufgaben dieser Dolphins-Saison war und ist es, herauszufinden, ob Malik Willis mehr als eine reine Übergangslösung sein kann. Insbesondere, wenn Miami einen sehr hohen Pick im kommenden Draft haben wird - wovon man Stand heute ausgehen kann - werden die Verantwortlichen wissen müssen, ob sie Willis mit diesem Pick ersetzen müssen. Oder ob sie Draft-Kapital nutzen sollten, um um Willis herum etwas aufzubauen.
Das erste Zwischenfazit: Willis ist nicht mehr als eine reine Übergangslösung. Er hat nicht die Konstanz als Passer, und damit er als Starter funktioniert, müsste man die Offense sehr spezifisch um ihn herum aufbauen. So wie die Packers es in der kleinen Sample Size letztes Jahr gemacht haben.
Die Dolphins machen das bislang noch nicht, was für sich betrachtet schwer nachvollziehbar ist. Wo liegt der Sinn darin, Willis zu verpflichten, wenn man dann nicht die Offense auch gemäß seiner Stärken und seiner Athletik aufbaut? Der Großteil von Willis' Rushing-Production kommt bislang über Scrambles zustande, und so lernen die Dolphins bisher lediglich, dass Willis als reiner Passer nicht die Antwort ist. Aber das ist nun keine wirklich bahnbrechende Erkenntnis.
29. Jameis Winston, Giants (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: nicht geranked
Es gibt ihn noch immer, den Gunslinger Jameis Winston, der eine Handvoll Big Plays auflegen und so Spiele fast aus dem Nichts interessant machen kann. Doch diese Version von Jameis Winston ist seltener geworden. Das könnte auch daran liegen, dass sein Arm doch merklich nachzulassen scheint - was wiederum, mit seiner Spielweise, die Turnover-Risiken nochmal hochschraubt.
Die Giants haben bereits drei Spiele gewonnen und kamen jüngst gegen Washington in einem dramatischen Spiel zurück, um sich zumindest ein Unentschieden zu holen. Und ohnehin ist es eine Saison, die man für die Giants infolge der Verletzung von Jaxson Dart anders bewerten muss.
Ich gehe davon aus, dass wir J.J. McCarthy im Laufe der Saison hier noch sehen werden. Noch erfordert der Record keinen Quarterback-Tausch, aber Winstons individuelle Leistungen legen gleichzeitig auch nahe, dass das vermutlich nur eine Frage der Zeit ist.
28. Deshaun Watson, Browns (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 32
Ich bin ehrlich: Ich hatte nicht erwartet, dass ich im ersten Quarterback-Ranking dieser Saison noch über Deshaun Watson schreiben würde. Da schien es wahrscheinlicher, dass zu diesem Zeitpunkt bereits Shedeur Sanders übernommen hat, weil Watson nach einigen schlechten Spielen zum Start zum Backup degradiert wurde.
Und nach dem Auftaktspiel gegen Jacksonville schienen wir auch auf exakt diesem Kurs zu sein. Watson lieferte in Woche 1 eine desolate Partie ab, die wenig Grund zu der Annahme gab, dass er sich noch lange als Starter würde halten können.
Doch danach wurde es besser. Ein solider Auftritt gegen die Bucs, und dann vor allem ein gutes Spiel zwei Wochen später gegen Pittsburgh. Watson hat noch immer Spiele wie das gegen Jacksonville oder auch das gegen Carolina drin, als er zwar mit einigen Scrambles kritische Plays kreierte, als Passer aber mitunter desolat war. Viel zu spät mit seinen Entscheidungen, ungenau und dann mehrfach enormes Turnover-Glück. Gegen Pittsburgh spielte er deutlich besser on-time, war sicherer in seinen Entscheidungen und prompt hatte die Offense ein überraschend gutes Spiel. Gegen die Jets am Sonntag erinnerte er dann alle daran, dass das nächste desolate Spiel mit ihm immer bereits hinter der nächsten Ecke lauern könnte.
Watson ist eine Wundertüte. Die bisherige Saison legt den ganz simplen Schluss nahe, dass wir Woche für Woche nicht wissen, welche Version wir von ihm bekommen. Aber die positive sportliche Erkenntnis ist, dass zumindest eben die bessere Version von Watson doch noch möglich ist. Selbst vereinzelt hatte ich das vor Saisonstart nicht mehr erwartet.
27. Cam Ward, Titans (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 30
Ich will Ward noch nicht gänzlich abschreiben. Das wäre nicht fair, angesichts der desolaten Umstände in seiner Rookie-Saison. Und Ward hat fraglos Potenzial - natürlich, er war nicht zufällig der Nummer-1-Overall-Pick.
Doch das, was ich in seiner Rookie-Saison mochte, nämlich das ambitionierte Denken als Passer, das Suchen und Finden von Big Plays, fehlt dieses Jahr bislang noch. Und im Gegenzug setzen sich die Schwächen aus seiner ersten Saison nahtlos fort: Die langsamen Progressions, die bisweilen absurden Turnover, die Ungenauigkeiten im Passing Game, der generelle Mangel an Konstanz, der Umgang mit Pressure.
Es ist nicht selten, dass Quarterbacks im Laufe ihrer zweiten Saison einen merklichen Sprung machen. Und Ward war zuletzt leicht verbessert, verglichen mit den ersten Spielen. Doch den echten Sprung muss ich bei ihm erst sehen.

Cam Ward muss schnell unter Beweis stellen, dass er die langfristige Lösung für die Titans sein kann. IMAGO/ZUMA Press Wire
26. Jacoby Brissett, Cardinals (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 27
Brissett ist eine reine Bridge-Lösung, das wussten wir auch vor der Saison schon. Und die Zeit für ihn als Starter läuft spürbar ab. Zu viele Turnover-Bälle, zu viele verpasste Reads, zu viele kurze Pässe statt die Offense vertikal zu öffnen.
