Kundenansturm nach Preissenkung : Tankrabatt führte mancherorts zu leeren Tankstellen

Kundenansturm nach Preissenkung Tankrabatt führte mancherorts zu leeren Tankstellen
06.10.2026, 17:56 Uhr

Einigen Tankstellen geht zu Beginn der Woche Diesel und Benzin aus. Einen Kraftstoffmangel gebe es nicht, heißt es aus der Branche. Vielmehr hänge der Ausverkauf mit dem Tankrabatt zusammen.
Der Start des neuen Tankrabatts hat dazu geführt, dass vereinzelt an Tankstellen der Kraftstoff ausging. Laut dem Tankstellen-Interessenverband (TIV) hatten einige Tankstellen zu Beginn der Woche nicht mehr ausreichend Diesel und E10. Mehrere Dutzend betroffene Betriebe seien bekannt, eine vollständige Erhebung dazu gebe es jedoch nicht. Meldungen zu “leeren” Tankstellen gab es unter anderem aus Köln, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe und Hannover.
Laut TIV war die vereinzelte Knappheit auf den hohen Andrang nach Beginn des Tankrabatts zurückzuführen. "Die Nachfrage an den ersten Tagen des Tankrabatts war noch höher erwartet", sagte Verbandssprecher Herbert Rabl ntv.de. Gleichzeitig hätten die Mineralölkonzerne den Rhythmus zur Belieferung in den meisten Fällen nicht angepasst. Da der Samstag, 3. Oktober, ein Feiertag war, seien auch einige turnusgemäßen Lieferung verschoben worden. Daher seien die Tanks der Tankstellen mancherorts zu Wochenbeginn leer gewesen. "Das ist aber nur eine Frage des Zeitpunkts der Belieferung", so Rabl. Eine allgemeine Spritknappheit gebe es - auch regional - nicht.
Anders als in manchen Medienberichten vermutet, gebe es auch keinen Zusammenhang zwischen dem teils ausverkauften Benzin und dem extremen Niedrigwasser am Rhein. Der für die Kraftstoffversorgung wichtige Schifffahrtsweg ist seit Wochen nur noch teilweise und für nicht voll beladene Frachtschiffe passierbar. Die Belieferung von Tanklagern entlang des Rheins muss daher zum Teil, wo möglich, über die Schiene oder per Lastwagen erfolgen. Der Transport von Benzin und Diesel von den Lagern zu den Tankstellen erfolgt dagegen ohnehin per Lkw und ist daher vom Niedrigwasser nicht betroffen.
Laut Rabl hat sich die Branche inzwischen auf das Niedrigwasser eingestellt, die Tanklager würden ausreichend befüllt. "Der Transport per Lkw ist erheblich aufwendiger und teurer", sagte der Verbandssprecher. Um die Versorgung zu gewährleisten, hätten die Unternehmen Ausnahmegenehmigungen vom Sonntagsfahrverbot bekommen. "Das erhöht die Kosten, die die Mineralölkonzerne auf die Preise an den Tankstellen draufschlagen." Versorgungsengpässe drohten jedoch nicht.
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