Bei neuen US-Angriffen: Chamenei droht mit "geografisch uneingeschränkter" Vergeltung

Bei neuen US-AngriffenChamenei droht mit "geografisch uneingeschränkter" Vergeltung
31.10.2026, 16:35 Uhr

Spekulationen über neue Angriffe der USA nach der Kongresswahl erschweren die Lage am Golf. Irans Oberster Führer stellt Trump eine militärische Antwort in Aussicht, die weit über die Region hinausreicht. Gleichzeitig laufen neue Vermittlungsversuche auf Hochtouren.
Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei hat die USA vor neuen Angriffen auf sein Land gewarnt und mit Vergeltung gedroht. "Auf jede Art von Bedrohung muss eine sofortige, wirkungsvolle und geografisch uneingeschränkte Antwort folgen", erklärte Chamenei vor führenden iranischen Militärkommandanten, wie aus einer aktuellen Erklärung hervorging. Sollte "der Feind" den Iran attackieren und neue Auseinandersetzungen provozieren, werde Teheran "den Zeitpunkt und die Bedingungen für ihr Ende festlegen".
Auch die iranische Armee warnte vor den Folgen neuer US-Angriffe. Sollte US-Präsident Donald Trump "erneut zu regionalen Abenteuern aufbrechen, werden die Flammen des Krieges zweifellos ein weitaus größeres geografisches Gebiet erfassen", erklärte Armeesprecher Mohammed Akraminia im Onlinedienst X.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte derweil, dass "die mächtigen iranischen Streitkräfte gegen diejenigen vorgehen werden, die es wagen, unserem Volk Schaden zuzufügen".
Keine Einigung in Sicht
Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Nach dem Scheitern einer Vereinbarung zwischen Washington und Teheran im Juni waren die diplomatischen Bemühungen ins Stocken geraten. Zuletzt war über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran nach den US-Kongresswahlen am kommenden Dienstag spekuliert worden.
Die diplomatischen Bemühungen, eine erneute Eskalation zu verhindern, laufen derzeit auf Hochtouren. Am Freitag traf eine katarische Delegation in Teheran zu Gesprächen mit hochrangigen iranischen Vertretern ein. Katar vermittelt zwischen den Kriegsparteien.
Außerdem kontaktierte US-Vizepräsident JD Vance einem US-Medienbericht zufolge Irans Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. In dem Schreiben geht es dem "Wall Street Journal" zufolge eher um einen "möglichen Verhandlungsrahmen" als um Einzelheiten eines Friedensvorschlags. Teheran bestätigte den Erhalt des Briefes, gab bislang jedoch keine Antwort bekannt.
Modschtaba Chamenei ist der Nachfolger seines Vaters Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte und am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden war. Modschtaba Chamenei ist seitdem noch nicht öffentlich aufgetreten. Es wurden bislang auch keine Audio- und Videoaufnahmen von ihm veröffentlicht.
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