UNHCR rechnet bald mit 230.000 Vertriebenen im Jemen
Die zunehmende Gewalt im Jemen könnte die Zahl der Binnenflüchtlinge in dem Bürgerkriegsland laut UN-Schätzungen stark in die Höhe treiben. Seit Anfang September sind bereits mehr als 130.000 Menschen innerhalb des Landes vor den schweren Gefechten geflohen, wie Babar Baloch, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, vor Journalisten mitteilte. "Die zunehmenden Kämpfe im Jemen könnten zu weiteren Massenvertreibungen führen", sagte er.
In den nächsten drei Monaten könnte die Zahl 230.000 übersteigen, hieß es. Zusätzlich sind demnach bislang mehr als 3000 Flüchtlinge aus dem Jemen im ostafrikanischen Dschibuti angekommen. Das UNHCR rechnet damit, dass die Zahl im nächsten halben Jahr auf 10.000 steigen könnte.
Hinzu kommen mehr als 5,2 Millionen Menschen, die bereits vor dem Wiederaufflammen der Kämpfe innerhalb des Landes vertrieben waren.
Vormarsch der Huthi-Miliz im Süden hat Lage verschärft
Hintergrund ist der Vormarsch der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz in den vergangenen Wochen in den Süden des Landes. Die überwiegende Zahl der Geflüchteten wurde in der Provinz Tais an der Meerenge von Bab al-Mandab vertrieben. Baloch warnte, der erneute Konflikt verschärfe eine ohnehin dramatische Lage im Jemen, wo schätzungsweise 22 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen seien.
Zugleich erschwere ein erheblicher Finanzierungsengpass die Bewältigung der Krise. Die Arbeit des UNHCR im Jemen sei für das Jahr 2026 derzeit erst zu 18 Prozent finanziert.
Nach Schätzungen der Organisation werden dringend 25 Millionen US-Dollar benötigt, um rund 231.000 Menschen mit sofortiger Hilfe zu versorgen.

Auch die UNHCR-Hilfsprogramme in Dschibuti sind bislang nur zu 15 Prozent finanziert. Die Organisation ruft deshalb zu Spenden in Höhe von 13,5 Millionen US-Dollar auf, damit Neuankömmlinge registriert, aufgenommen und geschützt werden können sowie Zugang zu weiteren grundlegenden Hilfsleistungen erhalten
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