Preis-Explosion: Hier steigen die Mieten am wenigsten

Darum gehts
- 79 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer stufen die Lage auf dem Wohnungsmarkt als besorgniserregend ein.
- Seit 2000 ist der Mietpreisindex um 41 Prozent gestiegen – der Nominallohnindex nur um 32,6 Prozent.
- Besonders bei Neubauten drückt sich der Preisanstieg aus. Dabei gibt es aber starke regionale Unterschiede.
Die Schweiz ist ein Mieterland. 64 Prozent der Haushalte leben gemäss Bundesamt für Statistik (BfS) zur Miete – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Die eigenen vier Wände zu besitzen, ist für die meisten kein Thema. Umso mehr aber, wie viel sie monatlich für ihre Wohnung bezahlen. Dort sehen viele ein Problem: Es wird immer teurer. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sotomo von 2026 hat ergeben, dass 79 Prozent die Situation des Wohnmarkts als sehr oder eher besorgniserregend einstufen.
Der Mieterverband hat nun in einer neuen Analyse angeschaut, wo die Mieten bei Neubauten besonders ansteigen, wer die Mietwohnungen besitzt und wer wie viel seines Einkommens für die Miete ausgibt.
Wo wird teuer gebaut?
Zwischen 2000 und 2025 ist der Mietpreisindex des BfS um 41 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum ist der Nominallohnindex um 32,6 Prozent gestiegen. Doch nicht alle Mieten sind gleich stark teurer geworden. Die Bestandsmieten – bei bestehenden Mietverhältnissen gezahlt – verhalten sich seit Jahren einigermassen stabil und verzeichnen keinen starken Anstieg. Die Angebotsmieten – ausgeschriebene Mieten für neue Mietverhältnisse – hingegen verzeichnen besonders in letzter Zeit einen stärkeren Anstieg.
Die Indizes erklärt
Da Vermieter bei der Neuvermietung von bestehenden Wohnungen an gewisse gesetzliche Vorschriften gebunden sind, drückt sich dieser Anstieg besonders in den Neubauten aus. Das zeigt auch die Analyse von Mietinseraten vom letzten Jahr. Doch es gibt starke regionale Unterschiede.
Während die mittlere ausgeschriebene Monatsmiete einer Neubauwohnung im Vergleich zu Bestandswohnungen in Basel-Stadt etwa nur elf Prozent teurer ist, steigt dieser Vergleich in Glarus auf 52 Prozent. Noch grössere Unterschiede gibt es in gewissen Gemeinden. So sind Neubauwohnungen in Mauren TG im Schnitt etwa ganze 165 Prozent teurer als Bestandswohnungen.
Wer besitzt die Wohnungen?
Nicht nur die Mietzinsen haben sich seit den 2000er-Jahren verändert, auch die Besitzverhältnisse. Zu Beginn des Jahrtausends war die Mehrheit der Mietwohnungen noch in der Hand von Privatpersonen. Zahlen von 2024 zeigen, dass deren Anteil mit etwas unter 44 Prozent mittlerweile ungefähr gleichauf ist mit demjenigen von renditeorientierten Firmen.
Wie viel zahlt wer für seine Wohnung?
Nicht alle trifft dieser Anstieg der Mieten gleich stark. Ein Haushalt mit einem Bruttoeinkommen bis zu 4000 Franken im Monat bezahlte 2023 gemäss Bundesamt für Wohnungswesen knapp 38 Prozent seines Einkommens für die Miete. Mit steigendem Gehalt sinkt dieser Anteil.
Wo sollte der Fokus liegen, wenn Wohnen immer teurer wird?
Hast du oder hat jemand, den du kennst, Fragen zu Miete oder Vermietung?
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Jan Janssen (jjn) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Zuerst im Ressort Zürich und seit 2025 im Ressort News.
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