Nach Uber-Rückzug: Autofinanzierer gibt auf, verschenkt Autos an Kunden
Der Beförderungsvermittler Uber steckt in Afrika in Schwierigkeiten. Anfang September hat das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in Nigeria und Uganda abrupt eingestellt, parallel zur Kündigungswelle beim angestelten Fußvolk. Nun zieht sich auch Moove zurück. Diese 2020 gegründete Firma finanziert Autos, insbesondere durch Mietkauf, für Uber-Chauffeure, die sich die Fahrzeuge sonst nicht leisten könnten. Nigerianische Moove-Kunden dürfen feiern: Sie müssen seit seit 1. Oktober keine Raten mehr zahlen und dürfen die Motordroschken behalten.
Die Fahrzeuge sollen insgesamt rund 23,5 Millionen Euro wert sein. Moove-Mitarbeiter in Nigeria verlieren zwar ihre Arbeitsplätze, werden aber ebenfalls mit je einem Gratisauto vertröstet, berichtet Premium Times Nigeria. Moove wurde demnach 2020 in Nigerias Hauptstadt Lagos mit 76 Autos gegründet und hatte in dem Land seither 9.000 Kunden (Mietkauf und Miete). Inzwischen ist Moove zu einem international tätigen, wagniskapitalfinanzierten Unternehmen gewachsen. Es verwaltet in 29 Städten auf mehreren Kontinenten 42.000 Fahrzeuge – dazu gehört auch die Flotte autonomer Fahrzeuge der Alphabet-Tocher Waymo und deren Wartungs- Lade- und Reinigungsinfrastruktur.
Mit dem Schuldenerlass möchte sich das Moove-Management bei seinen nigerianischen Kunden bedanken. „Unsere ersten Kunden haben uns vertraut, als Moove noch eine Idee war, und dieses Vertrauen hat alles Folgende möglich gemacht”, schildert Mitgründer und Co-CEO Ladi Delano. „Dafür sagen wir 'Danke'”.
Streikdrohung
Uber hat seine Tätigkeit in gut einem Jahr in vier von acht afrikanischen Ländern eingestellt. Den Anfang machte die Elfenbeinküste, gefolgt von Tansania, und Anfang September Nigeria und Uganda. Weiterhin tätig ist Uber in Ägypten, Ghana, Kenia und Südafrika.
Wirklich glücklich waren die nigerianischen Uber-Chauffeure mit dem Fahrtenvermittler aber sowieso nicht. Sie beklagten zu hohe Gebühren und, angesichts gestiegener Treibstoffpreise, zu niedrige Fahrtenpreise. Dass Moove sich aus Nigeria zurückzieht, liegt wahrscheinlich an der engen, strategischen und finanziellen Zusammenarbeit mit Uber.
Zwar stehen Bewohner wie Chauffeure plötzlich ohne Uber dar, doch gibt es noch andere Fahrtenvermittler auf dem Markt, allen voran Bolt sowie den Marktplatz Indrive, über den Lenker und Beförderte direkt Preise aushandeln anstatt einem intransparenten Preisalgorithmus ausgeliefert zu sein. Der nigerianische Chauffeur-Verband AUATON fürchtet einen Zusammenbruch des Marktes und droht Bolt wie Indrive mit Streik. Gefordert werden die Halbierung der Gebühren und ein Ende der algorithmischen Preisfestsetzung. Die Chauffeure möchten ihre Tarife selbst bestimmen.
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