Rote Zahlen im Güterverkehr: DB Cargo verfehlt erneut EU-Vorgabe

Rote Zahlen im GüterverkehrDB Cargo verfehlt erneut EU-Vorgabe
17.09.2026, 13:46 Uhr

DB Cargo und die EU-Kommission müssen nachverhandeln: Trotz EU-Vorgabe schreibt der Konzern auch 2026 weiter rote Zahlen. Cargo-Chef Osburg sieht sein Unternehmen dennoch auf einem guten Weg.
Die kriselnde Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo wird eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr die von der EU-Kommission vorgeschriebene "schwarze Null" verfehlen - also weiterhin Verluste machen. Grund dafür seien einmalig anfallende Verlustabschreibungen bei einer zum Verkauf stehenden britischen Tochtergesellschaft, wie Cargo-Chef Bernhard Osburg sagte. Die daraus resultierenden Wertberichtigungen von rund 260 Millionen Euro belasteten das Ergebnis des Güterverkehrskonzerns, hieß es aus Unternehmenskreisen. Es werde daher absehbar in diesem Jahr eine schwarze Null kaum zu schaffen sein.
Das Unternehmen muss somit erneut mit der EU in Verhandlungen gehen. Die Kommission hatte dem Konzern in einem sogenannten Beihilfeverfahren einen umfassenden Sanierungskurs auferlegt, mit dem Ziel, ab 2026 operativ wieder in die Gewinnzone zu kommen. Das aktuelle Sanierungskonzept sieht unter anderem den Abbau von rund 6200 der rund 14.000 Vollzeitstellen in Deutschland vor. Außerdem plant Cargo-Chef Bernhard Osburg eine stärkere Ausrichtung auf europäische Verkehre.
Doch insbesondere dieser Prozess sorgt nun für Verzögerungen. Das bisher auf Deutschland konzentrierte Sanierungskonzept müsse jetzt auf das gesamte europäische Geschäft mit insgesamt 16 Auslandstöchtern ausgeweitet werden, betonte Osburg. Dabei werde intensiv geschaut, welche dieser Gesellschaften für die Umsetzung der Europa-Strategie essenziell seien.
Osburg will die EU-Kommission überzeugen, dass die Sanierung innerhalb Deutschlands auf einem guten Weg sei. Ohne die Abschreibungen bei der englischen Tochter wäre die schwarze Null in diesem Jahr erreicht worden, betonte er. Schon im vergangenen Jahr lag das Ergebnis nach Steuern und Zinsen (Ebit) mit minus 58 Millionen Euro knapp vor dem Ziel.
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