Die Offense kann mit Brissett funktional sein. Das war etwa gegen die Chargers und gegen die Niners der Fall. Brissett bringt die Toughness in der Pocket und die Bereitschaft, den Ball auch gegen Druck über die Mitte zu werfen, mit, die LaFleur für seine Offense braucht.
Trotzdem limitiert er die Offense spürbar. Wenig Vertikalität in seinem Ansatz, viel der Production am Sonntag gegen Detroit etwa kam erst, als das Spiel entschieden war und er mit den kurzen Pässen den Ball bewegen konnte.
Das ist nicht genug. Brissett ist nicht die langfristige Lösung und aktuell gibt er einer Offense mit angeschlagener Line und ohne Run Game auch in der Rolle als Übergangslösung nicht genug, um Spiele gewinnen zu können. Letztlich ergibt es für Arizona Sinn, früher oder später im Laufe der Saison herauszufinden, was sie in Carson Beck haben. Und wenn Brissett so weiter spielt, eher früher.
25. Geno Smith, Jets (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 29
Ähnlich wie Brissett ist Geno Smith die prototypische Besetzung für das sechste Quarterback-Tier und für das untere Viertel im Gesamtranking.
Smith ist gut genug, dass man von ihm in vorteilhaften Matchups gute Spiele bekommen kann. Das Lions-Spiel war das Paradebeispiel dafür, aber auch gegen die Titans in Woche 1 war er gut. Verlässlich ist das aber nicht, und die Effizienz kann von Woche zu Woche ebenfalls massive Schwankungen haben.
Smith ist am besten, wenn er Defenses tief attackieren kann. Das ist Matchup-abhängig, aber auch abhängig davon, wie fit die Jets-Playmaker sind. Bislang hält er die Turnover überraschend niedrig, was den Jets in Spielen wie gegen die Browns am Sonntag eine Chance gibt. Hält er das aufrecht, ist er eine solide Lösung bis Saisonende für die Jets, bei denen dann der Fokus auf der Quarterback-Position Richtung Draft gehen dürfte.
24. Daniel Jones, Colts (Tier 4)
Ranking vor Saisonstart: Platz 21
Das ist die nüchterne Jones-Analyse: Ja, in einer Offense, die rund läuft, die es ihm erlaubt, den Ball zum ersten Read zu feuern, die strukturell viel trägt mit dem Run Game und Yards nach dem Catch, in einer solchen Offense ist Jones ein effizienter Passer, der zu einer Top-10-Offense beitragen kann. Vielleicht, wie früh in der vergangenen Saison, sogar zu einer Top-5-Offense.
Aber das ist eben die absolute Best-Case-Version. Wenn alles um ihn herum passt. Was natürlich zu der Frage führt: Wie relevant - oder wie austauschbar - ist der Quarterback, wenn er ideale Umstände braucht?
Bereits vor der Verletzung letztes Jahr und dann auch in der Frühphase dieser Saison sehen wir, was passiert, wenn Defenses ihm den ersten Read wegnehmen. Wenn das Run Game nicht so greift, wenn er mehr in klaren Dropback-Situationen ist.
Jones hat dann immer noch eine gewisse Toughness in der Pocket und kann Plays am Leben halten. Trotzdem spielt er deutlich schwächer als im Vorjahr, und das, obwohl er sich von der Verletzung gut regeneriert zu haben scheint. Die Colts steuern auf einen größeren Umbruch zu, und dann wird auch die Zukunft von Jones in Indianapolis zur Diskussion stehen.
23. Aaron Rodgers, Steelers (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 22
Rodgers fällt gleich zwei Tiers und befindet sich nicht nur alterstechnisch im spätesten Spätherbst seiner Karriere.
Der Sieg gegen die Colts war ein Paradebeispiel dafür, wie die Steelers-Offense aktuell im besten Fall punktet: Mit Big Plays aus kurzen Pässen, mit Rodgers, der wenig machen muss, um auf über 230 Yards und drei Passing-Touchdowns zu kommen. Als reiner Ballverteiler im Quick Game.
Problematisch wird es, wenn die Steelers mehr von ihm brauchen. Er hatte sein Positiver-Ausreißer-Spiel gegen die Bengals - das hatte er letztes Jahr kurioserweise auch -, aber als eben das betrachte ich es Stand heute: Als positiven Ausreißer.
22. Bo Nix, Broncos (Tier 4)
Ranking vor Saisonstart: Platz 18
Keine Offense ist so frustrierend wie die der Denver Broncos, und das liegt nicht nur an ihrem Quarterback, es liegt aber auch an ihrem Quarterback. Dass die Broncos nach wie vor kein Run Game haben und Screens bei langen Down-and-Distance-Situationen regelmäßig als die beste Option sehen, dafür kann Nix wenig. Wenngleich es vermutlich auch in Teilen einen Mangel an Vertrauen in den eigenen Quarterback ausdrückt.
Was aber auch deshalb umso stärker ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass Nix die offenen Fenster, die für mehr Explosivität und für vertikale Completions offen wären, nur allzu bereitwillig verstreichen lässt, um Checkdowns zu nehmen.
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Kein Quarterback spielt derzeit als Passer so ambitionslos wie Bo Nix, es sei denn, die Broncos liegen deutlich zurück und er muss die Aggressivität hochfahren. Und das, obwohl er meist gute Pockets und Zeit hätte, um vertikal zu attackieren. Und auch seine Mechanics wackeln auffällig. Er springt beim Wurf, wenn er es nicht müsste. Er wirft im Zurückweichen, obwohl er eine saubere Pocket hat. Er bewegt sich in der Pocket unnötig in Druck rein oder verlässt saubere Pockets. Generell sein Pocket Management ist nicht gut, dabei war Umgang mit Druck und das Vermeiden von Sacks eigentlich eine seiner Stärken.
All das kombiniert damit, dass er als Scrambler bislang nicht viel macht und große Probleme im Umgang mit Blitzes hat, lässt ihn weiter abrutschen. Vielleicht ist die Knöchelverletzung doch noch ein Problem. In jedem Fall muss sich hier dringend etwas ändern.
