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Friday, October 9, 2026

Verkündung in Oslo: Wer macht das Rennen um den Friedensnobelpreis?

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Eine Replik der Friedensnobelpreis-Medaille, aufgenommen in Oslo.

Verkündung in Oslo 287 Nominierungen - wer bekommt den Friedensnobelpreis?

Stand: 09.10.2026 • 02:09 Uhr

Um elf Uhr am Vormittag blickt die Welt mit Spannung nach Oslo, wer in diesem Jahr den Friedensnobelpreis verliehen bekommt - auch, weil die Entscheidung im vergangenen Jahr umstritten war.

Jana Sinram

287 Nominierungen für den Friedensnobelpreis hat das norwegische Nobel-Institut erhalten - deutlich weniger als im vergangenen Jahr. Wer genau auf der Liste steht, ist streng geheim. Klar ist nur: Die fünf Mitglieder des norwegischen Nobel-Komitees haben die Wahl zwischen 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen.

In diesem Jahr wird die Welt noch genauer hinschauen als sonst, glaubt der geschäftsführende Direktor des norwegischen Friedensforschungsinstituts PRIO, Haakon Gjerløw.

Es sei kein Geheimnis, dass es vergangenes Jahr nach der Verleihung viel Aufregung gab, nachdem María Corina Machado ihre Medaille Donald Trump überreicht habe, sagt Gjerløw. "Das hätte ich mir anders gewünscht. Aber man kann nun mal nicht bestimmen, was die Menschen mit dem Preis machen, den sie bekommen."

Das norwegische Nobelkomitee hatte die venezolanische Oppositionsführerin für ihren unermüdlichen Einsatz für die Demokratie in ihrem Heimatland geehrt.

"Kontroversen ja - aber nicht jedes Jahr"

Im Dezember wurde Machado in Oslo gefeiert, nachdem sie auf geheimen Wegen aus Venezuela ausreisen konnte. Seit sie ihren Friedensnobelpreis im Januar symbolisch an den US-Präsidenten weitergab, ist sie auch in Norwegen umstritten. Haakon Gjerløw ist sich nicht sicher, ob sich das vom norwegischen Parlament gewählte Nobelkomitee davon in seiner Entscheidung beeinflussen lässt.

"Dass der Preis ab und zu für Kontroversen sorgt, bringt ihm Aufmerksamkeit. Aber er kann nicht jedes Jahr umstritten sein." Es sei wichtig, die Balance zu finden, sagt Gjerløw. Von daher werden sie in diesem Jahr vielleicht zu jemand Unumstrittenem tendieren - aber es kann in beide Richtungen gehen."

Der Direktor des PRIO-Instituts hat wie jedes Jahr eine eigene Liste mit Personen und Organisationen veröffentlicht, die er für preiswürdig hält.

Darunter - wie schon beim letzten Mal - das Komitee zum Schutz von Journalisten oder das Netzwerk "Emergency Response Rooms" im Sudan. "Und wir haben Save the Children auf der Liste sowie Mykola Kuleba, den Leiter von Save Ukraine. Das ist eine ukrainische Organisation, die sich für Kinderrechte und humanitäre Hilfe einsetzt."

Trump denkt noch immer, er hätte den Friedensnobelpreis verdient

Der Friedensnobelpreis kann nach den Vorgaben des Preisstifters Alfred Nobel an Personen oder Organisationen verliehen werden, die sich für Frieden, internationale Zusammenarbeit oder Abrüstung einsetzen. US-Präsident Donald Trump ist noch immer davon überzeugt, dass er den Preis verdient hätte. Schließlich habe er acht Kriege beendet, wiederholte er am Mittwoch im Oval Office.

"Ich weiß nicht, wie ihre Entscheidung ausfallen wird. Sie haben den Ruf, dass sie ihn Leuten wie mir nicht geben. Egal, ob ich ihn bekomme oder nicht, ich habe weitaus mehr geleistet und denke, es wäre eine Schmach für sie."

Nobelkomitee lässt sich wohl nicht einschüchtern

Sicher ist: Von solchen Äußerungen dürfte sich das norwegische Nobelkomitee nicht einschüchtern lassen. Auch, dass María Corina Machado ihre Medaille verschenkt hat, soll keine große Rolle für die Entscheidung spielen.

Das sagte der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Kristian Berg Harpviken, im Januar nach ihrer Entscheidung dem Sender NRK. "Es werden vielmehr Abwägungen getroffen, wie sich ein Preis auswirken wird und welche Folgen er für die Sicherheit und die Situation der Preisträger hat. Es ist jedoch kein fester Punkt auf der Tagesordnung, zu erörtern, wie ein bestimmter Preisträger mit den Symbolen umgeht, die mit dem Friedensnobelpreis einhergehen."

Überreicht werden die Medaille, eine Urkunde und das Preisgeld in Höhe von umgerechnet einer Million Euro am 10. Dezember in Oslo. Wer in diesem Jahr ausgezeichnet wird, entscheidet allein das fünfköpfige Nobelkomitee. Das Rätselraten jedenfalls endet heute um elf Uhr.

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