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Monday, October 5, 2026

Badekultur im Wandel – Hat die Badewanne ausgedient?

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Zwischen Zeitdruck und Wasserspar-Appellen gerät die klassische Badewanne zunehmend unter Druck. Duschen gilt heute als effizienter, platzsparender und alltagstauglicher. Wer daraus den Untergang der Wanne ableitet, verkennt ihren Wandel. Die Innenarchitektin und Badspezialistin Christine Seifert ordnet ein.

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  • Bild 1 von 6. Das Bild der amerikanischen Fotografin Lee Miller entstand 1945 in der Münchner Wohnung von Adolf Hitler, kurz nach dessen Tod. Es wurde zu einer Ikone des 20. Jahrhunderts und symbolisiert das Ende des NS-Regimes. Bildquelle: KEYSTONE/AP Photo/Lee Miller Archive/Str.

    Person in der Badewanne in einem Badezimmer mit Stiefeln und einem Handtuch auf einem Stuhl.
  • Bild 2 von 6. Marilyn Monroe 1955 im Film «The Seven Year Itch». Bildquelle: Getty Images/20th Century-Fox.

  • Bild 3 von 6. Yoko Ono und John Lennon 1969 posierten nicht nur gemeinsam auf einem Bett sondern auch in einer Badewanne. Bildquelle: Getty Images/Susan Wood.

  • Bild 4 von 6. Der amerikanische Pianist, Entertainer und Showstar Liberace liess sich 1978 in seiner Villa in Las Vegas in einer Marmorbadewanne fotografieren. Der Wert der Badewanne wird mit 55'000 US-Dollar bezeichnet. Allein die Badewanne war damit teurer als viele Einfamilienhäuser jener Zeit. Bildquelle: Getty Images/Bettmann.

  • Bild 5 von 6. «Am laufenden Band»-Showmaster Rudi Carell 1979. Bildquelle: Ghettyimages.

  • Bild 6 von 6. Sing- and Songwriter Leonard Cohen, um 1985. Bildquelle: Getty Images/Andrew Stawicki/Toronto Star.

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Dass heute in vielen Haushalten weniger Wannen stehen als früher, bestätigt die Expertin. «Es gibt bestimmt weniger Badewannen.» Vom Aussterben bedroht sei sie jedoch nicht. Im Gegenteil: «Die Badewanne erlebt ein Revival.» Nicht als Waschstation wie früher, sondern als Ort für Wohlbefinden und Regeneration.

Während die Küche längst als repräsentatives Statussymbol gilt, sei das Bad heute ein privater Rückzugsort. Zudem erfülle die Wanne nicht mehr nur funktionale Zwecke. Heute werde sie bewusst als ästhetisches Raumelement inszeniert.

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  • Bild 1 von 3. Blickfang an der Schweizer Designmesse in Zürich 2011. Die Badewanne von Floris Schoondereek (Holland). Bildquelle: KEYSTONE/Walter Bieri.

  • Bild 2 von 3. Catherine Potts sitzt in der Badewanne in dem für sie entworfenen Badezimmer ihres Mannes Dennis Potts. Potts zeigt auf der Londoner Haushaltsausstellung 1957 ein Badezimmer mit eingebauter Fernsehanlage. So kann die Badende nicht nur das laufende Fernsehprogramm verfolgen, sondern auch sehen, wer an der Haustür klingelt. Bildquelle: KEYSTONE/Str.

  • Bild 3 von 3. Badezimmer in den 1950er Jahren. Bildquelle: IMAGO / imagebroker.

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Badewanne in den verschiedenen Lebenslagen

Wer Kinder hat, weiss die Badewanne zu schätzen. Doch irgendwann sei diese Zeit vorbei, sagt Christine Seifert. Danach werde die Wanne oft nur noch zwischengenutzt, bis man sich wieder an sie erinnere – etwa für ein Basenbad oder zur Muskelentspannung nach dem Training. Doch in der Badewanne lauert auch Gefahr.