21. Michael Penix, Falcons (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: nicht geranked
Die ersten beiden Spiele nach der langen Verletzungspause hätten für Penix kaum besser laufen können. Sowohl gegen die Packers als auch gegen die Saints dominierten die Falcons das Spiel mit ihrem Run Game, genau wie defensiv mit ihrer Run Defense, sodass die Rolle des Quarterbacks auf das reine Ballverteilen und das Vermeiden von Fehlern reduziert wurde, um jeweils deutliche Siege einzufahren.
Diese Rolle füllte Penix in beiden Spielen gut aus. Gegen die Ravens am Sonntagabend war dann anderes gefordert. Gegen Baltimore konnten die Falcons den Ball nicht wie zuletzt laufen, mehr hing vom Passing Game ab. Und nach einem holprigen Start hatte Penix eine gute zweite Hälfte, zeigte seine Aggressivität, die Armstärke und auch Pässe in schwierige Fenster.
Das war ein Spiel, auf dem man aufbauen kann. Und trotz der Niederlage und trotz einiger verpasster Gelegenheiten insgesamt für die Offense in der zweiten Hälfte war es ein Spiel, das bei Penix für die weitere Saison optimistisch stimmen darf.
20. Jalen Hurts, Eagles (Tier 3)
Ranking vor Saisonstart: Platz 17
Schon vor Saisonstart schien diese Eagles-Saison nur in Extremen enden zu können. Entweder, die neue Offense würde greifen, Hurts darin als Passer funktionieren und Philadelphia wäre direkt wieder ein Titelkandidat. Oder aber, der nächste Coordinator-Fehlgriff von Nick Sirianni würde eine weitere Saison versenken und die ganz großen Fragen auf den Tisch bringen. Nichts dazwischen.
Nach fünf Wochen sind wir ganz klar auf Kurs für Letzteres. Dabei ist es für die individuelle Bewertung von Hurts zusätzlich schade, dass wir ihn nicht in der funktionierenden Version dieses Offense-Konstrukts gesehen haben. Denn Hurts hat über die ersten beiden Wochen positive Ansätze gezeigt, und wenn Philadelphia strukturell besser wäre, vielleicht wäre das Bild von Hurts zum jetzigen Zeitpunkt auch ganz anders.

In einem neuen offensiven bisher noch nicht ganz sattelfest: Jalen Hurts IMAGO/Pro Sports Images
So aber muss man festhalten, dass er zunehmend mit der Offense untergeht. Häufig hat er selbst dabei keinen Spielraum und keine offenen Passfenster, manchmal aber agiert er auch zu zögerlich, nimmt Pässe über die Mitte nicht oder verlässt die Pocket zu schnell. Seine Reads sind teilweise zu langsam, teilweise ist er aber auch von Anfang an in einem Play chancenlos. Auch das Jaguars-Spiel war eines, in dem Hurts gut anfing, positive Momente als Quick-Game-Ballverteiler hatte, das aber nicht aufrechterhalten konnte und sich dann mehr und mehr dem Niveau um ihn herum anpasste und das Spiel der Offense gänzlich entglitt.
Und so bleibt die Frage im Raum, inwieweit Hurts in einer anderen Offense als der sehr spezifischen Eagles-Offense der letzten Jahre, hinter einer Top-Line mit exzellenten Playmakern, funktioniert. Sollte Philadelphia jetzt keinen drastischen Turnaround mehr schaffen, bekommen wir darauf vielleicht im kommenden Jahr unter einem neuen Coach eine finale Antwort.
19. Kirk Cousins, Raiders (Tier 6)
Ranking vor Saisonstart: Platz 28
Es ist schön, Cousins noch einmal in einer Offense zu sehen, die so ideal zu ihm passt. Denn dann bekommt man die Version, die an seine besten Vikings-Jahre erinnert. Die an das erinnert, was Sam Darnold letztes Jahr für Seattle war, oder was Jared Goff in den richtigen Umständen sein kann.
Das ist ein aggressiver Pocket Passer, der Probleme mit Druck durch Toughness in der Pocket und Antizipation als Passer lösen kann. Der die Mitte des Feldes aggressiv attackiert und der ideal für die Under-Center-Play-Action-Offenses ist, die nach wie vor zentraler Bestandteil der NFL sind.
Und das sind Quarterbacks, mit denen man eine sehr gute Offense aufs Feld bringen kann, solange die Umstände passen und die Play-Designs greifen. Denn Cousins wird den Crossern auch später im Play Chancen geben. Und wenn die Pass-Catcher - im Fall der Raiders meist die Tight Ends - zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, wird Cousins den Ball meistens da hin bringen.
Natürlich ist er limitiert was Mobilität angeht, was das Kreieren außerhalb der Pocket angeht und mehr von halbwegs intakten Pockets abhängig als andere Quarterbacks. Das kann dann auch schnell sehr viel schlechter aussehen, so wie gegen die Patriots zuletzt. Und ein gewisses Turnover-Risiko begleitet sein Spiel nach wie vor. Aber Cousins bislang in dieser Saison macht Spaß und ist eine exzellente Übergangslösung für Kubiaks Raiders.
18. Tyler Shough, Saints (Tier 5)
Ranking vor Saisonstart: Platz 23
Der Record des Teams spiegelt es nicht wider. Doch was wir von Tyler Shough im zweiten Jahr sehen, darf Saints-Fans viel Optimismus für die mittel- und langfristige Zukunft geben. Selbst wenn es dieses Jahr noch nicht mit den entsprechenden Siegen belohnt wird.
Shough war bereits letztes Jahr ein guter Ballverteiler und sorgte so für eine Konstanz in der Offense. Das mag ich nach wie vor in seinem Spiel, dieses Jahr aber ist er nochmal signifikant aggressiver und ambitionierter als Passer.
Das ist notwendig, weil die Saints kein Run Game haben und die Defense deutlich anfälliger ist als im Vorjahr. Die Saints brauchen die Big Plays im Passing Game, und Shough liefert die nahezu ausnahmslos - das Vikings-Spiel war eine dieser wenigen Ausnahmen - jede Woche.
