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Friday, September 11, 2026

"Jetzt schützen Sie Faschisten": Linken-Abgeordnete sorgt für nächsten Eklat im Bundestag

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"Jetzt schützen Sie Faschisten"Linken-Abgeordnete sorgt für nächsten Eklat im Bundestag

11.09.2026, 12:03 Uhr

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Noch im Gehen schimpfte Köktürk in Richtung der übrigen Bundestagsfraktionen. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Immer wieder fällt die Linken-Abgeordnete Cansin Köktürk im Bundestag auf. Diesmal bringt sie die Rede eines AfD-Abgeordneten zum Ausrasten. Nach einem heftigen Schlagabtausch mit der Vizepräsidentin des Bundestags droht Köktürk eine saftige Geldstrafe.

In der Haushaltsdebatte über den Etat für Arbeit und Soziales hat die Linken-Abgeordnete Cansin Köktürk für einen Eklat gesorgt. Köktürk geriet über ihre Zwischenrufe während der Rede des AfD-Abgeordneten René Springer mit Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz aneinander. Als CSU-Politikerin Lindholz in ihrer Funktion als Sitzungsleiterin Köktürk einen Ordnungsruf erteilte, rief diese: "Jetzt schützen Sie die Faschisten." Lindholz erwiderte: "Nee, ich schütze hier gar keine Faschisten, jetzt gibt es den nächsten Ordnungsruf." Köktürk verließ daraufhin unter weiteren Protestrufen den Plenarsaal. Bei einem dritten Ordnungsruf hätte Lindholz sie des Saales verweisen können. Doch auch so ist Köktürk nun auf Bewährung, will sie ein Ordnungsgeld in Höhe von 2000 Euro vermeiden.

Auslöser des Eklats war Köktürks Reaktion auf die Rede von Springer. Der hatte angekündigt, die AfD bereite sich darauf vor, nach einer Regierungsübernahme im Bund "in den sozialen Sicherungssystemen aufzuräumen". Die AfD wolle dafür sorgen, dass die Grundsicherung "eine Sozialleistung ist, die in erster Linie Deutschen zukommt". Für abschiebepflichtige Ausländer sollten künftig die "Handschellen klicken", wenn diese im Jobcenter auftauchten.

Von den Fraktionsbänken der Linken schallten immer lauter werdende Rufe Köktürks, die Springers Ausführungen als "bescheuert" bezeichnete und die rhetorische Frage stellte: "Was ist das für eine rassistische Scheiße?" Lindholz versuchte wiederholt, Köktürk zur Ruhe zu bringen und ermahnte sie, dass ein Ordnungruf drohe. Köktürk pampte nur: "Dann gibt's den halt." Lindholz kam der impliziten Bitte nach und erteilte den Ordnungsruf, woraufhin Köktürk der Vizepräsidentin des Bundestags vorwarf, sie schütze Faschisten. Sollte sie in den folgenden beiden Sitzungswochen, Ende September und Anfang Oktober, einen dritten Ordnungsruf erhalten, wird das Ordnungsgeld fällig.

Immer wieder Köktürk

Es ist nicht das erste Mal, dass Köktürk im Bundestag auffällt: Im September letzten Jahres wurde Köktürk zusammen mit drei Fraktionskollegen durch Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb von der Sitzung ausgeschlossen "aufgrund ihrer gröblichen Verletzungen der Würde und Ordnung dieses Hauses". Auch an jenem Tag hatte Köktürk Reden von AfD-Abgeordneten gestört. Im Juni 2025 erhielt sie einen Ordnungsruf durch Bundestagsvize Omid Nouripour, weil sie AfD-Abgeordnete als "gewaltbereite Faschisten" tituliert hatte.

Im selben Monat hatte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Abgeordnete des Saales verwiesen, weil sie ein T-Shirt mit der Aufschrift "Palestine" ("Palästina") trug; politische Botschaften auf der Kleidung von Abgeordneten sind während einer Plenarsitzung grundsätzlich nicht erwünscht. Köktürk versteht sich als Stimme gegen das Unrecht der israelischen Politik im Umgang mit Palästinensern. Sie versuchte wiederholt, auf "Kriegsverbrechen" im Gazastreifen aufmerksam zu machen.

Schon als sie sich zu ihrem Einzug in den Bundestag mit einer Kufiya, einem sogenannten Palästinensertuch, im Plenarsaal ablichten ließ, sorgte Kökturk für Aufsehen. Ihre Partei Die Linke steht immer wieder in der Kritik für antisemitische Positionen und vermeintlicher Kritiklosigkeit gegenüber islamistischen Gruppierungen wie der Hamas.

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