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Thursday, October 22, 2026

KI und Krieg: Behält der Mensch die Kontrolle?

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Deutsche Rüstungsfirmen entwickeln schnellere Drohnen und vernetzte Mini-Panzer. Wie verändert die Technik den Krieg – und warum warnen Kritiker vor weniger menschlicher Kontrolle?

22.10.2026 | 2:39 min

Satelliten erkennen verdächtige Truppenbewegungen. KI wertet die Daten aus, autonome Fahrzeuge und Drohnen klären auf. Als bewaffnete Drohnen angreifen, reagiert ein Netzwerk aus Sensoren, Drohnen und unbemannten Fahrzeugen innerhalb weniger Sekunden. Der Angriff wird abgewehrt.

Dieses Zukunftsszenario präsentieren das Innovationszentrum der Bundeswehr und Bayern Innovativ beim Defence TechDay in Erding.

Neues Innovationszentrum in Erding: Die Bundeswehr entwickelt mit Forschern und Startups autonome, KI-gesteuerte Waffensysteme. Ziel ist mehr Schutz für Soldaten - bei wachsender Kritik von Experten.

05.02.2026 | 2:41 min

Koordination von Waffensystemen

Die Fähigkeit, sich im Ernstfall verteidigen zu können, hänge entscheidend davon ab, "wie gut wir moderne Technologien entwickeln, miteinander vernetzen und schnell einsatzfähig machen können", so Christoph Heinen, Leiter des TechHUBs Sicherheit und Verteidigung bei Bayern Innovativ.

Anders als bei klassischen Rüstungsmessen stehen beim Defence TechDay nicht einzelne Waffensysteme im Mittelpunkt, sondern die präzise Koordination von weltraumgestützter Aufklärung im All bis hin zu modernsten unbemannten, KI-gesteuerten Systemen am Boden, im Wasser und in der Luft.

Schon jetzt sind diejenigen im Gefechtsfeld im Vorteil, die hochauflösende Sensoren haben und feindliche Bewegungen in Echtzeit beobachten können. Doch je stärker Sensoren, Drohnen und KI-Systeme vernetzt werden, desto grundsätzlicher wird die Frage: Welche Entscheidungen trifft künftig noch der Mensch - und welche die Maschine?

Das Rüstungs-Startup Tytan Technologies baut Abwehr-Drohnen, die feindliche Angriffsdrohnen aufspüren und am Himmel zerstören - autonom und KI-gesteuert. Sie werden in der Ukraine eingesetzt.

21.01.2026 | 3:54 min

Wer entscheidet: Mensch oder Maschine?

Künftige Waffensysteme sollen im Schwarm operieren und Daten untereinander austauschen. Noch hält die Bundeswehr am Prinzip "Human in the Loop" fest: Ein Mensch muss den Waffeneinsatz freigeben.

Doch der Sicherheitsexperte Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München warnt, dass mit der zunehmenden Geschwindigkeit autonomer Systeme der Mensch immer stärker unter Zeitdruck gerät. "Wenn die Entwicklung ungebremst weitergeht, wird der Mensch irgendwann zum Flaschenhals", sagt Sauer.

Wie Künstliche Intelligenz die Kriegsführung verändert

Genau diese Entwicklung bewertet Marc Wietfeld völlig anders. Der Gründer des Münchner Start-ups ARX Robotics sieht in mehr Autonomie vor allem einen Schutz für die eigenen Soldaten. Man müsse sich für den Krieg der Zukunft rüsten und nicht für den der Vergangenheit, so Wietfeld. Mehr Autonomie und die Vernetzung der Systeme durch Künstliche Intelligenz würden die eigene Truppe besser schützen, so der ehemalige Bundeswehrsoldat.

Der Soldat wird immer weniger der Mann oder die Frau mit dem Gewehr im Graben, sondern vielmehr Orchestrator von Systemen, der seine Fähigkeiten verzehnfacht oder verhundertfacht, weil Maschinen seine Aufgaben im Feld ausführen.

Marc Wietfeld, ARX Robotics

Das 2022 gegründete Start-up ARX Robotics baut den KI-gestützten, unbemannten Mini-Panzer Gereon. Der kettenbetriebene Bodenroboter kann ferngesteuert, aber auch autonom Verwundete und Material transportieren, aufklären und bewaffnet eingesetzt werden.

Der Einsatz unbemannter Waffensysteme verändert die moderne Kriegsführung: So gleicht die ukrainische Armee ihre personelle Unterlegenheit an der Front mit bodengestützten Kampfrobotern aus.

24.06.2026 | 11:26 min

Wie KI in der Ukraine eingesetzt wird

In der Ukraine bilden die Gereon Panzer, laut eigenen Angaben, eine der größten westlich gebauten Roboterflotten. Dort habe er erlebt, wie die KI-gestützte Gefechtsfeldsoftware "Delta" Daten aus unterschiedlichsten Sensoren zu einem Echtzeit-Lagebild zusammenführt. Eine vergleichbare Fähigkeit fehle Deutschland und der Nato bislang, sagt Wietfeld.

Wietfeld und sein Team wollen das nun gemeinsam mit dem Münchener Software- und Rüstungsunternehmen Helsing, das die KI-gestützte Präzisions-Kampfdrohne HX-2 auch für die Bundeswehr herstellt, ändern.

Der Plan: Über eine gemeinsame KI-Software sollen die unbemannten Mini-Panzer von ARX Robotics mit den Kampfdrohnen von Helsing zu einem digitalen Gefechtsfeld verknüpft werden - für die Bundeswehr, aber auch für den Einsatz in der Ukraine.

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz schreitet schnell voran. Die Sorge um die Risiken und die zunehmenden Zwischenfälle steigt.

29.09.2026 | 2:20 min

Wer behält die Kontrolle über KI-Waffen?

Für die Unternehmen liegt genau darin der Vorteil: Je schneller Daten verarbeitet und weitergegeben werden, desto schneller können Ziele bekämpft werden. Die Zeit zwischen Aufklärung und Angriff, die sogenannte "Kill Chain", lasse sich von Stunden auf wenige Minuten verkürzen.

Kritiker wie Sauer sehen jedoch genau darin ein Risiko: Wenn Entscheidungen immer schneller getroffen werden müssen, wachse der Druck, den Menschen aus der Entscheidungskette herauszunehmen.

Für die Ukraine ist es das Rückgrat zur Verteidigung gegen Russland: Starshield. Das Satelliten-System wurde für militärische Operationen und Kommunikation entworfen. Wie die Ukraine Starshield nutzt.

15.10.2026 | 1:05 min

Jutta Sonnewald ist Reporterin im ZDF-Landesstudio Bayern.

Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 22.10.2026 ab 13:08 Uhr.

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