Hier zeigt er Antizipation, Touch, Timing, und insbesondere eine hervorragende Connection zu Wide Receiver Chris Olave. Shoughs langfristige Prognose ist positiv. Selbst wenn die Saints als Team vielleicht noch nicht da sind, wo man sie vor der Saison erhofft hatte. Doch gleichzeitig wird Shoughs Saison weitere Schwankungen haben, wenn die Saints weiter so wenig Stabilität um ihn herum aufbauen können.
17. Sam Darnold, Seahawks (Tier 3)
Ranking vor Saisonstart: Platz 13
Darnold erinnert ein wenig an seine eigene zweite Saisonhälfte letztes Jahr. Als er zu viele Fehler in seinem Spiel hatte, zu viele Turnover, zu viele fragwürdige Entscheidungen gegen Druck, dass es auch die eigene Defense torpedierte. Dass parallel das eigene Run Game so gar nicht funktioniert, hilft dabei nicht.
Darnold wirkt wackeliger aus engen Pockets, er ist sehr fixiert auf Jaxon Smith-Njigba, und wenn Defenses JSN phasenweise aus dem Spiel nehmen können, merkt man, wie das auch Darnold zusetzt.
In den Playoffs war er letztes Jahr weitestgehend fehlerfrei, aber die Turnover wurden in der zweiten Saisonhälfte deutlich mehr, während die Big Plays zurückgingen. Zumindest Letzteres ist aktuell noch nicht der Fall, aber insbesondere, bis die Seahawks mehr Konstanz im Run Game finden, brauchen sie von Darnold nicht nur die Big Plays, sondern eben auch die Down-für-Down-Konstanz als Passer. Die fehlt aktuell.
16. Kyler Murray, Vikings (Tier 4)
Ranking vor Saisonstart: Platz 20
Nach der früh in Woche 1 erlittenen Gehirnerschütterung ist die Sample Size mit Murray in Minnesota unter Kevin O'Connell noch vergleichsweise klein. Dennoch gab es bereits einige positive Momente und der Trend zeigt ganz klar nach oben.
Gegen die Bucs hatte er bereits einige vielversprechende Pässe gerade aus dem Under Center Play Action Passing Game. Das setzte sich gegen Miami fort, wo Murray ausdrücklich gut spielte. Er agierte hier aus der Pocket, hielt die Play-Struktur dort intakt, attackierte die Mitte des Feldes und das obwohl der Pass-Rush der Dolphins ihm früh im Spiel bereits zusetzte.
Gegen die Saints knüpfte er daran an. Viele gute Würfe und schnelle Entscheidungen aus der Pocket, generell eine gute und konstante Pace in seinen Progressions und dazu einige wichtige Scrambles.
Es gibt immer noch tiefe In-Breaker, die Murray konstanter attackieren müsste, und die essenziell sind, damit diese Offense ihr volles Potenzial entfalten kann. Ich würde - aber das ist mehr eine Kritik an der Struktur der Offense - nach wie vor gerne sehen, dass O'Connell Murray mehr ins designte Run Game einbindet. Und es gibt auch nach wie vor Plays, und die wird es vermutlich immer geben, bei denen Murray zu schnell die Pocket verlässt, oder aber schlichtweg Passfenster aus der Pocket nicht sieht.
Das aber war alles erwartbar. Hier überwiegen bisher ganz klar die positiven Aspekte: Murray zeigt, dass er in O'Connells Offense als Passer funktioniert. Jetzt gilt es, dabei gemeinsam den nächsten Schritt zu machen.
15. Justin Herbert, Chargers (Tier 1)
Ranking vor Saisonstart: Platz 4
Würde dieses Ranking allein die laufende Saison bewerten und sonst nichts, dann wäre Herbert noch signifikant weiter unten. Er ist der zentrale Fall hier für einen Quarterback, der aktuell ganz schwach spielt, und während wir eine große Sample Size davon haben, dass er deutlich besser ist als das, was er bisher zeigt, muss man ihn dafür dennoch signifikant herunterstufen. Setzt sich das fort, wird dieses Ranking das auch noch drastischer abbilden.
Dabei konnte man nach den ersten beiden Wochen noch festhalten, dass er mit weitem Abstand das geringste Problem dieser Offense war. Ganz im Gegenteil, in diesen Spielen war er es maßgeblich, der der Offense Chancen gab, der schwierige Pässe anbrachte, der Big Plays ermöglichte - nur um in Form von Drops, desolatem Blocking, falschen Routes und einem nicht existenten Run Game im Stich gelassen zu werden.
#186: NFL Preview Week 5 - Das Chargers-Desaster & der Jaguars-Hype
Unglaublich, aber wahr: Rund ein Viertel der Regular Season der NFL ist schon rum. Wir können jetzt - zumindest grob - einschätzen, welche Teams dieses Jahr richtig gut sind - und welche nicht. Nur drei Mannschaften sind noch ungeschlagen. Ihnen gegenüber stehen aber fünf Teams, die bislang nur Pleiten kassiert haben. Wer darf dieses Wochenende endlich mal jubeln? Was sind die Top-Duelle? Auf wen wird es besonders ankommen? Das hier sind die Themen, die Thomas, Jan, Fynn und Kucze in der neuen Folge „Icing the kicker“, präsentiert von bwin, für euch besprechen: - AUFREGER DER WOCHE - das Chargers-Desaster - MATCHUP DER WOCHE: Los Angeles Rams - Buffalo Bills - HOT OR COLD - Die Jaguars sind reif für den Super Bowl - ICEBREAKER DER WOCHE - Emanuel Wilson, Running Back der Seattle Seahawks - UPSET PICKS Viel Spaß beim Hören! Die nächste Folge von „Icing the kicker“ erscheint am 15. Oktober. Und denkt dran: Glücksspiel ist erst ab 18 und kann süchtig machen. Spielt mit Verantwortung. Weitere Infos und Beratung gibt’s unter buwei.de
01:01:47 Stunden
Seitdem aber hat sich Herbert den Umständen zunehmend angepasst, und das ist ein alarmierender Trend. Er hat immer noch außergewöhnliche Würfe im Arsenal und zeigt die vereinzelt auch noch, aber die Konstanz in seinem Spiel, die wir in anderen Saisons auch in schwierigen Umständen von ihm gesehen haben, fehlt dieses Jahr komplett. Stattdessen sind absurde Turnover dazu gekommen, die Herbert in der Form und Häufigkeit noch nie hatte. Seine ganze Saison ist ein massiver negativer Outlier für seine bisherige Karriere. Das macht seine Auftritte dieses Jahr nicht besser, ist aber relevant für die Gesamtbetrachtung.
