Mehr Spenderlebern durch ein neues Verfahren?
Durch das innovative Verfahren der Maschinenperfusion können Spenderlebern länger konserviert werden.
30.10.2026 | 1:36 minDas System ist körperwarm und im Einsatzfall strömt eine Flüssigkeit mit roten Blutkörperchen in eine Leber, die weich in einer Silikonschale liegt. Normothermes Maschinenperfusionsgerät heißt die kleine Anlage, in der in der Berliner Charité eine Spenderleber statt wie üblich in Eis-Boxen an Schläuchen angeschlossen im OP für die Transplantation bereitgehalten würde.
Lebendversorgung von Organen zum Schutz der Zellen
Der Maschinenkreislauf versorgt das Organ nach dem gekühlten Transport mit Wärme, Medikamenten, Sauerstoff und Nährstoffen, vermeidet so, dass die Zellen Schaden nehmen. Außerdem wird geprüft, wie fit die Leber ist.
Wir können beispielsweise sehen, ob die Leber anfängt, Galle zu produzieren. Also wir können eine Funktionsbeurteilung der Leber machen.
Brigitta Globke, Sektionsleiterin Transplantationschirurgie Charité Berlin
Abelina und ihre Schwester Marlena benötigen ein neues Herz. Die beiden haben Glück. Doch über 8.000 Menschen in Deutschland warten auf eine Organspende.
05.06.2026 | 3:14 minDurch diese Funktionsbeurteilung, so hoffen die Medizinerinnen und Mediziner, können auch solche Organe als transplantationsgeeignet identifiziert werden, die vom ersten Anschein nicht dafür vorgesehen waren. Das könnte die Zahl der verfügbaren Spenderlebern in der Zukunft erhöhen.
Erleichterte Prüfung auf Transplantationseignung
Angewendet wird die normotherme Maschinenperfusion bei Lebern von Spendern, die nicht alle Kriterien einwandfrei erfüllen, etwa keine perfekten Blutwerte haben oder ein höheres Alter.
Wir haben ja einen Organmangel in Deutschland. Genau wie die ganze Bevölkerung werden auch die Spender älter.
Brigitta Globke, Charité Berlin
So gebe es eben Organe, die sich die Transplantationsteams lieber vor einer Operation genauer ansehen, so Transplantationschirurgin Brigitta Globke. Mehr als 900 Menschen warten derzeit in Deutschland auf eine gespendete Leber; durch jedes positiv geprüfte Organ kann ein Mensch versorgt werden, der sonst hätte weiter warten müssen.
Es wirkt seriös und sei völlig legal: Im Internet bieten Firmen an, Organtransplantationen im Ausland zu vermitteln. Die Spender der Organe handeln oftmals aus großer finanzieller Not.
15.04.2025 | 23:16 minVereinfachte Vorbereitung von Spenderorganen für OP
Die Maschinenperfusion ist eine technische Möglichkeit, gespendete Organe besser auf eine Transplantation vorzubereiten. Dabei wird das Organ nicht einfach gelagert, sondern von Flüssigkeit durchströmt. Hypotherm, das heißt mit gekühlter Lösung, ist das Verfahren seit Januar für Nieren mit besonderen Voraussetzungen schon bundesweit im Einsatz.
Unser Ziel ist es, Spenderorgane bestmöglich für die Transplantation vorzubereiten.
Thomas Biet, Kaufmännischer Vorstand Deutsche Stiftung Organtransplantation
Die Zahl der Spenden ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) leicht gestiegen, doch über 8.000 Menschen warten aktuell auf Organe.
Mit dem Tag der Organspende sollen mehr Menschen dazu bewegt werden, sich für oder gegen eine Spende zu entscheiden.
06.06.2026 | 0:25 minAnwendungskriterien für Maschinenperfusion erforschen
Mehr Menschen dazu zu bewegen, sich aktiv für eine Organspende zu entscheiden, ist ein Anliegen der DSO. Es geht aber auch darum, wie der Spender-Pool besser genutzt werden kann. Etwa dadurch, dass Organe an ein Maschinenperfusionsgerät angeschlossen werden. In anderen Ländern passiert das schon häufiger, Deutschland will nachziehen.
Dafür suchen wir jetzt die Daten zusammen, um zu schauen: Welche ist die richtige Indikation, wann sollte man die Maschinenperfusion einsetzen, damit sie den größtmöglichen Erfolg hat.
Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand Deutsche Stiftung Organtransplantation
Die normotherme Maschinenperfusion, also die warme Behandlung der Leber, kommt an der Berliner Charité und anderen deutschen Leber-Transplantationszentren im Rahmen der ExTra-Studie zum Einsatz.
Studienergebnisse in etwa zwei Jahren
Die Untersuchungen laufen noch, doch Nathanael Roschzok hat auf dem Jahreskongress der DSO erste, vielversprechende Erfahrungen vorgestellt.
Um die Anzahl an Spendern und damit Transplantationen zu erhöhen, diskutiert der Bundestag erneut über eine Widerspruchslösung.
24.09.2026 | 1:38 minWir können die Organe hinsichtlich ihrer Qualität beurteilen. Wir können sie länger konservieren, als wenn wir die Technologie nicht im Einsatz hätten. Wir sind begeistert.
Nathanael Raschzok, Charité Berlin, Studienleiter ExTRa-Studie
In etwa zwei Jahren gibt es Ergebnisse. Das Verfahren wird nicht alle Probleme lösen, solange es nicht deutlich mehr Spender gibt. Aber mit jedem einzelnen geretteten Organ beginnt für einen Menschen eine Zeit voller Hoffnung.
Stefanie Hayn ist Reporterin im ZDF-Landesstudio Berlin.
Über das neue Verfahren bei Lebertransplantationen berichteten die heute-Nachrichten im ZDF am 30.10.2026 ab 17 Uhr.
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