Spezifische Zahlen zu Badewannenunfällen in der Schweiz gibt es nicht. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) weist jedoch darauf hin, dass rutschige Badewannen und Badezimmer zu den typischen Gefahrenquellen im Haushalt gehören. Jährlich verletzen sich rund 127'000 Menschen bei Stürzen zu Hause.

Auch die Badewannen selbst hätten sich weiterentwickelt, sagt Seifert. Bei sogenannten Dusch-Badewannen ist der Einstieg ebenerdig, was sie auch für ältere Menschen zu einer Alternative macht.

Die Badewanne ein Wasserfresser?

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt der Ressourcenverbrauch. Ein Vollbad schlägt im Schnitt mit rund 120 bis 180 Litern Wasser zu Buche.

Der direkte Vergleich zur Dusche relativiert sich schnell, sobald ausgiebig geduscht wird, meint Seifert: «Wer eine Regendusche 15 Minuten lang laufen lässt, verbraucht mit 120 bis 180 Litern ähnlich viel Wasser wie bei einem Bad». Entscheidend sei nicht allein die Wanne, sondern das individuelle Nutzungsverhalten.

Ich könnte in einer Badewanne Bücher schreiben, wenn es nicht so nass wäre.

Der Fremdbader und die Sehnsucht nach einer Wanne

Die Reaktionen des Publikums von Radio SRF 1 zeigen ein facettenreiches Bild: Für Rheuma- und Schmerzpatienten bedeutet warmes Wasser therapeutische Linderung, für Dieter Bornemann ist Baden Inspiration. «Ich könnte in einer Badewanne Bücher schreiben, wenn es nicht so nass wäre», sagt er. Dumm nur, dass er selbst keine hat. «Ich vermisse sie seit Jahren.» So wurde er zum «Fremdbader» und sucht die wohltuende Wärme eines Bades in seinem Freundeskreis.

Badewanne als Spassobjekt

Selbst jenseits des Hauses ist die Badewanne ein gefragtes Objekt. Beim alljährlichen Rennen auf dem Stoos rasen Wagemutige in ausrangierten Wannen über Schneepisten ins Tal.

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  • Bild 1 von 5. Badewannenabfahrt 2016 auf dem Stoos. Der Start ist bei der Bergstation der Stoosbahn. Nächster Termin: 23. Januar 2027. Bildquelle: KEYSTONE/Urs Flueeler.

  • Bild 2 von 5. Neben Geschwindigkeit zählen auch Kreativität und Verkleidung. Die originellsten Kostüme werden prämiert. Bildquelle: KEYSTONE/Urs Flueeler.

  • Bild 3 von 5. Laut den Organisatoren begann alles mit einem Missgeschick: Ein Sanitär verlor beim Transport eine alte Badewanne, die über einen verschneiten Hang glitt. Daraus entstand die Idee, Menschen in der Badewanne den Hang hinunterfahren zu lassen. Bildquelle: KEYSTONE/Urs Flueeler.

  • Bild 4 von 5. Die Teilnehmenden benutzen bereitgestellte Badewannen aus Stahl, die speziell für das Rennen angepasst wurden. Bildquelle: KEYSTONE/Urs Flueeler.

  • Bild 5 von 5. Der Event hat durch seine skurrilen Bilder internationale Aufmerksamkeit erhalten und wurde Medienberichten zufolge bis nach Deutschland, Grossbritannien, China und Indien aufgegriffen. Bildquelle: KEYSTONE/Alexandra Wey.

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Es hätten schon Teams aus England, Deutschland und Japan teilgenommen, sagt Toni Schuler, OK-Präsident des Badewannenrennens: «Die hundert Startplätze sind meist binnen drei Wochen ausverkauft.»

Fazit für die Zukunft

Die Wanne stirbt nicht aus, sie wandelt nur ihre Bedeutung. Damit schliesst sich der Kreis: Was einst Luxus für Könige, Adlige und wohlhabende Bürger war, wurde zur Massenware und entwickelt sich heute zunehmend zum Luxusobjekt für Wellness und Lifestyle.

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