Mittlerweile spielt er mal wieder hinter einer Backup-Line, die Saison der Chargers ist längst entgleist und angesichts der Umstände wird es auch für Herbert individuell schwer, noch einen Turnaround zu schaffen. Umso mehr, wenn er so spielt wie aktuell: Herbert hatte über die letzten drei Wochen mehr absurde Turnover als über die letzten drei Jahre zusammengenommen. Was wir aktuell von ihm sehen, ist mit weitem Abstand das absolut schlechteste Tape, was Herbert bislang in der NFL produziert hat - in einem Ausmaß, das die Vermutung zulässt, dass nicht nur McDaniels' Offense keine Antworten hat, sondern dass sie Herbert zusätzlich noch in die falsche Richtung schiebt.
14. Jayden Daniels, Commanders (Tier 3)
Ranking vor Saisonstart: Platz 12
Sehr schwer, Daniels aktuell einzuordnen. Auch dieses Jahr hat er bereits wieder einige Spiele verpasst, und das Thema der Verletzungen wird ihn begleiten, bis er zeigt, dass er über einen längeren Zeitraum fit bleiben kann.
Zumindest hat er sowohl gegen die Cowboys, ehe er verletzt raus musste, als auch am Sonntag gegen die Giants alle daran erinnert, was er als Runner kann. Das ist seine zentrale Trumpfkarte, und Washington wäre gut beraten, das auch wieder mehr in die designte Offense einzubauen. Aktuell kreiert Daniels hier in erster Linie selbst als Scrambler.
Das ist natürlich ein legitimes Mittel, um das Passing Game zu unterstützen. Aber Washington könnte hier auch noch mehr herausholen, um das Run Game zu öffnen - und gegebenenfalls dann sogar aufbauend darauf mehr Möglichkeiten im Passing Game zu gewinnen.
Ich mag Daniels nach wie vor als Ballverteiler über die Mitte, Underneath und Intermediate. Das Downfield Passing Game allerdings läuft bislang in dieser Saison noch nicht rund.
13. C.J. Stroud, Texans (Tier 4)
Ranking vor Saisonstart: Platz 19
Der erneute Fehlstart der Texans ist umso frustrierender, weil Stroud bislang eine gute bis mitunter sehr gute Saison spielt. Dabei wissen wir genau, was Stroud ist: Ein guter Pocket-Passer mit einem guten Arm, einem schnellen Release, der die Mitte des Feldes bereitwillig attackiert und der eine funktionierende offensive Struktur auf ein anderes Level heben kann.
Natürlich hat er die in Houston nicht - das Run Game ist abermals nicht existent, die Line funktioniert auch dieses Jahr nicht und Nico Collins hat bereits zwei Spiele verpasst -, sodass man die Bewertung entsprechend kalibrieren muss. Was ich aber ausdrücklich positiv fand, war, dass selbst ohne Collins und ohne Run Game Stroud dennoch die Big Plays suchte - und fand. Teilweise mit extrem schwierigen Würfen.
Vielleicht ist all das am Saisonende nicht viel wert, sollte Houston nach dem 0-4-Start die Playoffs verpassen. Stroud ist aber jedenfalls zum Start dieser Saison ein signifikant besserer Spieler als die Version von ihm, die wir zuletzt in der Postseason gesehen hatten. Und dass er jetzt mit Marvin Harrison wiedervereint wurde, sollte diesen Eindruck zumindest mal nicht verschlechtern.
12. Bryce Young, Panthers (Tier 5)
Ranking vor Saisonstart: Platz 24
Es steht völlig außer Frage, dass wir gerade die beste Phase in der Karriere von Bryce Young erleben. Wöchentlich außergewöhnlich schwierige Pässe, in Kombination mit mehr Konstanz aus der Pocket, mehr Ruhe als Passer, viel konstanteren Reads und Entscheidungen, und das obwohl er regelmäßig aus einer engen Pocket agieren muss.
Noch nie zuvor in Youngs NFL-Karriere war über einen längeren Stretch der Mangel an Physis und Größe so wenig auffällig und so wenig prägend für sein Spiel. Er löst Probleme, er wirkt sicher unter Druck, er hebt den Floor der Offense - bisher - nachhaltig an, und das konnte man so bisher nur selten über ihn sagen.

Bryce Young spielt seine bis dato beste NFL-Saison. IMAGO/Icon Sportswire
Und so bleibt natürlich, und spezifisch bei Young ganz besonders, die Frage: Kann er das aufrechterhalten? Kann er dieses hohe Level konservieren? Das Thema der Sample Size ist bei Young besonders präsent, weil wir nicht nur viel schlechtes Tape zu Beginn seiner Karriere hatten, sondern auch, wenn wir das ausklammern, sehr viel Inkonstanz über die letzten eineinhalb Jahre.
Schafft er es, das jetzt zu ändern, ist sogar noch mehr möglich. Dann werden auch die Panthers zu dem Schluss kommen, dass Young ihre langfristige Quarterback-Antwort ist. Bereits das Spiel am Sonntag gegen die wiedererstarkte Eagles-Defense wird einen weiteren interessanten Datenpunkt dahingehend liefern.
