Pilotprojekt für Skiabo – Per Zug zur Magic-Pass-Piste: Bern und Obwalden stellen sich quer

- Mit dem ÖV statt mit dem Auto ins Skigebiet fahren: Das will der Magic Pass mit einem Pilotprojekt erreichen.
- Die Kantone Wallis und Waadt haben die dafür nötige Finanzierung zugesagt.
- Bern und Obwalden lehnen sie ab.
Freie Fahrt auf den Pisten in rund hundert Skigebieten – das bietet der Magic Pass. Das Angebot ist ein grosser Erfolg: Im vergangenen Jahr sind 60 Prozent mehr Abonnements verkauft worden als im Vorjahr.
Mit einem Pilotprojekt wollen die Verantwortlichen des Magic Pass in der bevorstehenden Saison Skifahrten ohne Auto fördern. Wer ein Abonnement besitzt, darf an fünf Tagen gratis mit dem öffentlichen Verkehr von seinem Wohnort ins Skigebiet fahren.
Magic Pass fragte mehrere Kantone mit Partnerstationen um einen Finanzierungsbeitrag an. Waadt und Wallis haben für diese Saison zusammen 430'000 Franken zugesagt. Bern und Obwalden mit Partnerstationen wie Gstaad (BE) oder Melchsee-Frutt (OW) lehnten das aber ab.
Zur Begründung ihrer Entscheidung berufen sich die Behörden in Bern und Obwalden auf rechtliche Schranken und das Risiko, den Wettbewerb unter den Tourismusdestinationen zu verfälschen. «Im Kanton Bern beteiligen sich gewisse Destinationen an zwei konkurrierenden überregionalen Pauschalangeboten», schreibt das Amt für Wirtschaft des Kantons Bern. «Eine ausschliessliche Unterstützung des Magic Pass könnte somit ein Angebot zulasten des anderen begünstigen.»
Gleich tönt es auch von der Volkswirtschaftsdirektion Obwalden: «Im Rahmen einer allfälligen Unterstützung von touristischen Leistungsträgern müsste der Kanton Obwalden den Grundsatz der Gleichbehandlung beachten, da die Destination Engelberg und mehrere Bergbahnen im Sarneraatal keine Partner des Magic Pass sind.»
Projekt nicht gefährdet
Sébastien Travelletti, der Direktor des Magic Pass, verbirgt seine Enttäuschung nicht: «Die Bergbahnen und der Magic Pass investieren massiv, um die Erreichbarkeit der Berge mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbessern», sagt er dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Dieser Aspekt liegt nicht nur in der Verantwortung eines Unternehmens oder der Bergbahnen. Die Kantone oder die Gemeinden sollten sich ebenfalls ausgewogen beteiligen.»
Die Reaktion von Magic-Pass-Chef Sébastien Travelletti:
Das Pilotprojekt sei deswegen nicht gefährdet. Aber ohne öffentliche Finanzierung durch Bern und Obwalden könnten es am Ende der Saison die Partnerbahnen des Magic Pass in diesen beiden Kantonen sein, die das Loch stopfen müssen, warnt Travelletti.
Die Verantwortlichen des Magic Pass hoffen, dass dieses neue Mobilitätsangebot nächsten Winter die Kundschaft an 100'000 Tagen dazu bringt, mit dem ÖV statt mit dem Auto ins Skigebiet zu fahren, was einem Anteil von 2 Prozent aller Skitage entspräche.
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