Rom schickt nach Krawallen 500 Soldaten nach Mailand

- Nach schweren Krawallen in Mailand schickt die Regierung 500 weitere Soldaten in die Finanzmetropole.
- Die Krisensitzung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschloss dies am Montag, ein Erlass soll am Dienstag folgen.
- Bei den Ausschreitungen gab es über 270 vorübergehende Festnahmen, fünf Jugendliche sitzen in Untersuchungshaft.
Nach den schweren Krawallen in Mailand will die Regierung in Rom 500 weitere Soldaten in die italienische Finanzmetropole schicken. Die Entscheidung fiel am Montag bei einer Krisensitzung unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, wie anschliessend verlautete. Die Regierung will am Dienstag einen entsprechenden Erlass verabschieden. Das zusätzliche Militär soll verhindern, dass es in Mailands Innenstadt zu weiteren Ausschreitungen kommt.
In Italien läuft bereits seit 2008 eine Militärmission «Strade sicure» («Sichere Strassen»), bei der Soldaten die regulären Polizeikräfte bei der Überwachung von Ballungszentren und gefährdeten Immobilien unterstützen. Im Gespräch sind auch Ausgangssperren in bestimmten Bereichen der Innenstädte. Meloni hatte nach den Krawallen in Mailand, aber auch in verschiedenen anderen Städten, ein hartes Vorgehen angekündigt.
Mehr als 270 vorübergehende Festnahmen
In Mailand war es am Wochenende nach zunächst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und verschiedene Gesetzespläne der Regierung zu schweren Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz und in dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte. Insgesamt gab es mehr als 270 vorübergehende Festnahmen, die sich zumeist gegen Minderjährige richteten. Fünf Jugendliche kamen in Untersuchungshaft.
Die Inflationsrate liegt in Italien aktuell bei 4,2 Prozent. Viele ziehen Vergleiche zu den Unruhen in Frankreich. Nach offiziellen Angaben wurden in Mailand mindestens 14 Sicherheitskräfte verletzt. Die dortige Staatsanwaltschaft sprach von einem Ausmass «seltener Gewalt». Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es keine genauen Angaben. Der Schaden geht nach Schätzungen in die Millionenhöhe.
Parlamentswahl im nächsten Jahr
Meloni regiert in Rom seit vier Jahren mit einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Im nächsten Jahr steht wieder eine Parlamentswahl an. Die Regierungschefin mit ihrer Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) steht seit einiger Zeit durch eine neue, noch weiter rechts angesiedelte Partei namens Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) unter Druck. Im linken Lager will die Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei PD, Elly Schlein, gegen Meloni antreten.
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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