11. Jared Goff, Lions (Tier 3)
Ranking vor Saisonstart: Platz 14
Viel gibt es nicht, was man Goff bislang in dieser Saison vorwerfen kann. Er spielt seine Rolle innerhalb der Offense: als Ballverteiler, als sehr guter Intermediate-Passer und als akkurater Quarterback insbesondere über die Mitte des Feldes.
Selbst als Problemlöser tritt er dieses Jahr häufiger auf, wenn er Druck navigieren muss. Rein als Passer versteht sich, denn ein Runner oder auch ein kreativer Quarterback außerhalb der Pocket wird er wohl nicht mehr.
Und das ist auch in Ordnung, wenn Goff so spielt wie bisher. Wenn er als Passer konstant auch schwierige Fenster attackiert, ohne viele Turnover-Risiken einzugehen. Wenn er der Offense so auch die Explosivität gibt, die im Run Game dieses Jahr bislang nicht oft genug kommt.
Schematisch und auch teilweise personell sind die Lions noch keine Offense, die so aus allen Rohren feuert, wie wir es von dieser Unit in der Vergangenheit schon gesehen haben. An Goff liegt das allerdings nicht.
10. Drake Maye, Patriots (Tier 2)
Ranking vor Saisonstart: Platz 7
Die große Frage mit Blick auf Drake Maye nach dem so wichtigen Sieg in Buffalo in Woche 4 lautete: War das der Wendepunkt? Oder war es nur ein Strohfeuer in einer Saison, in der er und die Patriots insgesamt den Erwartungen nach der erfolgreichen Vorsaison merklich hinterherhinken?
Gegen die Raiders bestätigte Maye seinen Bills-Auftritt auf eindrucksvolle Art und Weise. Mit Zeit in der Pocket attackierte er wie zu besten 2025er Zeiten Downfield und hat jetzt in zwei Spielen gezeigt, dass das Selbstvertrauen wieder da ist.
Und vielleicht ist das das simple Fazit dieser ersten Wochen. Nach schwachen Playoffs und einem chancenlosen Spiel im Super Bowl hatte Maye eigentlich einen gutes Auftritt gegen Seattle zum Auftakt - bis er ungeduldig wurde und die Partie hinten raus weg warf. Das startete eine Abwärtsspirale, bei der man Woche für Woche förmlich zuschauen konnte. Ein schlechter Wurf, ein Fumble, ein Fehler, und schnell gingen seine Leistungen bergab. Maye ist immer noch ein junger Quarterback, vielleicht hat er dieses Tief jetzt erfolgreich überwunden und spielt als Downfield-Passer, wie auch als Scrambler, wieder mehr mit dem Selbstverständnis, das ihn letztes Jahr ausgezeichnet hat.
Fairerweise gibt es aber auch ein anderes Argument: Gegen die guten Defenses sah er bislang nicht gut oder zumindest bedenklich wacklig aus. Die Bills und Raiders waren die bis dato schwächsten Defenses auf dem Schedule, hier glänzte er. Und das Schedule-Thema begleitet Maye und die Patriots bereits seit letztem Jahr.
Die gute Nachricht: Mit den Jets, Bears, Dolphins, Packers und Lions warten jetzt einige sehr machbare Defenses. Und dann kommt ja auch bald A.J. Brown zurück.
9. Jordan Love, Packers (Tier 2)
Ranking vor Saisonstart: Platz 8
Mein Anspruch an dieses Ranking ist, Quarterbacks so weit es geht isoliert von den Umständen zu bewerten, während gleichzeitig die Umstände natürlich relevant sind, um die gezeigten Leistungen richtig einzuordnen. Das ist manchmal klarer, manchmal weniger klar, häufig abhängig davon, wie "extrem" die Umstände in die eine oder andere Richtung sind.
Love ist dieses Jahr ein Beispiel für die extreme Variante. Die Offensive Line der Packers war vor allem über die ersten drei bis vier Spiele so desolat, dass man die Offense nahezu nicht bewerten kann. Green Bay hat kein Run Game, ist gänzlich abhängig vom Passing Game, während Love enorm viel Druck, und vor allem schnellen Druck, managen muss.
Dabei gibt er den Packers zumindest eine Chance. Weil er ein aggressiver Downfield-Passer, aber auch ein generell aggressiver Passer gegen Druck ist. Das gibt Green Bay Big Plays, mal zu Matthew Golden, mal zu Christian Watson mit Yards nach dem Catch. Das Spiel gegen Chicago zeigte, wie das im besten Fall aussehen kann, wenn der Rest des Teams ein wenig Floor bietet. Love war exzellent am Sonntag.
Die Offense würde mit einem limitierteren Quarterback noch deutlich schwächer aussehen. Doch hat auch Love mit den Umständen zu kämpfen und ist keineswegs fehlerfrei, insbesondere was Turnover-Risiken angeht. Die sind auch Teil der durch die Situation notwendigen Spielweise, aber Love hat auch Underneath noch nicht die Konstanz, die er über die letzten Jahre so deutlich verbessert hat.
8. Joe Burrow, Bengals (Tier 1)
Ranking vor Saisonstart: Platz 6
Burrow spielt keine schlechte Saison, aber er spielt auch nicht auf dem Level, das wir schon von ihm gesehen haben.
Er ist nach wie vor brandgefährlich im vertikalen Passing Game, wenn er Downfield attackiert, ist es meist erfolgreich. Und die Offense ist nach wie vor komplett davon abhängig, dass Burrow, Ja'Marr Chase und Tee Higgins das Schiff steuern. Das kann auch dieses Jahr wieder eine veritable Strategie sein, kann sich aber auch auf dünnem Eis bewegen.
Und das bringt viele Fragen mit sich, die wir nur bedingt beantworten können. Inwieweit liegt es an Burrow, dass Cincinnati es in all den Jahren nicht geschafft hat, ein Scheme umzusetzen, das ihnen mehr Sicherheit gibt, ein stabiles Netz, auf das sie zurückfallen können? Es ist sicher nicht Burrows Schuld, dass die Bengals kein gutes Run Game haben, aber wir wissen, dass er kein Fan davon ist, Under Center zu agieren und der Defense den Rücken zuzukehren.
Lange Rede, kurzer Sinn: Cincinnati ist, vermutlich zumindest teilweise auch wegen Burrows Präferenzen, sehr davon abhängig, dass Burrow konstant auf einem hohen Level spielt. Und während er die Big Plays zwar auch dieses Jahr trifft, ist er noch nicht der konstante Ballverteiler Underneath, der er in Bestform ist. Und das macht die Offense in diesem Konstrukt dann über die Maßen anfällig für Schwächephasen.
7. Matt Stafford, Rams (Tier 1)
Ranking vor Saisonstart: Platz 5
Die ganze Rams-Saison ist noch nicht so klar zu greifen, wie das vor der Saison eigentlich erwartbar war. Von dem leeren Auftritt in Australien über die Schwierigkeiten in der zweiten Hälfte gegen die Broncos und auch im Spiel gegen die Eagles, bis zu weiteren Special-Teams-Patzern am Montagabend gegen die Bills.
Das gilt auch für Stafford, es gilt sogar spezifisch für Stafford. Denn in seinem Spiel ziehen sich einige negative Punkte durch, wo er nicht nur schlechter ist als letztes Jahr. Es sind auch Punkte, die Sorgen dahingehend zulassen, was wir von Stafford im weiteren Saisonverlauf erwarten können.
Denn viele der Bedenken könnten sich mit schwindender Armstärke erklären lassen. Kein ungewöhnliches Thema für einen 38-jährigen Quarterback. Konkret fällt auf: Seine Accuracy ist deutlich inkonstanter als letztes Jahr, in jedem Spiel verfehlt Stafford Bälle, die er so letztes Jahr nicht verfehlt hat.
Teilweise wirkt es, als würde er Bälle zu hoch ansetzen um für den Arm zu kompensieren. Teilweise aber wirft er auch zu riskante Bälle und hat generell mehr Pässe in Coverage und Turnover-Probleme, verglichen mit der vergangenen Saison.
Kann sich das noch ändern? Zweifellos. Und das Spiel am Montagabend gegen die Bills war ein klarer Hinweis darauf: Es war in meinen Augen Staffords bestes Spiel bislang und das erste Spiel, in dem der Arm konsequent an die Vorjahres-Version erinnert hat. Wenn Puka Nacua jetzt fit bleibt und die Offense insgesamt noch mehr ins Rollen kommt, sollte auch Stafford wieder aussehen. Aber es gibt legitimen Grund zur Sorge angesichts Staffords Alter, dass die Probleme, die wir früh in der Saison gesehen haben, immer wieder ein Thema werden könnten.
6. Trevor Lawrence, Jaguars (Tier 2)
Ranking vor Saisonstart: Platz 10
Das letzte Drittel der vergangenen Saison war ein spürbarer Wendepunkt bei Lawrence, und bislang knüpft er in dieser Saison nahtlos daran an.
Zwar hat er immer noch einzelne Fehler im Quick Game, sein Pocket-Movement in Kombination mit dem für seine Größe auffallend schnellen Release gleichen viel davon aber wieder aus. Lawrence navigiert Druck hinter der durchaus anfälligen Jaguars-Line meist gut - auch wenn er gegen die Eagles hier einige schlechte Momente bei Druck von seiner rechten Seite hatte -, er ist gefährlich spät im Play und wenige Quarterbacks sind so gut über die Mitte des Feldes.
Hier findet der essenzielle Teil der Jaguars-Passing-Offense statt, hier verdienen Parker Washington und Jakobi Meyers ihr Geld und es ist kein Zufall, dass diese beiden Receiver im Laufe der saisonübergreifend letzten rund 15 Jaguars-Spiele deutlich prominentere Teile der Offense wurden, während die Rolle von Brian Thomas zunehmend verkleinert wurde.
Liam Coens Offense braucht einen Quarterback, der hier auch vor kleinen Passfenstern nicht zurückschreckt, der tough gegen Druck aus der Pocket spielt und dessen Arm das ganze Feld öffnet. Lawrence zeigt seit letztem Jahr, dass er eine exzellente Besetzung für diese Offense ist, und dass er neben der Konstanz In-Structure auch Schwachstellen kaschieren und Probleme für die Offense lösen kann.
5. Brock Purdy, 49ers (Tier 2)
Ranking vor Saisonstart: Platz 11
Zwei exzellente Spiele gegen die Dolphins und die Cardinals. Ein solider, wenn auch schon merklich limiterterer Auftritt gegen Denver. Sowie das Spiel gegen die Rams in Australien in Woche 1, in dem Purdy den Ball weitestgehend sehr kurz und sehr schnell warf, und Scheme und Play-Designs den Rest erledigten.
Das soll seinen sehr guten Saisonstart keineswegs kleinreden, immerhin spielte Purdy gerade gegen die Rams mit einer Konstanz als Quick-Game-Passer, die er so in der Vergangenheit nicht immer hatte. Einige Male schlich sich Turnover-Glück noch mit rein, aber die ersten Wochen der Saison waren weitestgehend sehr gut.

Brock Purdy spielt bislang eine sehr gute Saison. IMAGO/Newscom World
Dann kam das Spiel gegen die Seahawks, die große Standortbestimmung für Purdy und die - wieder einmal angeschlagene - Niners-Offense insgesamt. Und es war ein wildes Spiel, das von Turnovern und Touchdowns mit kurzem Feld lebte. Aber Purdy war im Laufe des Spiels beeindruckend, weil er seine besten Qualitäten ausspielen konnte, um den Ball zu bewegen.
Sein Pocket-Verhalten, mit dem er Plays kreieren kann. Seine Aggressivität als Passer und die Bereitschaft, auch schwierige Fenster Downfield zu attackieren - und jetzt hat er in Person von Mike Evans den Receiver dafür.
Das war ein Spiel, in dem Purdys beste Qualitäten glänzten, gegen eine Defense, gegen die San Francisco spät in der vergangenen Saison überhaupt nichts mehr machen konnte. Dieses Spiel zu sehen, während wir zusätzlich mehr der "Game-Manager"-Spiele - im positiven Sinne - von Purdy bekommen haben, erlaubt eine sehr optimistische weitere Saisonprognose. Und den Sprung in Tier 2.
4. Dak Prescott, Cowboys (Tier 2)
Ranking vor Saisonstart: Platz 9
Prescott hat ein ähnliches Problem wie Tyler Shough und wie Jordan Love - und wie Prescott selbst es letztes Jahr bereits hatte. Die eigene Defense stoppt nicht viel, gleichzeitig kann die Offense den Ball nicht laufen.
Diese Kombination setzt das Passing Game und spezifisch den Quarterback unter enormen Druck: Der Spielraum für Fehler ist klein, die Offense muss Woche für Woche die Kohlen aus dem Feuer holen, und das bedeutet, dass jeder Fehler von Prescott umso gravierender ins Gewicht fällt. Was aber nicht bedeutet, dass jeder Fehler auch in der Bewertung schwerer bewertet werden sollte.
Das war auch Teil der Geschichte des Spiels gegen die Bucs am vergangenen Donnerstag. Prescott verfehlte früh einige Bälle, bei den Turnovern hatte er Pech und mehrere Drops machten der Offense das Leben unnötig schwer. Das reicht, um Gefahr zu laufen, als haushoher Favorit einen Upset zu kassieren.
Doch Prescott spielt eine gute Saison. Pocket-Management, das Attackieren über die Mitte, Intermediate-Pässe, das Attackieren enger Passfenster. In all dem ist Prescott auch dieses Jahr einer der besten Quarterbacks ligaweit. Doch damit die Cowboys daraus mehr Zählbares im Laufe der Saison bekommen, muss der Rest des Teams besser werden.
3. Lamar Jackson, Ravens (Tier 1)
Ranking vor Saisonstart: Platz 2
Ich bin großer Fan von dem, was Jackson bislang als Passer in der neuen Offense gezeigt hat. Die Präzision über die Mitte, die Konstanz Intermediate, das sind zwei Qualitäten, die Jackson über die letzten Jahre bereits gezeigt hat und in der neuen Offense kommen die fast noch besser zum Tragen.
Als Runner ist er effizient, wenngleich seine Rushing-Qualitäten noch besser in die designte Offense eingebaut werden könnten. Das sind aber auch Dinge, die sich im Laufe der Saison finden können. Jetzt muss Jackson erst einmal von seiner Verletzung zurückkommen.
Was der 29-Jährige bislang gezeigt hat, lässt die Prognose zu, dass Jackson in dieser Offense noch längst nicht sein Ceiling erreicht hat. Und das ist eine hochspannende Aussicht für die weitere Saison.
2. Patrick Mahomes, Chiefs (Tier 1)
Ranking vor Saisonstart: Platz 3
Mahomes ist endlich einmal wieder auch in der Regular Season nah dran an seiner Bestform - und es macht Spaß, ihm dabei zuzuschauen.
Zwei Dinge tauchen dabei immer wieder in meinen Notizen auf: Der Deep Ball sitzt endlich wieder, nachdem Mahomes hier über die letzten Jahre auffallend große Probleme hatte. Die Offense ist so viel explosiver maßgeblich durch das Run Game, aber auch im Passing Game zeigen die ersten Wochen der Saison eine ganz andere Durchschlagskraft.
Und er ist wieder der willige Playmaker spät im Down. Eigentlich Mahomes' Kernkompetenz, als er in die NFL kam, war er hier zwischenzeitlich auffällig reserviert. Vielleicht lag es daran, dass er in erster Linie fehlerfrei spielen wollte, aber bislang in dieser Saison kreiert er wieder mehr und sucht auch die Big Plays später im Play.
Setzen sich diese beiden Dinge fort, im Zusammenspiel damit, dass Mahomes nach wie vor ein exzellenter Ballverteiler ist, wofür er über die letzten Jahre ohnehin nicht genug Anerkennung bekommen hat, ist auch der Platz ganz an der Spitze wieder in Reichweite.
1. Josh Allen, Bills (Tier 1)
Ranking vor Saisonstart: Platz 1
Wer einen Hinweis dafür gebraucht hat, warum Josh Allen auch weiterhin der Nummer-1-Quarterback in der NFL ist, der muss sich einfach nur das Monday Night Game gegen die Rams anschauen. Nicht weil er ein perfektes Spiel hatte - aber wegen der Art und Weise, wie er den Bills eine Chance gegeben hat. In einem Spiel, in dem Buffalo ohne mehrere Starting-Receiver über weite Strecken keinerlei Separation kreieren konnte, die Offense keinen vertikalen Zugang gegen eine gute Rams-Defense fand und die Rams viel Druck mit dem Pass-Rush machen konnten.
Nicht viele Quarterbacks hätten dieses Spiel noch dazu in einem High-Scoring-Game für die Bills gewinnen können - ich würde so weit gehen, zu argumentieren, dass aktuell Allen der einzige Quarterback ist, der dieses Spiel gewinnt. Als Runner kann Allen jederzeit auf Knopfdruck der Unterschiedsspieler sein, ein unheimlicher Luxus für die Bills. Und als Passer ist er zusätzlich auch in schwierigen Umständen jederzeit in der Lage, komplizierte Würfe anzubringen und so ein Spiel zu drehen.
Das soll aber keine reine Lobeshymne sein. Denn wir haben von Allen in dieser Saison auch schon die andere Seite gesehen, und im Fall von Allen bedeutet das: Frustrierend vermeidbare Turnover. Davon hatte er zu viele über die letzten Wochen, und während man einige Turnover-Risiken im Zuge seiner Spielweise hinnimmt, war das zuletzt entschieden zu viel. Das muss er wieder herunterfahren.
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